ernst nehmen sollte. MuB es nicht die vornehmste Aufgabe eines jeden Verlegers sein, gleichviel ob er eine Zeitschrift, einen Roman oder irgend ein anderes Druckwerk zu seinen Verlagswerken zahlt, eine moglichst groBe und deutliche Schrift fur seine Drucksachen anzuwenden, um dem Auge die groBte Schonung angedeihen zu lassen und dem Leser die Aufnahme des geistigen Inhalts moglichst zu er- leichtern? Ja, wir meinen, fur jeden, der nach dieser Richtung hin irgendwelchen EinfluB auszuuben imstande ist, ware es Pflicht und eine nationale Ehrensache, dafiir zu sorgen, daB die zum groBen Teil durch Undeutlichkeit unsrer Buch- und Zeitungsschriften verschuldete ubermaBige Kurzsichtigkeit der „brillentragenden Nation" nicht noch weiter um sich greife. Wenn die Bedingung einer moglichst groBen und deutlichen Schrift nicht immer in Erfullung geht, so ist es leider immer die Raumfrage und der fatale Geldpunkt, die dem entgegenstehen und die leider zumeist bei Bestimmung der Schrift den Ausschlag geben. Aber in irgend einer Weise muB sich schlieBlich doch der Verleger zu helfen suchen, wenn er die Forderung nach moglichster Deutlichkeit nicht so ohne weiteres beiseite setzen will; er muB also schon auf ein relativ groBes Schriftbild zukommen. Unter einem solchen kann man aber doch nur ein gunstiges Verhaltnis der Gemeinen zu den Versalien verstehen, denn die Versalien treten doch den Gemeinen gegeniiber stets zuriick. Das zeigt sich ja schon in dem Verhaltnis ihrer Anwendung. Kommen doch nach einem normalen GieBzettel auf 1000 Gemeine nur 92 Versalien. Man wird daher wohl zugeben mussen, daB von zwei Schriften gleichen" Kegels, deren Versalien gleich hoch sind, die- jenige leichter lesbar ist und auf groBere Entfernungen sicherer wahrgenommen werden kann, welche die groBeren Gemeinen besitzt. Es ist gewiB richtig, daB die Ober- und Unterlangen bei der- artigen Schriften mit groBen Gemeinen verhaltnismaBig kiirzer erscheinen, und daB der weiBe Raum zwischen den Zeilen abnimmt. Sobald die Oberlange und Unterlange in solchen Schriften aber noch geniigend deutlich ausgebildet wird, so konnen dem Auge keine besonderen Schwierigkeiten erwachsen, sobald diese Schriften nicht in einem iibermaBig breiten Format angewandt werden. Es ist so gut wie selbstverstandlich, daB man derartige Schriften nicht ungespalten auf ein Format von 6 8 Kon- kordanzen bringt, denn hierbei wiirde allerdings das Auge insofern leicht ermiiden, als es Miihe haben wiirde, sich schnell von der einen Zeile zur andern zu finden. Solche Schriften werden daher auch meist fur kurze Zeilenlangen und in der Hauptsache zum Zeitungsdruck verwendet. Und gerade fur die Zeitung, die fur die meisten Menschen die einzige Quelle geistiger Nahrung ist, kann jeder Leser eine moglichst groBe und deutliche Schrift verlangen, die sein Augenlicht schont und behiitet. Wir mussen daher dabei stehen bleiben, daB nur das groBe Bild der Gemeinen die Schrift deutlicher und lesbarer macht, und dariiber hilft auch der friiher zum Ausdruck gebrachte Wunsch nicht hinweg, in Zukunft keine Schrift mit groBem Bilde auf kleinen Kegel zu gieBen und keinesfalls einen groBeren Grad auf einen kleinen Kegel zu bestellen. Nach unserer Ansicht sollte das Verhaltnis der Gemeinen zu den Versalien im umgekehrten Verhaltnis zur GroBe des Kegels wachsen, also das Gemeine einer Perl- schrift relativ groBer sein als das einer Petit oder Korpus. Die Deutlichkeit und Lesbarkeit der nach- stehend abgedruckten Perl und Kolonel Schriften gegeniiber den Schriften alteren Schnittes diirfte in der Hauptsache der groBen und deutlichen Gestaltung der Gemeinen mit zuzuschreiben sein. 19 Die sogenannte Linie und Weite der Schrift wird von der teclmischen Oberleitung nach sorgfaltig envogener PrOfung festgesetzt, die Matrizen nacli dieser Angabe genau justiert, jede etwa notig wer- dende Korrektur an der Matrize selbst vorge- nomnien, so daB der GieBer ohne weiteres Zutun seinerseits die richtige Linie und Stellun^ jedes einzelnen Buchstabens zu gieBen imstande ist. So erreicheu wir nicht nur eine stets gleiclimtiBige Glite des Gusses, sondern auch eine gennue t)ber- einstiinmung der Lieferung mit den vorliegenden Perl Antiqua 17 Die sogenannte Linie und Weite der Schrift wird von der technischen Oberleitung nach sorgfaltig erwogener Priifung festgesetzt, die Matrizen naeli dieser Angabe genau justiert, jede etwa notig werdende Korrektur an der Ma trize selbst vorgenommen, so dafi der GieBer ohne weiteres Zutun seinerseits Kolonel Antiqua 18 Die sogenannte Linie und Weite der Schrirt wird von der technischen Oberleitung nach sorgfaltig erwogener PrQfung festgesetzt, die Matrizen nach dieser Angabe genau justiert, jede etwa notig werdende Korrektur au der Matrize selbst vorgenommen, so daB der GieBer ohne weiteres Zutun seinerseits die richtige Liuie und Stellung jedes einzelnen Buchstabens zu gieBen imstande ist. So erreichen wir nicht nur eine stets gleichmilBige Gttte des Gusses, sondern auch eine genaue Obereinstinimuug der Lieferung mit den vorliegenden Schriftmustern. Samtliche iu diesem Buche vorgefiihrteu Schriften sind so benutzt, Perl Antiqua 16 (alterer Schnitt) Die sogenannte Linie und Weite der Schrift wird von der technischen Oberleitung nach sorgfaltig erwogener Priifung festgesetzt, die Matrizen nach dieser Angabe genau justiert, jede etwa notig werdende Korrektur an der Matrize selbst vorgenommen, so dass der Giesser ohne weiteres Zutun seinerseits die richtige Linie und Stellung jedes einzelnen Kolonel Antiqua 15 (alterer Schnitt) Die sogenannte Linie und Weite der Schrift wird von der technischen Oberleitung nach sorgfaltig erwogener Priifung festgesetzt, die Matrizen nach dieser Angabe genau justiert, jede etwa notig wer dende Korrektur an der Matrize selbst vorge nommen, so daB der GieBer ohne weiteres Zutun seinerseits die richtige Linie und Stellung jedes ein zelnen Buchstabens zu gieBen imstande ist. So er reichen wir nicht nur eine stets gleichmaBige Gute des Gusses, sondern auch eine genaue Uberein- stimmung der Lieferung mit den vorliegenden Perl Antiqua 20 Die sogenannte Linie und Weite der Schrift wird von der technischen Ober leitung nach sorgfaltig erwogener Prii fung festgesetzt, die Matrizen nach dieser Angabe genau justiert, jede etwa notig werdende Korrektur an der Matrize selbst vorgenommen, so daB der GieBer ohne weiteres Zutun seinerseits die rich- Kolonel Antiqua 20

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 151