M SlSlMtMlMlMlMlSlSiStSiSlM ARCHIV FUR BUCHGEWERBE nen Biicher- und Zeitschriftenschau; verschiedene Eingange. ver. einesteils die Satzarbeit gegeniiber der zeichnerischen ganz Vorteile des die Lithographie immer mehr aus dem Felde ejn. ungerechtfertigt zuruckgedrangt wird und weiter, daR die drangenden Drei- und Vierfarbendruckverfahrens hinwies ln(j. Riicksichtnahme auf die Druckausfuhrung sehr oft zu ver- und betonte, wie der Holzschnitt der fruheren Zeit jetzt hen missen ist. WeiRer Druck auf dunklem Papier ist ja recht allenthalbennamentlich in den Familienjournalen und em. wirkungsvoll und wardarum in den Entwiirfen viel zu finden, Wochenzeitschriften, der Autotypie Platz machen miisse. hie wie aber der Drucker damit zurecht kommt, ist eine andre Die Heliograviiren, welche die Meisterwerke alter und neuer ius. Frage. P.-t. Kiinstler so wunderbar wiedergeben,sind ebenfalls auf dem rp0. Zurich. Auf die Mitglieder der Typographischen Gesell- Gipfel hochster Vollkommenheit angelangt. - Am darauf- iem schaft iibte die am 15. November veranstaltete Ausstellung folgenden Sonntag besichtigte die Typographische Gesell- von Chromotypien (Drei- und Vierfarbendrucken), Auto- schaft die Kunstausstellung der Gottfr. Keller-Stiftung in sen. typien, Strichatzungen und Heliograviiren der Kunst- der Henneberg-Galerie. Eine weitere Ausstellung, um- dafi anstalten Meisenbach, Riffarth Co. in Miinchen eine fassend fast siimtliche deutsche Buchdruckmaschinen- erej groRe Anziehungskraft aus. Ein fiir diesen Zweck geeig- fabriken von Bedeutung, fand am Freitag den 2. Dezember be- neter groRer Saal war dicht gefiillt. Die vielen nach Ge- statt. Herr Maschinenmeister Bay begleitete die Ausstel- den maiden alter Meister hergestellten Heliograviiren aller- lung mit einem Vortrag iiber die maschinelle und illustra- ;ch- grofiten Formats erweckten insbesondere ungewohntes five Entwicklung des Buchdrucks. Auch dieser Abend Pen- Interesse. Herr Oberfaktor Bruckner beleuchtete die so verlief sehr interessant und erwarb der Gesellschaft neue den zeitgemaRe Ausstellung, indem er in kurzen Worten auf die Freunde. forward. bli- er- ich- iell- ;nt- H Urvaterhort, Die Heldensagen der Germanen. Von Max einzige was mich an dem technisch sonst einwandfreien for- Koch und Andreas Heusler. Verlag von Martin Oldenbourg Buche stort, sind die auf dem Haupttitel und an weiteren zu in Berlin. Preis M. 20.Im Jahre 1900 erschien im glei- dreiStellen vorkommenden lichtenVersalzeilen,die in ihrer ein- chen Verlage das Prachtwerk Walhall, Die Gotterwelt der Wirkung und in ihrer Form zu der Textschrift in starkem yiit- Germanen, das wir als eine graphische Leistung ersten Gegensatze stehen. Das vollkommene Druckwerk macht nch Ranges bezeichneten. Es freut uns nun sehr, gleich zu An- dem Verfasser, dem Kiinstler, dem Verleger, sowie der ;ra. beginn sagen zu konnen, daR uns der Verlag von Martin chemigraphischen Anstalt und der Buchdruckerei alle Ehre ggp Oldenbourg in Berlin mit dem vor einigen Wochen neu er- und diirfte auch sicherlich iiberall ungeteilten lebhaften An- be- schienenen Werk: Urvaterhort, Die Heldensagen der Ger- klang finden. Jedem, der sich oder anaern eine wahrhaft ^on manen, wiederum eine graphische Musterleistung der gediegene und wertvolle Weihnachtsgabespenden will, dem len Technik und der Kunst auf den Tisch gelegt hat, die un- sei die Anschaffung dieses Buches empfohlen. H. Sch. be- umwundene Anerkennung verdient. Andreas Heusler hat W Schwab,Gottfried, Wolkenschatten und Hdhenglanz und •jce in Urvaterhort die Heldensagen der Germanen nach- Gedichte aus dem Nachlafi. Mit Steinzeichnungen und Buch- ,nd erzahlt und das Vorwort geschrieben. Max Koch aber hat schmuck von J. V. Cissarz. Augsburg 1904. Verlag von an- die alten Heldengeschicke zu farbigem Leben auferweckt Lampart Co. Auf den prachtigen Inhalt dieses Buches aus und es meisterhaft verstanden, die sprechenden inhalts- hier naher einzugehen ist leider nicht moglich, da hierfur Die vollen Augenblicke festzubannen. In einem farbenreichen andre Fachzeitschriften berufen sind, wahrend an dieser Ten Einbande sind etwa 60 Seiten enthalten, auf denen so- Stelle nur die Ausstattung des Werkes in Frage zu kommen irte wohl ganzseitige als auch kleinere farbige Bilder in groRer hat. Die kunstlerische Gestaltung des Buches hat bereits en, Zahl den Hauptraum einnehmen. Die Wiedergabe der Herr Stefan Steinlein auf S. 462 dieses Heftes gestreift, ich ;nt- farbigen Illustrationen erfolgte in Vierfarbendruck, fiir den will hier nur noch bemerken, daR J. V. Cissarz in Darmstadt, ,er- die graphische Kunstanstalt G. Biixenstein Co. in Berlin dem das Buchgewerbe schon so manche prachtige Gabe nih die erforderlichen Druckstocke in technisch vollendetster zu verdanken hat, hier eine gleichmaRige Gesamtleistung uer Weise anfertigte. Den Satz und Druck besorgte die Buch- geschaffen hat, die unumwundene Anerkennung verdient druckerei W. Biixenstein in Berlin, die Mustergiiltiges ge- und die wohl die beste aller seiner buchgewerblichen ler. leistet hat, vor allem in der Herstellung der Vierfarben- Arbeiten ist. EineFiille vonTitelblatternundUmrahmungen, ejn drucke, die zu den allerbesten auf diesem Gebiete gehoren. einige Zierleisten sowie eine groRere Anzahl in Zeichnung rer Die farbigen Bilder wirken insbesondere durch die vorziig- und in Farbe sehr gute Steinzeichnungen (gedruckt von H. liche Ausgleichung der Farben keineswegs hart wie Farben- Hohmann in Darmstadt) schmiicken das Buch und machen Die drucke im allgemeinen, sondern sie sind gut abgerundet es mit seinem prachtigen stimmungsvollen Vorsatzpapier, ien und von ausgezeichneter Wirkung. Die prachtigen Illustra- sowie mit der sehr hiibschen, in der Farbe leider zu siiR- ien tionen schmiegen sich der verwendeten sehr deutlichen und lichen, Einbanddecke zu einem in sich abgeschlossenen ieb kraftigen Werkschrift Germanisch vorziiglich an. Die Ein- Ganzen von hohem kiinstlerischen Werte. Die Herstellung len ordnung der Bilder geschah mit feinem Verstandnis, so daR des Satzes und des Druckes lag in den Handen der Firma er- e'ne ruhige und vornehme Wirkung jeder einzelnen Seite Theodor Lampart in Augsburg, welche die ihr gestellte in erzielt wurde. Die diesem Hefte beigegebene Bildprobe Aufgabe ausgezeichnet gelost hat. Auf einem kraftigen ten vcranschaulicht das Gesagte nur teilweise, immerhin aber Biittendruckpapier von gelblicher Farbung ist die Schrift var w'rd sie den Beweis erbringen, daR das Werk Urvaterhort in einem Blau-Grau, die Umrahmung aber in einem tiefen [afi e'ne ganz hervorragende Ausstattung aufzuweisen hat. Das Ockerton sehr sauber und sorgfaltig gedruckt und so eine IS 481 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 127