/ko a Z K H Ba 25 halbfette Auszeichnungsschrift /^j Systemen eigne Bewertung der Ober- und Unterlange erscheint uns nicht richtig. Nach den allgemeinen bisher bestandenen Anschauungen uber dieses Verhaltnis und nach der seitherigen Gepflogenheit, wie dieses ja die Verfechter des Berliner Systems ebenfalls betonen, wurde die Unterlange stets bald mehr bald weniger kurzer gehalten als die Oberlange. Diese Gepflogenheit diirfte doch wohl darauf zuruckzufuhren sein, daB alle Schriftzeichner und Schriftschneider diese Kurzung als ein Gebot der Asthetik in gleichem MaBe empfunden haben werden. Merkwiirdigerweise wird auf diese Gepflogenheit auch von Genzsch Heyse in ihrer Propagandaschrift hingewiesen! Es heiBt dort, daB manche Stempel- schneider aus den angegebenen Grunden die Unterlange kurzer zu schneiden pflegen als die Oberlange. Die Firma Genzsch Heyse hat dieser asthetischen Bedingung selbst stets Rechnung getragen. Die Unterlangen ihrer verschiedenen Buchschriften sind um 1/10 bis um 1/7 kurzer als die entsprechenden Oberlangen, in den groBeren Schriftgraden iiber Cicero sogar bis um 1/4. Nichtsdestoweniger lassen Genzsch Heyse diese auf Erfahrung und Ubung sich stutzenden Verhaltnisse ganzlich unbeachtet und stellen mit ihren neuen Ausfuhrungen in ihrer DenkschriftgewissermaBen neueGesichtspunkte fur dieses Verhaltnis auf. Wir meinen, mit Unrecht, denn wir konnen uns nicht denken, daB die asthetischen Be- dingungen, die doch zu den friiheren Verhaltnissen gefiihrt haben, andere geworden sind, und daB die Anschauungen hieriiber sich so wesentlich geandert haben sollen. Diese neu aufgestellten Grundsatze sind auch nirgends anders zu finden und die sogenannten Kiinstlerschriften, wie die Eckmann- und Behrensschrift, schlieBen sich durchaus dem friiheren Verhaltnis an, wie wir noch spater sehen werden. In unserem System bewerten wir die Unterlange mit der Oberlange und fur den oberhalb des Buchschrift-H notigen Raum fur halbfette und fette Schriften, deren Rundungen und fur den notigen Spielraum zur Verteilung des Kegels ober- und unterhalb der Linie, ferner fur den ober- und unterhalb des Bildes notigen Konus wird von uns ein auf Grand langjahriger Erfahrungen gewonnener Wert von 1/20 des Kegels eingesetzt. An der Hand dieser Verhaltnisse gelangen wir zum Zweck der Be- rechnung der GroBe des normalen Buchschrift-H zu der weiter unten folgenden Gleichung, in der die betreffenden Buchstaben folgende Werte bezeichnen. K Kegel Z Zugabe fur Auszeichnungsschriften (oberhalb Versal H) H Versal H a b Ausgleich fur ungleiche Kegelstellung (ober- und unterhalb der Linie) G Gemeines m (x) Lo Abstand der Linie vom oberen Kegelrand O Oberlange Lu Abstand der Linie vom unteren Kegelrand U Unterlange B BildgroBe von Oberkante H bis Unterkante g ko obere Kante (Konus) BA= BildgroBe einer Auszeichnungsschrift von Oberkante O bis Unter- ku untere Kante kante g 0,25.. Q.75. '1,5 30 2 28,25: HHOmgh 0,25 Wertverhaltnisse der Einzelteile des Kegels nach dem System Schelter Oiesecke Zum besseren Verstandnis verweisen wir auf die Abbildung, in der obige Wertverhaltnisse dieser Einzelteile bildlich dargestellt und auBerdem ziffernmaBig angegeben sind und nach der sich verhalt: G H 2113 U 0 2/8o 6 Z 1/14 H G O 138 H U 216; U== 6/21 H ko ku-f a b= 1/20 K 14

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 146