archiv fur buchgewerbe mmmmmmmmt&m empfehlenswert,da sich dann die auflaufenden Kosten der in Herstellung befindlichen Arbeit vergleichen lassen. Wo die Abteilungen ihre besonderen Vorsteher haben, sollen diese ihre anteiligen Berechnungen abgeben, die dann vom Chef oder vom Geschaftsvertreter zusammengestellt werden. Wenn die Preisberechnungen offers in erheblichem MaBe voneinander abweichen, so liegt das an den ungleich hohen Spesen der einzelnen Betriebe. In der Fortsetzung dieses Themas, am 17. November, ging Herr Weis auf Einzelheiten im Berechnungswesen ein. Er legt einen Buchdruckerei- betrieb zugrunde, dessen Schriften und Utensilien einen Wert von 30000 M. besitzen und stellt hiernach die Hohe der Geschaftsunkosten fest, ferner berechnet er die Satz- leistung, den Geschaftsaufschlag fiirWerke verschiedener Gattung, Zeitungen und Akzidenzen, sowie die Betriebs- unkosten und Aufschlage beim Druck auf kleinen, groBe- ren und groBten Maschinen. Auch die Berechnung von Bilderdruck, Rotationsdruck, Bronze- und Farbendruck, Perforation, Numerierung, Stereotypic, Atzung usw. fiihrte Herr Weis vor und unterstiitzte seine Erlauterungen durch die Berechnung einer Tischkarte, einer Preisliste und eines Dreifarben-Druckbogens, ebenso wie durch Berechnungs- schemas aus verschiedenen Druckereien. Ausgestellt waren am ersten Abend Wettbewerbsarbeiten der Berliner Typographischen Gesellschaft (Rundsendung des Verban- des der Deutschen Typographischen Gesellschaften), die Herr H. Pfeifer besprach. Am zweiten Abend unterzog Herr Zeichenlehrer Hasse die Exlibris-Entwiirfe der Berliner Typographischen Gesellschaft (gleichfalls Wettbewerb) einer wohlwollenden Beurteilung. Leipzig. In der am 12. Oktober abgehaltenen Sitzung der Typographischen Vereinigung begriifite Herr Kirstein eine stattliche Anzahl neuer Mitglieder, gleichzeitig be- merkend, daB die Typographische Vereinigung einen Mit- gliederstand von 300 Personen aufweise, mit dem sie alle Typographischen Gesellschaften Deutschlands iiberfliigelt habe. Hierauf wurden zwei groBere Schreiben des Herrn Prof. Seliger, welche die in Aussicht genommenen Unter- richtskurse betrafen, zur Kenntnis gebracht. Das Sitzungs- zimmer glich an diesem Abend einer groBen Plakataus- stellung. Gegen 100 teilweise vorziigliche kiinstlerische Plakate dienten als Beispiel zu dem von Herrn Schladitz gehaltenen Vortragiiber moderne Plakate, unterbesonderer Beriicksichtigung des Zeitungsinserats und der Zimmer- und StraBenplakate. In langeren Ausfiihrungen sprach der Redner iiber die Notwendigkeit der Reklameimheutigen Ge- schaftsleben, wobei er fur das Zeitungsinseratverschiedene wertvolle Fingerzeige gab, indem er erlauterte, wie man ein solches wirkungsvoll gestalten konne. Einige ausgelegte amerikanische Zeitungen, sowie der kleine Anzeiger des Berliner Lokalanzeigers, werden als vorbildlich hingestellt. Bei der Besprechung des Plakatwesensverwies Herr Schla ditz auf die ausgestellten Erzeugnisse und bemerkte, daB ein einziger kiinstlerischer Entwurf oft ein betrachtliches Stuck Geld verschlinge und daB in dieser Hinsicht besonders Frankreich und Amerika an der Spitze aller Lander mar- schieren. Verschiedene praktische Winke fur den Satz von ein- und mehrfarbigen Plakaten bildeten den SchluB des Vortrags, der einen lebhaften Meinungsaustausch zeitigte Fur die sich an den Unterrichtskursen beteiligenden Mitglieder machten sich vorberatende Zusammenkiinfte notwendig. In der am 26. Oktober abgehaltenen Sitzung wurde das Ergebnis dieser Vorbesprechungen mitgeteilt. Am Tonplattenschneidekursus, der im Deutschen Buch- gewerbehaus unter Leitung des Herrn Kobbe abgehalten wird, beteiligen sich 62 Berufsangehorige. Der Kursus Skizzieren nach vorhandenem Material, fur welchen ein Raum in der Konigl. Akademie fur graphische Kiinste und Buchgewerbe iiberlassen worden ist, wurde von 76 Herren belegt. Da das Unterrichtszimmer aber nur die Halfte der Teilnehmer fassen kann, so erklarte sich der Leiter dieses Kursus, Herr Carl Ernst Poeschel, bereit, noch an einem zweiten Abend der Woche zu unterrichten. Das Zeichnen nach derNatur,.das gleichfalls in der vorgenannten Akademie stattfindet, haben sich 36 Mitglieder erwahlt. Herr Kirstein hob hervor, daB bei regelmaBigem Besuch der Unterrichts- stunden und eisernem FleiB der Erfolg nicht ausbleiben konne, der von einschneidender Bedeutung fur das fernere Fortkommen jedes einzelnen sei. Hierauf wurde mitgeteilt, daB die von der Typographischen Vereinigung an alle Typo graphischen Gesellschaften Deutschlands gerichtete Auf- forderung zur Beteiligung an dem zweiten internationalen Wettbewerb des Typographischen Studienklubs Briissel iiberall mit Freuden begriiBt worden sei, und daB selbst aus Ungarn, Italien, Schweden, der Schweiz usw. hierauf bezughabendeSchreiben an den Vorsitzendengelangtseien. Hieran anschlieBend sprach Herr Hiibner iiber das Papier, seine Geschichte und Fabrikation, besonders des holzfreien Papiers, wahrend Herr Wendler eine Anzahl der Vereinigung von der FirmaRudolf Fomm geschenkter Pragedrucke einer kurzen Besprechung unterzog. Am 31. Oktober fand eine Besichtigung der Aktienpapierfabrik Crollwitz-Halle statt. Die Erklarungen seitens einiger von der Direktion der Fabrik gestellter Fiihrer gaben hinreichende Gelegenheit, sich ein klares Bild des ganzen Entwicklungsganges von Papier zu machen. Am 9. November hielt Herr Loblich einen Vortrag iiber: Der Notenstich. Einleitend gab Redner ein ausfiihrliches Bild der Vervielfaltigung der Musiknoten, von ihren Anfangen bis zu unsrerZeit, urn alsdann auf den Notenstich selbst einzugehen, wobei er die verschiedenen Arbeitsweisen und Arbeitsstufen eingehend schilderte. Am Schlusse seiner Ausfiihrungen bemerkte Vortragender, dad der Druck der gestochenen Noten nicht mehrwie in friihe- ren Zeiten direkt von der Platte bewirkt, sondern mittels der Steindruckschnellpresse erfolge, indem man die Noten auf Stein umdrucke. Bei sehr geringen Auflagen konne der Druck aber auch von den Zinnplatten selbst auf der Kupfer- druckpresse erfolgen. Zum besseren Verstandnis des Vor trags waren eine gezeichnete, eine geschlagene und eine gestochene (fertige) Platte, ferner die zum Stich benotigten Handwerkszeuge ausgelegt. Am 23. November wurde die Bewertung der von der Typographischen Gesellschaft zu Stettin eingesandten 21 Neujahrskartenentwiirfe, zum Teil sehr gute Leistungen, bekannt gegeben. Die vom Vorstand getroffeneEntscheidung fand dieZustimmungder Versamm- Iung. Hierauf hielt Herr Kirstein einen kurzen Vortrag iiber die zur Ausstellung gelangte Rundsendung des Ver- bandes der Deutschen Typographischen Gesellschaften: Jahresmappe (82 Folioblatter) der k. k. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien. Alsdann sprach Herr Wendler iiber Umwalzungen in der modernen Drucktechnik und zwar zunachst iiber den Druck mittels Elektrizitat, ohne Farbe und Walzen, und alsdann iiber Typographischen Lichtdruck. .]c.. S3 476 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 122