(SlMlMlMlMlMtSlMlMiSlM ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Buchdrucker bestimmte Grundregeln schon deshalb not- wendig seien, damit die Lehrlinge auf deren Grundlage herangebildet wiirden. An diesen interessanten Vortrag schloB sich ein lebhafter Meinungsaustausch, bei dem die aufgestellten Regeln im allgemeinen als gut, aber dennoch auch als erweiterungsfahig bezeichnet werden. Die vor- gebrachten guten Anregungen sollen durch eine Kommis sion gepriift und der Leipziger Typographischen Gesellschaft noch als Nachtrag empfohlen werden. Am 23. November lag ein Wettbewerb des Fachvereins Posen fur einen Quart- briefkopf und Kuvert vor. Herr Schultes gab das Ergebnis der Bewertung bekannt, mit dem sich die Versammlung einverstanden erklarte. Zur Erlangung einer Neujahrskarte fur die Typographische Gesellschaft wurde ein Wettbewerb erlassen, bei dem sieben Preise zur Verteilung gelangen werden. Interessant war die Besprechung von Neuerschei- nungen durch Herrn Schultes, der sowohl einige Schrift- gieBereineuheiten empfahl, aber auch verschiedene als unbrauchbar erklarte. S-r. Bromberg. In der am 5. November stattgefundenen Sitzung des Graphischen Vereins wurde der Kassenbericht genehmigt, worauf sich die Mitglieder mit dem zweiten internationalen Wettbewerb des Klubs fur typographische Studien in Briissel beschaftigten. Durch Rundschreiben sollen die einzelnen Vereinsmitglieder um ihre Teilnahme gebeten werden. Fur das Winterhalbjahr wurde ein Skizzier- kursus in Aussicht gestellt. Der Johannisfestdrucksachen- Austausch fand Besprechung, wobei die zahlreichen Satz- und Druckausfuhrungen groBes Interesse erregten. Zum SchluB verlas dann der Vorsitzende noch das Neue aus Fachblattern. -u-. Hamburg. Die Typographische Gesellschaft hatte am 12. Oktober den Schlufistein zu dem schon im vorigenjahre begonnenen Skizzierkursus zu legen durch eine Besprechung der eingegangenen Diplom-Entwiirfe, deren Bewertung zu- vor der ArbeitsausschuB des Verbandes der Deutschen Typographischen Gesellschaften vorgenommen hatte. Nach dieser Bewertung haben den I. Preis Herr A. Lange und den II. Preis Herr F. Steinert erhalten, wahrend den Herren E. Brandt und R. Ronnpay lobende Erwahnungen zuerkannt wurden. Das Preisrichteramt ging bei der Be wertung von der Ansicht aus, daB das Diplom nicht gar zu sehrvon dem Modernen beherrscht sein diirfe, da es auch fur fernere Zeiten von groBem Wert sei, in denen dann der Satz und Druck nicht als veraltet dastehen diirfe. Die ge- samten aus dem verflossenen Skizzierkursus hervor- gegangenen Arbeiten sollen als Rundsendung in Umlauf kommen. Eine vom Verband der Deutschen Typographischen Gesellschaften ubersandte Ausstellung alterer und neuerer Diplome diirfte den Mitgliedern manche Anregung fiir die tagliche Praxis gegeben haben. Fiir die am 16. November stattflndende Graphische (Watzulik-) Ausstellung wurde eine dreigliederige Kommission gewahlt, die gemeinsam mit dem Vorstande die notigen Vorarbeiten fiir die Aus stellung, sowie diese selbst leiten soil. Fiir die Veranstal- tung hat der Vorstand einen Inserat-Wettbewerb ausge- schrieben, an dem sich, Dank dem Entgegenkommen der hiesigen Zeitungsherausgeber, die gesamte Hamburg- Altonaer Presse beteiligt. Der Wettbewerb gestaltet sich folgendermaBen Das Inserat fiir die frei zu besichtigende Ausstellung wird an einem Tage in den beteiligtenZeitungen veroffentlicht. Die beiden wirksamsten Inserate werden dadurch pramiiert, daB die betreffenden Setzer je einen Preis erhalten. DerWettbewerb verfolgt den Zweck, in der besseren Ausgestaltung der Inserate bahnbrechend zu wirken. AuBer diesem Wettbewerbe wurde noch einsolcher zur Erlangung eines Entwurfs fiir eine Neujahrskarte fiir die Gesellschaft unter den Mitgliedern ausgeschrieben. Am Mittwoch den 26. Oktober bot Herr Friedrich Bauer den Mitgliedern einen genuBreichen Abend, indem er einen Vortrag iiber: Das Motiv im Akzidenzsatz hielt, in welchem er das erste Stadium der Akzidenzarbeit in vollster Griind- lichkeit behandelte und den Grundsatz aufstellte, daB das hochste Ziel jedes Akzidenzsetzers, die Befreiung von der Schablone und die Achtung vor der Schrift sein miisse. Die von Herrn Bauer ausgestellte reiche Mustersammlung in Motiven deutschen, englischen und franzosischen Ur- sprungs, umfaBte in der Hauptsache Reproduktionen von Exlibris und Buchumschlagen, aber auch fiir jede gewerb- liche Akzidenz waren Motive zu finden. Nach diesem Vor trag gab die Drucksachen-Priifungskommission noch ihren Bericht iiber die im Monat eingelaufenen Drucksachen. An Stelle der bisherigen Kommission wurde fiir den nachsten Monat eine neue gewahlt. In der am 26. No vember stattgefundenen Versammlung wurde u. a. die Schaffung einer Drucksachen- und Motivensammlung be- schlossen, deren Fehlen bis jetzt als eine fiihlbare Liicke empfunden wurde. Die Schenkung von M. 50.von der hiesigen Buchdruckerinnung wurde vom Vorsitzenden be kannt gegeben. Die Graphische (Watzulik) Ausstellung am 16. November erfreute sich eines sehr guten Besuches. Das Preisausschreiben fiir die wirksamsten Anzeigen hatte folgendes Ergebnis: Herr Joh. Schulz (Hamburger Echo) 1. Preis; Herr Hermann Toaspern (HamburgerFremdenblatt) 2. Preis; auBerdem wurden zwei lobende Erwahnungen an die Neue Hamburger Zeitung und die Ottensener Nach- richten erteilt. Am 2. November hielt Herr Heinz Konig aus Liineburg in der Aula des Museums fiir Kunst und Gewerbe fur die Mitglieder der Gesellschaft einen Vortrag iiber: Die Entstehung der Schrift und ihre Entwicklung, der durch Lichtbilder, sowie eine von dem Vortragenden und der Museumsleitung veranstaltete Ausstellung von Druck- werken und Handschriften erlautert wurde. Redner begann seinen Vortrag mit der alten romischen Kapitalschrift, aus der die Uncialschrift mit der Minuskel und die Kursiv ent- stand. Nach der Ausbildung der Minuskel trat im 13.Jahr- hundert die Gotisch auf. Gutenbergs erste Type war die gotische Minuskel, mit der die 42zeilige Bibel und das Psalterium gedruckt ist. Allmahlich drang von Siiden die Renaissanze, Mediaval zu uns, die Deutschland aber zu- erst, zur Zeit Diirers, dem Schopfer der deutschen Schrift, nicht annehmen wollte. Mit dem Eintritt des 16. Jahrhun- derts entstand die Schreibschrift. Das 19. Jahrhundert brachte einen Wirrwarr von Schriften; auch die Erfindung der Lithographie und Anregungen von England und Frank- reich brachten neue Schriften. Erst nach dem Eingreifen der Kiinstler konnte man aber bedeutende Fortschritte in der Entwicklung der Schrift wahrnehmen. ie-. Hannover. In der Typographischen Vereinigung wurden am 4. Oktober die Entwurfe zur Mitgliedskarte eingeliefert und ausgelegt, die zur Bewertung an die Typographische Vereinigung in Braunschweig iibersandt werden sollen. Einen bemerkenswerten Schritt hat der Verein der Buch- druckereibesitzer getan, der, um die Bestrebungen der IS 474 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 120