Büchner-Preis uer ueorg-ss^- Der Georg-ssp 1951-1978 Büchner-Preissss=r* Da ich noch ein stilles Kind war und von dent allem, was uns umgibt, nichts wufite, war ich da nicht mehr, als jetzt, noch all den Miihen des Herzens und all dem Sinnen und Ringen? Ja! ein göttlich Wesen ist das Kind, solang es nicht in die Chamaleonsfarben der Menschen getaucht ist Es ist gam, was es ist und darum ist es so schön. Der Zwang des Gesetzes und des Schicksals betastet es nicht; im Kind ist Freiheit allein. In ihm ist Frieden; es ist noch mit sich selber nicht zerfallen. Reichtum ist in ihm; es kennt sein Herz, die Düiftigkeit des Lebens nicht. Es ist unsterblich, denn es wei'fi vom Tode nichts. Aber das können die Menschen nicht leiden. Das Göttliche mufi werden, wie ihrereiner, mufi erfahren, dafi sie audi da sind, und eh es die Natur aus seinem Paradiese treibt so schmei- cheln und schleppen die Menschen es heraus, auf das Feld des Fluchs, dafi es, wie sie, im Schweifie des Angesichts sich abarbeite. Hölderlin: Hyperion Du rciumst dem Staate denn doch zu viel Gewaltein. Er darf nicht fordern, was er nicht erzwingen kann. Was aber die liebe gibt und der Geist, das laBt sich nicht er- zwingen. Das laB er unange- tastet, oder man nehme sein Gesetz und schlag es an den Pranger! Beim Himmel! der weiB nicht, was er sündigt, der den Staat zur Sitten- schule machen will. Immer- hin hat das den Staat zur Holle gemacht, daB ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte. Hölderlin: Hyperion >o)-2t)n the occasion of the jubilee of the Georg Büchner Prize ronféd annually by the German Akademie fur Sprache und )ichlg of Darmstadt, Rambow/Lienemeyer/van de Sand Iesigf an exhibition in the form of 27 posters which were iresefd in the setting of the German literary archives in vlarta and elsewhere. These posters depend primarily on the arge f traits of the prize-winners, but also document the history of tbgmndation awarding the prizes from 1951 to 1978. This omt|tion of information with a visual signal in a conceptual ramt >rk allowing a measure of variation is a typical approach if th«f;ankfurt-based team of poster designers. 5)-2ifhe quadruple poster announcing the performance of doldyi's Antigone in Frankfurt in 1978 was hung on three-sided uppc" so that the burning chair always appeared as a visual ymb. iccompanied by two of the typographic posters. This >erm|i a certain rhythmic variation of the impact. 20)—24) Für das Jubilaum des von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gestifteten Georg-Büchner-Preises ent- warfen Rambow/Lienemeyer/van de Sand eine 27teilige Plakat- serie als «Austellung auf Plakaten», die im Deutschen Literatur- archiv Marbach und an anderen Orten gezeigt wurde. Auf der ersten Ebene leben diese Plakate vom Ausdruck des Portrats des jeweiligen Preistragers, auf der zweiten Ebene von der Gesamtin- formationder Geschichtedieser Stiftung von 1951 bis 1978. Diese Überlagerung von Dokumentation und visuellem Signal in einem konzeptionellen, variationsfahigen Raster ist eine für die Frank furter Plakatmacher-Gruppe typische Gestaltungstechnik. 25)—28) Das vierteilige Plakat für die Inszenierung der Antigone von Hölderlin wurde 1978 in Frankfurt an dreiseitige Plakattra- ger geklebt, so, dass immer der brennende Stuhl als visuelles Signal gemeinsam mit zwei Schriftplakaten erschien. Diese Rhythmik liess die Plakatgruppe immer neu wirken. 20)—24) Pour les 25 ans du prix Georg Büchner décerné chaque année par 1'Académie allemande de langue et de littérature de Darmstadt, Rambow/Lienemeyer/van de Sand congurent une série de 27 affiches composant une exposition présentée aux Archives littéraires allemandes de Marbach et en d'autres lieux. Ces affiches doivent leur impact surtout aux portraits des lauréats, mais aussi a la présentation de l'histoire de 1'Académie de 1951 a 1978. Cette combinaison d'un élément documentaire continu et d'un signal visuel au sein d'une même trame conceptuelle a forte variance représente une approche créatrice typique de cette équipe d'affichistes installée a Francfort-sur-le-Main. 25)—28) L'affïche quadruple annongant la représentation de 1'Antigone de Hölderlin a Francfort en 1978 fut collée sur des supports tripartites, ce qui fait que la chaise en feu était toujours visible en tant que signal visuel en même temps que deux affiches typo, d'oü une rythmisation toujours nouvelle. _>^ssï=:ANIIGONEss=es:__„ ANTIGONE 555

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