a 8888SS88S8SS88SS88&3 archiv fOr buchgewerbe mmmmmmmmmu GroBe entweder einzeln oder in Tableaux vereinigt, unter Glas gerahmt werden. Zunachst muBte daher festgestellt werden, was kann auf dem Raume des betreffenden Ausstellers untergebracht werden? War diese Frage erledigt, dann muCten die Tableaux an- geordnet, fur den Buchbinder eine Skizze angefertigt, die Form und die GroBe des Passepartouts be- stimmt, fur den Rahmenmacher aber die genaue AuflengroBe der Rahmen, deren Profil und Farbton angegeben werden. Die GroBe und Zahl der Firmen- schilder muBte genau ausgerechnet, sowie Skizzen fur Regale, Glaskasten und vieles andre gefertigt, sowie die Bestellung gemacht werden, alles Arbeiten, derenErledigung unendlicheZeit undMiiheerforderte. Nur durch reichliche Zuhilfenahme der Abende war die Bewaltigung dieser Arbeiten moglich, denn in einem Zeitraume von etwa 4 Wochen muBten etwa 160 Passepartouts, 567 kleine und groBe Bilderrahmen, verschiedene besondere Tischlerarbeiten, sowie 120 Firmenschilder aus geschliffenem facettierten Glas angefertigt werden. Ferner muBten, und zwar in der kurzen Zeit von 14 Tagen, aus etwa 2000 Gegen- standen die besten Bucher, Akzidenzarbeiten, Litho- graphien, Schriftproben,Wandbilder usw. fur die Son- dergruppen Buchkunst und Kunst im Leben des Kindes ausgewahlt undzu- sammengestellt werden. Neben diesen Arbeiten liefen diejenigen der Ver- packung. Die wenigste Miihe machte dem Buch- gewerbeverein der Ver- sandt des Ausstellungs- mobiliars, das direkt von der liefernden Firma ver- packt und am 17.Februar in44Kistennach Amerika abgesandt wurde. Aber die Verpackung der Ausstellungsgegenstande selbst machte Arbeit ge- nug. Es muBte nicht nur fur zweckmaflige Packart, sondern auch dafiir ge- sorgt werden, dafi moglichst das Zusammengehorige in den einzelnen Kisten vereinigt wurde. Insgesamt waren in Leipzig etwa 130 umfangreiche Kisten zu verpacken, deren Transport von Leipzig nach St. Louis iiber Mk. 6000 kostete. Am 24. Marz 1904 ging die letzte grofle Sendung Ausstellungsgiiter ab, und zwar von Hamburg aus mit dem Dampfer, den auch Herr Degener, Ausstellungsbeamter des Deut schen Buchgewerbevereins, fiir seine Uberfahrt nach Amerika benutzte. Fur den Deutschen Buchgewerbeverein war nun etwas Ruhe geworden, es gait nur noch die nach- Ansicht des Kistenlagerplatzes Aufgenommen am 25. April 1904 traglich eingehenden Gegenstande zu grofieren Sen- dungen zu vereinigen und den Sonderkatalog zu be- arbeiten. In Amerika hatte Herr Degener aber um so starker zu tun. Am 1. Mai 1904 sollte die Aus- stellung eroffnet werden, die ersten Ausstellungs gegenstande trafen jedoch erst am 11. April 1904 an Ort und Stelle ein. Welche Unsumme von Arbeit nun aber dazu gehort die Ausstellungsgegenstande von 78 Firmen, sowie von drei Sondergruppen in 19 Tagen ordentlich aufzubauen und anzuordnen, das kann nur der ermessen, der einmal personlich das Durcheinander auf einer Weltausstellung kurz vor deren Eroffnung kennen lernte. Die hier wieder- gegebenen Ansichten von dem Abladen und Lagern der leeren Kisten durften aber auch dem Unein- geweihten wenigstens ein schwaches Bild von dem herrschenden Wirrwar geben. Der Eroffnungstag der Weltausstellung riickte immer naher und fiir den Buchgewerbeverein muBte es sehr fraglich sein, ob an diesem die von ihm ver- anstaltete Gruppe fertig sein werde. Da traf am 30. April 1904 Nachmittags ein Kabeltelegramm ein mit der Meldung: Fertig unsre Ausstellungen, Reichskommissar hoch erfreut. Degener. Der Buch gewerbeverein hatte also sein Ziel erreicht. Frei- lich darf das Wort fertig nur bedingt genommen werden, denn Kisten und Kasten standen noch ge- nug umher, aber im groBen ganzen war die Ausstellung fur Buchge werbe und Photographie in St. Louis 1904 fertig. Ob der Deutsche Buch gewerbeverein die ihm iibertragene umfangreiche und nicht leichte Arbeit gut oder schlecht gelost hat, das mag der Leser am besten aus dem Artikel des Herrn George French aus Boston ersehen. Mit Freude kann aber noch mit- geteilt werden, daB am 30. Mai 1904 bei dem Buch gewerbeverein von dem Reichskommissar, Herrn Geh. Oberregierungsrat Lewald, folgender Brief einging: St. Louis, Mo., den 17. Mai 1904. An den I.Vorsteher des Deutschen Buchgewerbe vereins, Leipzig. Es ist mir ein besonderes Ver- gniigen, Ew. Hochwohlgeboren zu bestatigen, daB die Buchgewerbe-Ausstellung am Tage der Eroff nung der Weltausstellung vollstandig fertiggestellt war. Die Ausstellung geht meines Erachtens nach Inhalt und Umfang weit iiber das hinaus, was in Paris oder auf einer andern Weltausstellung S3 417 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 17