kssssssssssbsssssss archiv fur buchgewerbe mmmmmmmmnm damit einerseits den einzelnen Teilnehmern keine zu hohen Kosten erwuchsen, andrerseits aber auch mit aller Bestimmtheit auf eine Deckung der Ausgaben durch die Einnahmen gerechnet werden konnte. Der AusstellungsausschuG hatte reichlich Arbeit, jedoch bereits am 15. April 1903 konnten die Aufforderungen zur Beteiligung an der Ausstellung an diejenigen Firmen ergehen, die entsprechend den festgelegten Grundsatzen ausgewahlt worden waren. Am 1. Juli 1903 lief der Anmeldetermin ab, aber nur 34 Firmen hatten ihre Teilnahme angemeldet. Nun gait es, diejenigen Geschafte, auf deren Beteili gung Wert gelegt werden mufite, durch Briefe oder personliche Riicksprache zu gewinnen. Viele Reisen muGtengemacht werden, nicht wenige waren erfolglos. Bedauerlich war es, dafi eine Anzahl der groGten und angesehensten Firmen wie Brockhaus, Cotta, Union, Giesecke Devrient, Parey und viele andre sich vollstandig fernhielten und nicht zu gewinnen waren. Aber das Werben hatte doch Erfolg, denn Ende Sep tember waren fur die Buchgewerbliche Gruppe 78 Teilnehmer gewonnen, deren Erzeugnisse geeig- net waren, die Bedeutung und die hohe Entwicklung des deutschen Buchgewerbes in geeigneter Weise zu veranschaulichen. Nur ein buchgewerb- licher Geschaftszweig, dessen Leistungen ganz ausgezeichnete sind, war noch nicht oder so gut wie gar nicht vertreten. Es war dies die photome- chanischeReproduktions- technik. Der Buchgewer- bevereinschriebdaheram 7. Oktober 1903 an den ersten Vorsitzenden des Bundes der Chemigraphi- schen Anstalten Deutsch- lands, Herrn Kommer- zienrat Biixenstein in Berlin, und regte an, in der demnachst stattfin- denden Hauptversammlung iiber die Veranstaltung einer Kollektivausstellung beraten zu wollen. Der Reichskommissar unterstiitzte aufWunsch des Buch- gewerbevereins dessen Anregung, und den Be- miihungen des Flerrn Kommerzienrat Biixenstein gelang es dann, die in der Hauptversammlung an- wesenden Mitglieder zu dem BeschluG zu bewegen, auf der Weltausstellung in St. Louis eine Kollektiv ausstellung des Bundes der Chemigraphischen An stalten Deutschlands zu veranstalten. So waren nun dieHauptzweige des deutschen Buch gewerbes zum friedlichen Wettstreit mit den andern Nationen vereinigt. Neben der Gewinnung der Teilnehmer war aber noch die wichtige Frage der Raumverteilung zu losen Zahlreiche Beratungen fanden in Berlin bei dem Herrn Reichskommissar statt, bis endlich am 20. Ok tober 1903 die entscheidende Sitzung stattfand, in der zunachst die Reichsdruckerei die nicht hoch ge- nug anzuerkennende Erklarung abgab, dafi sie im Interesse der Allgemeinheit auf eine Sonderausstellung verzichten und sich der grofien allgerneinen Gruppe anschliefien werde. Es wurde dann endgiiltig derDeut- schen Buchgewerblichen Gruppe in dem Gebaude fiir Freie Kiinste ein Raum von 1250 qm zugeteilt, der Kollektivausstellung des Bundes der Chemi graphischen Anstalten aber im Deutschen Hause ein sehr giinstig gelegenes Zimmer von etwa 70 qm Bodenflache iiberwiesen. Die erforderlichen Bau- arbeiten wurden Herrn Architekt Mohring in Berlin iibertragen und hierfiir, sowie fiir Beschaffung des Mobiliars usw. ein Betrag von M. 40000 bewilligt. Verschiedene Plane wurden ausgearbeitet, bis end lich eine in ihrer Art gefallige Einrichtung und Aus- stattung des Ausstellungsraumes zustande kam, deren Ausfiihrung nicht iiber den vom Buchgewerbeverein bewilligten Betrag von M. 40000 hinausging. Nun konnte endlich mit der Raumverteilung fiir die einzelnen Aussteller begonnen werden, eine Arbeit, die gleichfalls nicht ganz leicht zu er- ledigen war, da es gait, die Wiinsche von mehr als 80 verschiedenen Firmen nach Moglichkeit zuberiicksichtigen.Nach- dem zu dieser Raumver teilung die zustandigen Herren des Reichskom- missariats ihre Zustinm mung gegeben hatten, konnte Mitte Dezember 1903 nahezu alien Fir men, die ihre Beteiligung angemeldet hatten, mitgeteilt werden, daG sie zur Ausstellung zugelassen und die Ausstellungsgegen- stande bis Ende Januar 1904 einzuliefern seien. Diese Einlieferfrist war mehr denn kurz, aber trotz- dem sandten alle Teilnehmer, bis auf drei oder vier Geschafte, ihre Ausstellungsgegenstande so recht- zeitig ein, daG ein Zeitverlust nicht entstand. Nun begann fiir den Buchgewerbeverein die Haupt- arbeit, die Fertigmachung der Ausstellungsgegen stande, sowie derenVerpackung. Buchbinder,Rahmen- macher, Firmenschreiber und andre Gewerbtreibende trateninTatigkeit. Die an den WandflachenundTischen unterzubringenden Einzelblatter muGten, je nach ihrer Abladen von Ausstellungskisten Aufgenommen am 25. April 1904 tS 416 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 12