Hpn vergroBert wieder, und ftigen iiber demselben auch die im Archiv gegebene Notiz bei. Es ist in der VergrbBerung uberall bei Ziffer 2 deutlich zu sehen, daB die Linie der Schrift nicht auf der Mitte des Bildes der feinen Messinglinie, sondern meist sogar nocli iiber deren oberer Bildgrenze steht. Die Schrift- linie ist also nicht, wie angegeben und wie es sein sollte „um voile Punkte vom Kegelrande abstehend" Den sichersten Beweis dafur, daB die Annahme der Bildfette mit J/4 Punkt unrichtig ist, erbringt die auf Seite 303 des Archiv unten vorgefiihrte Darstellung des Oenzsch Heyse1 schen Systems selbst. Hier zeigt sich deutlich, daB die Messinglinie, wenn sie gut und sauber gedruckt, also unter normalen Druckverhaltnissen wiedergegeben wird, nacli System Oenzsch Heyse zu knapp, also zu hoch steht, daB die Schrift also unter die Linie hinuntergeht. (Auch diesen Abdruck geben wir photographisch vergroBert wieder). Auch auf der groBen Tafel der Denkschrift Oenzsch Heyse ist da, wo die Linie auf dem starken weichen Papier normal gedruckt ist, die gleiche Wahrnehmung zu machen. VergroBerte Darstellung aus dem Augustheft des „Archiv" Beispiel fur den zu tiefen Stand der Schriftlinien nach System Oenzsch Heyse Unseres Erachtens ist, wie gesagt, diese theoretische Eigenart des Oenzsch Heyse1 schen Systems fur die Druckpraxis von keiner wesentlichen Bedeutung, denn es wird selbst fur ein gutes Auge eine so kleine Abweichung, urn die Halfte des Bildwertes der feinen Messinglinie 0,07, also siebenhundertstel Punkt, und mehr ist es tatsachlich nicht, kaum wahrnehmbar sein. Der Leser urteile selbst, indem er die auf voile Punkte stehenden Hpn des folgenden Beispiels pruft. Hpn Hpn Hpn Hpn Hpn Hpn Hpn Hpn Hpn Hpn Hp Normalschriftlinie von Schelter Giesecke mit Abstand von ganzen Punkten vom unteren Kegelrand Aber selbst zugegeben, es diirfe der gewissenhafte ScliriftgieBer und Buchdrucker diese Ab weichung durchaus nicht vernachlassigen, wie lange wiirden dann die Voraussetzungen fur solche Feinheiten in der Praxis tatsachlich bestehen? Man bedenke nur, daB doch eben alles lrdische wandel- bar ist und daB die Abnutzung und der Verschleifi unser Druckmaterial nicht genauer macht. Ab- genutzte Schrift wird breiter und fetter im Bild, mithin riickt die Linie solclier abgenutzten Schrift nach unten. Die widerstandsfahigere Messinglinie folgt dieser Verschiebung niclit so sclinell, sie wild aiso scharfer oder holier stehen bleiben. So lange man eben mit Material rechnen muB, das fortgesetzteii Veranderungen unterworfen ist, so lange man ferner nicht imstande ist, eine Norm fur die Menge und Starke der Farbe und der Druckstarke festzusetzen, so lange ist eine Wertbemessung der feinen Messinglinie zum mindesten problematisch. Wie stellt sicli nun aber der ScliriftgieBer zu dieser Frage? Die Praxis verlangt einfache und sichere Metlioden, Methoden, die auch den kleinen Oewerbetreibenden in die Lage versetzen, gut und sicher arbeiten zu konnen. Fur letzteren ist es eine verhaltnismaBig einfache Sache, sich in ganze Punkte auslaufende MeBklotzchen herzustellen, niclit jeder aber ist mit MeBeinrichtungen ausgestattet, mit denen er 0,07 (nach Schelter Giesecke) oder 0,125 Punkt (nacli Oenzsch Heyse) leicht bestimmen kann. Auch die Prufung der Linie auf ilire Richtigkeit wird durch MeBmittel, die mit einem solchen Bruch gewissermaBen behaftet sind, gewiB nicht erleichtert.

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 140