archiv fur buchgewerbe Arbeiten, ausgestellt. Der Vorsitzende unterbreitete den Mitgliedern die beigefiigten Erlauterungen, sowie die Be- sprechungsergebnisse. Im allgemeinen war man mit der Ausstellung dieser Arbeiten zufriedennur das Eine, daB die Drucksachen mitten aus der Praxis sein sollten, gab AnlaB zu einer lebhaften Aussprache, da man eine Zusammen- stellung von taglich vorkommenden Akzidenzarbeiten er- wartet hatte. Die Zelluloidarbeiten von Herrn Albin Weber gelangten am 17. November zur Ausstellung und erbrachten den Beweis, daB der im Zeichnen tiichtige Ton- plattenschneider eine mannigfache Tatigkeit entfalten kann. Sonntag den 20. November fand eine Besichtigung der Sonderausstellung von Werken und Radierungen, Ori- ginalzeichnungen, Exlibris, Buchschmuck usw. des Worps- weder Kiinstlers Heinrich Vogeler im Kunstgewerbe- museum zu Frankfurt a. M. statt. Wds. Posen. Derhiesige Buchdruckerfachverein befaflte sich in der am 26. Oktober stattgehabten Sitzung hauptsachlich mit geschaftlichen Angelegenheiten. Unter anderm be- richtete der Vorsitzende iiber die Vorarbeiten fiir den in Aussicht genommenen Buchfiihrungskursus, dabei hervor- hebend, dafi sich die hiesige Innung fiir das Buch- und Steindruckgewerbe in dankenswertester Weise der Sache angenommen habe und im Verein mit der Handwerks- kammer den geplanten Kursus fiir die Gehilfenschaft durchfiihren werde. Beziiglich der eingelaufenen Wett- bewerbsarbeiten wurde alsdann beschlossen, diese dem Posener Faktorenverein, sowie der Breslauer Typo- graphischen Gesellschaft zur Bewertung zu unterbreiten. Eine Beratung iiber das Stiftungsfest des Vereins, sowie kleinere technische Besprechungen bildeten den Schlufl der Sitzung. -e-. Posen. Der Provinzial-Verein Posener Buchdruckerei- besitzer konnte am 18. November auf ein zehnjahriges Be- stehen zuriickblicken. Zu den aus diesem AnlaB auf den 15. Januar festgesetzten Feierlichkeiten wird auch die Er- offnung einer Drucksachenausstellung gehoren, wie solche bis jetzt in Posen wohl kaum geboten worden ist. Betref- fende Ausstellung, vom Deutschen Buchgewerbeverein zur Verfiigung gestellt, wird im oberen Lichtsaale des neu- eroffneten Kaiser Friedrich-Museum stattfinden und etwa 14 Tage geoffnet sein. -e. Stuttgart. Der Oktober-Lesezirkel des Graphischen Klubs brachte auBer einer Auslage zahlreicher SchriftgieBerei- neuheiten eine weitere Rundsendung des Verbandes der deutschen typographischen Gesellschaften54Tafeln Zellu- loid-Tonplattenschnitte. Der beigegebene lehrreich aus- gearbeitete Bericht, der den Plattenschnitt in seiner Her- stellungsweise bis in die kleinsten Einzelheiten erlauterte, fand ungeteilten Beifall. Das Ergebnis der Bewertung der Entwiirfe zu einer Mitgliedskarte wurde seitens der dazu bestimmten Kommission im November-Lesezirkel bekannt gegeben. Der Vorsitzende verwies in seiner An- sprache nochmals auf die einzelnen Punkte des Preisaus- schreibens und hob besonders hervor, dali mit dem gegen- wartig vorhandenen typographischen Material, wie die Entwiirfe ausweisen,sichkiinstlerischezweckentsprechende Arbeiten herstellen lassen, ohne selbstgefertigte, nur zu oft unkiinstlerische Zeichnungen zu benutzen. Die Zusammen- stellung der Abstimmungsformulare ergab folgendes: 1. Preis Setzer Ernst Maier, 2. Preis Setzer Hermann Maier, 3. Preis FelixSpindler. AuBerdem wurden noch drei ehrende Anerkennungen und sechs lobende Erwahnungen an ver- schiedene Einsenderzuerkannt. Die Entwiirfe miteinem ein- gehend ausgearbeiteten Bericht sollen demnachst als Rund sendung des Verbandes der Deutschen Typographischen Gesellschaften in Umlauf gesetzt werden. Am l.Dezem- ber wurde im Landesgewerbemuseum eine auch fiir die Angehorigen des graphischen Gewerbes interessante Aus stellung eroffnet, bestehend aus literarisch, wie auch typo- graphisch wertvollen Jugendschriften und kiinstlerischem Wandschmuck fiir Schule und Haus. Wien. Die Satzungsanderungen der Graphischen Gesell schaft erhielten die Genehmigung der Regierung, so dafi die Gesellschaft nun an die Einrichtung der Druckerei schreitet, die schon Anfang Dezember ihre Tatigkeit be- ginnen soli. Die Druckerei wird alle ihre Ertragnisse den Gesellschaftszwecken, das ist also der Hebung der tech- nischen und kiinstlerischen Bildung des hiesigen Gehilfen- standes zuwenden. Die Arbeiten sollen vorbildlich werden und auf den Geschmack der Buchdrucker und des Publi- kums EinfluB nehmen. Sollten sich hohere Gewinne er- geben, so sind aus diesen unterstiitzungsbediirftigen Buch- druckergehilfenTeilbetragezuzuwenden. Dasllnternehmen ist geniigend fundiert und hoffnungsfreudig geht die Gesell- schaftsleitung der allerdings nicht leichten Aufgabe ent- gegen, zugleich einen Geschaftsbetrieb, wenn er auch vor- laufig nur einen bescheidenen Umfang haben wird, zu fiihren. Am 22. Oktober fand eine Ausstellung der ein- gelangten 173 Entwiirfe zur Preisbewerbung um eine Mit gliedskarte der Gesellschaft statt. Gleichzeitig wurde auch der Inhalt der diesjahrigen Arbeitenmappe der k. k. Gra phischen Lehranstalt auf den Ausstellungstischen ausgelegt. Die Wettbewerbsentwiirfe zeigten gegen friihere einen be- deutenden Fortschritt, es macht sich die Tatigkeit der von den Graphischen Vereinigungen in den verschiedenen Druckorten gefiihrten Unterrichtskurse bereits sehr gut be- merkbar. Ein Wiener Berufsangehoriger, Herr Maurice Novotny, erhielt den ersten, ein Prager den zweiten und ein Grazer den dritten Preis. Auch auswartige Berufsan- gehorige hatten sich beteiligt und erhielten A. Petzhold aus Halle undAdolfHiickerausZiirich lobende Erwahnung. Die Sitzung am 15. November gab Gelegenheit, die diesjahrigen Johannisfestdrucksachen der meisten deutschen Druckorte kennen zu Iernen. Der Besprechung des Vorsitzenden, sowie dem allgemeinen Meinungsaustausch ware zu ent- nehmen, dab man auch hier wie anderwarts in der iiber- reichlichen Anwendung der dekorativen Linie AnlaB fand, der Herrschaft derselben eine nicht allzulange Dauer vorauszusagen Schriftleitung). Wien. Die Graphische Gesellschaft stellte an denNieder- osterreichischen Buchdruckerverein das Ansuchen um ein Darlehn von 20000 Kronen behufs Fundierung ihrer Druckerei. In der Generalversammlung Ietztgenannten Vereins wurde dieses Gesuch mit Majoritat bewilligt. Die Einrichtung der Druckerei ist dank dem Entgegenkommen mehrerer groBer Maschinenfabriksfirmen und GieBereien in mustergiiltiger Weise zustande gebracht. Der Betrieb beginnt diesen Monat. Fur den Wettbewerb um einen Umschlagtitel des Gesellschaftsorgans liefen 147 Bewer- bungen ein. Den ersten Preis errang Maurice Nowotny in Wien, den zweiten Josef Heilmayer in Wien, den dritten J. Wergandt in Regensburg. Das Wettbewerbsmaterial war diesmal ein sehr schones, nur leider zeigt sich, daB SS 480 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 126