f fA Person, Werk und Werdegang von Herbert Matter sind besonders fiir eine junge Generation, die anfangt, Beweggründe, Ziele und Auswirkung menschlicher Gestaltungstatigkeit deutlicher zu hinterfra- gen, als dies friiher der Fall war, geeignet, Ansporn und Hoffnung zu sein - aber auch Anlass, nachdenklich zu werden. Herbert Matter, in Engelberg geboren, löste sich bald von dem ihm zu eng werdenden Bergdorf und zog nach Genf, um sich an der Ecole des iBeaux-Arts mit der Malerei auseinanderzusetzen. In Paris führte er seine Studiën fort und hatte dabei das Glück, Fernand Léger und Amédée Ozenfant zu begegnen. Das Zusammentreffen mit Léger, die Auseinan- dersetzung mit seinem Werk, seiner Philosophic und seiner Arbeits- weise ist gewiss ein Hauptereignis in Matters Leben und dürfte seine künstlerische Entwicklung mitgepragt haben. Auch wenn sein Weg iangsam von der reinen Malerei weg zur Photographie und zur Graphik führte, bleiben die Massstabe, wie er sie in der Malerei anzulegen gewohnt war, zeitlebens Richtschnur. Wenn man die Hinwendung Herbert Matters zur angewandten Kunst richtig deuten will, muss man vor allem in Betracht ziehen, dass gerade die Arbeit auf dem Felde der Gebrauchsgraphik in den dreissiger Jahren eher Ausweitung der schöpferischen Bewegungsfreiheit verhiess als Einschrankung. Die Begegnung mit A. M. Cassandre und Le Corbu- ;ier mag auch dazu beigetragen haben, in der Bewaltigung von Proble- nen, die das tagliche Leben stellt, eine vordringliche Aufgabe zu sehen. n New York, das ihm zur zweiten Heimat wurde, fand er dann das ireitangelegte Wirkungsfeld, das seinen Neigungen entsprach und ihn ïeute noch in Spannung halt. Wie früher in Paris, geriet er auch hier bald n einen Freundeskreis, zu welchem die Maler der New Yorker Szene :m 1960, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Franz Kline, Philip Juston, Alexander Calder u. a. gehörten. In diesem Kreis fand er sich in sinem Wollen, in seinen Zielsetzungen bestatigt, diskutierte er Vorha- en fur neue Projekte und begriff das grosse Gewicht seines Lehramtes. Herbert Matter ist in verschiedener Hinsicht als Graphiker, als 'hotograph, als Filmschaffender, als Lehrer, [Fortsetzung Seite 506] 5°3 1) 2) Spreads from a brochure of the Swiss National Tourist Office, 1935: skiing attractions. 3) Cover of a typographic magazine's issue on photography, 1933. Red, blue and white. 1) 2) Doppelseiten aus einer Broschüre der Schweizerischen Verkehrszentrale, 1935: Skisport. 3) Umschlag einer Ausgabe der Zeitschrift Typographische Monatsblatter über Photographie, 1933. Rot, blau und weiss. 1) 2) Doubles pages d'une brochure de l'Office National Suisse du Tourisme, 1935 (ski). 3) Couverture d'un numéro de magazine typo consacré a la photo, 1933. Rouge, bleu et blanc.

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