m m (falsch) (richtig) abschlieGen, sondern man wird stets noch einen „Konus", wie der Fachmann sagt, stehen lassen. (Vgl. Abbildung B), denn auf diese Weise vermeidet man gewisse Schwierigkeiten beim Fertigmachen der Schriften, man gibt den feinen Schraffierungen den gehorigen Schutz und vermeidet ferner eine gar zu leichte Beschadigung der Schriften im Gebrauch. Es ist weiter notig, daB ein gewisser Spielraum ver- bleibt zum Ausgleich fiir die durch die Universallinie bei verschiedenen Kegeln bedingte ungleiche Verteilung des Kegels oberhalb und unterhalb der Linie, denn wie die Tafel auf S. 16 der auf zeichnerischem Wege bestimmten Bild- und Kegelstellung zeigt, kann diese Kegelverteilung keine regelmaBige sein, da ja die Forderung des 1 Punktausgleiclis bei proportionaler Bildsteigerung mehr freien Kegelraum einmal oberhalb der Versalien und Oberlangen, ein anderes mal auch unterhalb der Unterlangen verlangt. Bei den meisten Kegeln der von Qenzsch Heyse in ihrer Schriftstaffel dargestellten Versal H wird diesen vorerwahnten Forderungen einigermaBen entsprochen. Bei Kolonel und Korpus jedoch konnen diese Bedingungen nicht erfullt werden, denn in diesen ist, urn uberhaupt zu einer Abstufung gegeniiber den tibrigen Kegeln zu gelangen, der Oberlangenraum schon durch das Schriftbild des H derart voll ausgenutzt, daB es gar nicht moglich ist, zu diesen Textschriften entsprechende Auszeichnungs- schriften zu schaffen. Wie wir in der Praxis gefunden, betragt die Summe dieser Abziige von dem Oberlangenraum mindestens V14 der H-Grohe (vgl. auch Tabelle S. 15). Zieht man nun dieses not- wendige Vi4 vom Oberlangenraum der Qenzsch Heyse"schen Kolonel, also von 5,13 Punkten, und vom Oberlangenraum der Korpus, also von 7,13 Punkten ab, so erhalt man die hochst zulassige GroBe fiir das H einer Koloneltextschrift mit 4,76, das der Korpus mit 6,62. (Tatsachlich miGt das H der Kolonel bei Genzsch Heyse ziemlich genau 5, das H der Korpus 6,8 Punkte.) Diese MaGe sind also zu groB fur den zur Verfiigung stehenden Raum. Wird das Korpus-Fl des Systems Qenzsch Heyse richtig bemessen, so wird es nur wenig groBer wie das H der Bourgeois, welches 6,4 Punkte groB ist. Damit ist dargetan, daB die H der Genzsch Heyse"schen Kolonel und Korpus nur unter AuBer- achtlassung der notwendigsten Bedingungen so groB geschnitten werden konnten, wie sie die Staffel- schrift zeigt. Die Qenzsch Heyse"schz Korpus ist mithin eigentlich nur eine Bourgeois mit ver- groBerten Gemeinen, also gewissermaBen eine grobe Bourgeois. Aber auch sonst befindet sich diese Bildverteilung der Bourgeois und Korpus im Widerspruch mit derjenigen Regel, die Genzsch Heyse in ihrer Denkschrift, Seite8, fiir diese Verteilung selbst aufstellen: „Diese Verhaltnisse*) sind bei Feststellung der MaBe fiir neu zu schneidende Schriften beruck- sichtigt, indem die Unterlangen allgemein so bemessen wurden, daB sie in keinem Grad den Raum von der Linie bis zur Kegelgrenze tiberschreiten. Wenn wir nun den so den Unterlangen ange- wiesenen Raum auch von der oberen Kegelgrenze abwarts wegnehmen, so erhalten wir den Raum zwischen beiden als Maximal-m-GroBe fiir alle Schriften, die auf Universallinie gegossen werden. Die Oberlangen ragen in einer derart geschnittenen Schrift genau so weit iiber die m-Hohe hinaus, wie die Unterlangen dariiber hinabreichen." Wenden wir nun diese Regel auch fiir die Oberlange einmal praktisch auf die Bourgeois und Korpus des Genzsch Heyse"schen Systems an. Es zeigt sich dann, daB die Bourgeois mit einem 2-Punkt-Unterlangenraum und mit einem gleichgroBen Oberlangenraum richtig nach der Regel bemessen ist. In Bourgeois Korpus der Korpus dagegen miBt der Unterlangenraum 3 Punkte. Demzufolge miiBte nach Genzsch f/eyse'schen System jjg oberlange auch 3 Punkt Raum einnehmen. Es wiirde dann, wie es die bei- gefugte Abbildung zeigt, das Bild der Gemeinen der Bourgeois ungefahr 5 Punkte, das der Korpus aber nur ungefahr 4 Punkte groB werden. Das ware doch wohl die verkehrte Welt! Urn sich aus dieser schlimmen Lage, die sich nach der Regel ergeben wiirde, herauszuhelfen und urn uberhaupt einen BildgroBenunterschied zwischen der Bourgeois und Korpus mit ihrem gleichen Beziffert sind sie nicht, sondern nur aus der bildlichen Darstellung zu entnelimen. 2 12

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 144