S.Fischer Rambow/Lienemeyer/van de Sand 29)—34) The series of posters done for the Frankfurt publishers S. Fischer are a form of advertising, but advertising for a cultural product with a narrowly defined target public. The posters were issued for the International Book Fair in Frankfurt in 1976 and 1979. They show the product, a book, but do not advertise any particular title; the design serves instead as an image of the publishing company and a visual metaphor for the mediatory function of the book between author and reader. This relationship is expressed in a variety of ways: the book as an abstract symbol of expressive power, as a means for communicating with the masses, as an everyday object the reader can carry around with him, or as a door or window opening on an unknown world. 29)-34) Die Plakatserien für den S. Fischer-Verlag in Frankfurt sind ein Medium der Wirtschaftswer- bung, Werbung allerdings für ein Kultur-Produkt mit einer eng definierten Zielgruppe. Die Produktabbildung «Buch» steht in diesen Plakaten, die 1976 und 1979 für die Internationale Frankfurter Buchmesse herausgegeben wurden, nicht für einen einzelnen Titel, vielmehr für das Image des Verlagshauses und als visuelle Metapher für die Vermittlerrolle des Buches zwischen Autor und Leser. Diese Beziehung wird von Rambow/Lienemeyer/van de Sand auf vielfaltige Art und Weise ausgedrückt, als abstraktes Zeichen mit hohem asthetischem Anspruch und Ausdruck, als Massen-Informationsmittel, als alltagliches Objekt zum Mitnehmen oder als Tür oder Fenster in eine unbekannte Welt. 29)—34) Les séries d'affiches réalisées pour l'éditeur francfortois S. Fischer rentrent dans le domaine de la publicité commerciale, mais d'une publicité en faveur d'un produit culturel et s'adressant a une cible bien défïnie. Ces affiches ont été publiées a l'occasion de la Foire internationale du Livre de Francfort de 1976 et de 1979. L'accent n'est pas mis sur un titre particulier, mais sur l'image de marque de l'éditeur, et Paffiche sert de métaphore visuelle de la communication entre auteur et lecteur assurée par le livre. Les moyens employés sont divers, allant de la présentation du livre comme symbole abstrait trés expressif a sa fonction de communication de masse, ou encore a sa nature d'objet transportable; parfois, Rambow/Lienemeyer/van de Sand y voient une porte, une fenêtre ouvertes sur l'inconnu. [Fortsetzung von Seite 549] indem sie eine Geschichte erzahlen, die aus Elemen- ten der speziflschen Stadtwelt mit denen der jeweiligen Theaterwelt zusammengesetzt ist. Aber auch der umgekehrte Weg ist möglich: Das Grundbild, wie es im Subtext eines Stückes oder in der Phantasie der mit ihm beschaftigten Theaterleute verborgen ist, tritt dem Passanten fremd und herausfordernd gegenüber. So weisen die Plakate auf die Grenze hin, die zwischen der theatralischen Konstruktion und den Siebensa- chen einer eher weniger imaginativen Alltagswirklichkeit verlauft: Sie weisen auf die Grenze hin und heben sie auf.» Die Plakate wurden so auch zu Dokumenten des Theaters und der einzelnen Aufführung. Alle sind «photo-graphisch» gestaltet. Ihre utopische Realitat fordert Vergleiche mit den Pionieren der Photomon tage heraus. Heartfields «Ich male mit Photo» klingt an, ist aber historisch. Die Visionen des Frankfurter Teams sind subtiler, haben Prozesse als Sujet, sind visuelle Literatur. In der Wirklichkeit von U-Bahn-Werbeflachen haben sie keinen Widerstand gefunden, in dieser indifferenten alltaglichen Belanglosigkeit wirkten sie wie Fenster in eine andere Welt: etwas surrealistisch, anders auf jeden Fall. Adam Seide, im Egoïst: «Ihre Plakate haben sich zu etwas Eigenstan- digem entwickelt: nicht mehr der <Gebrauchsgraphik> im alten Sinne zugehörig, obwohl sie immer noch etwas vermitteln, durchaus in den <hohen> Bereich der bildenden Kunst gehorend, was wohl nicht zuletzt an ihrer Grosse liegt: grosses Format, nahe herangehend an das Sujet, grosszügig, lapidar, frech, spielerisch, phantasievoll und immer wieder überraschend, überraschend zeitgemass.» Im Vergleich mit den Plaka ten, die um sie herum entstehen, sind sie ihrer Zeit einen Schritt voraus. Die Darstellungsmittel und ihre Anwendung sind seit langem bekannt, doch die Botschaft wird neu vorgetragen: Dadurch und nur dadurch haben sie einen Rang erreicht, der nicht nur für die deutsche Szene einen Beitrag zur Erneuerung unserer visuellen Kultur leistet. 557

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