sssssssssssssssssss archiv fur buchgewerbe mmmmmmmumm freilich mehr in rein verlegerischer als in technisch- kiinstlerischer Hinsicht. Die Zeitungen spielten hier eine sehr betrachtliche Rolle, so hatte Argentinien seine gesamte Presse bis zum kleinsten Lokalblatt- chen ins Treffen gefuhrt, und der Vertreter in der Jury mafi derselben wohl eine etwas iibertriebene Bedeutung zu. Auch Cuba, Porto Rico, Nicaragua usw. hatten naturlich nichts aufzuweisen, was irgend eine spezielle Eigenart verriete oder wovon wir etwas lernen konnten, doch mufite man immerhin die kraf- tigere Regung all dieser Staaten als Symptom be- griifien, und vielleicht ist gerade hier noch die Mog- lichkeit mancher Ankniipfung fiir uns gegeben, die doch in den Vereinigten Staaten nur sehr gering ist. Wenn diese Lander gegeniiber dem machtigen Nord- amerika eine gewisse Selbstandigkeit wahren wollen, werden sie sich vorlaufig in erheblichem MaGe euro- paischer Hilfe bedienen miissen, und so betonen sie jetzt schon nicht ungern den gegebenen Zusammen- hang mit der alten Welt. Mochte gerade ihnen die Ausstellung in St. Louis auch die Bedeutung unsres deutschen Buchgewerbes recht eindringlich zum Be- wuGtsein gebracht habenVon asiatischen Landern hatte Ceylon verhaltnismaGig recht gute Erzeugnisse des Buchdrucks und der Buchbinderei aufzuweisen, wahrend im Pavilion von Siam alte Palmblatter-Biicher und moderne siamesischePublikationen vonlnteresse waren. China hot wertvolle Albums mit charakte- ristischenMiniaturgemalden und Holzschnitten, sowie im Erziehungsgebaude eine stattliche Regierungsab- teilung mit Biichern iiber Geschichte, Statistik, Musik und Erziehungswesen des chinesischen Reiches. Japan, das im Kunstgewerbe die groGten Erfolge er- rang, war auch buchgewerblich gut vertreten, und zeigte in geschmackvoller Anordnung (im Palace of Manufactures) seine kostbarenFarbenholzschnitteund dekorativen Malereien, interessante Wiedergaben alterer japanischer Kunst und eigenartige schwere Bucheinbande mit Elfenbein und anderm wertvollem Material. Eine japanische Zeitungssetzerei war im Gebaude der Freien Kiinste eingerichtet. Und nun Europadas wie bereits erwahnt durchaus keinen vollstandigen Uberblick iiber sein gesamtes Buchgewerbe zu gewahren vermochte, vielmehr recht erhebliche Liicken aufwies. Fehlten doch die Nieder- lande und die skandinavischen Lander, die so treff- liche moderne Leistungen hatten zeigen konnen, aus Mangel an geschaftlichen Interessen in Amerika ganz, wahrend Belgien, Osterreich, Italien und Portugal sehr schwach vertreten waren, und Rufiland erst nach SchluB der Jurytatigkeit begann, mit seiner beschei- denen Ausstellung auch ein paar Bticher aufzubauen, so daG es sich im Grunde nur um Deutschland, Eng land und Frankreich handeln konnte, wenn vom euro- paischen Buchgewerbe die Rede war. Die Belgier hatten sich mit ihrer kleinen aber gewahlten Abteilung Aus der englischen Abteilung fiir Kunstphotographie in ihren Nationalpavillon zuruckgezogen, wo sie sich als Drucker, Buchbinder und Verleger durchaus vor- nehm prasentierten. Namen wie Bruylant Co., Ch. Bulens, P. Weifienbruch u. a. verbiirgen ja an sich treffliche Arbeiten; schone Einbande hatten P. Claes- sens in Briissel und Zech Fils in Braine-le-Compte ausgestellt. In der eigentlichen Buchausstattung kann Belgien nach wie vor den Zusammenhang mit Frank reich nicht verleugnen, wahrend es in der Dekoration, im Einband usw. starker von der modernen Bewegung ergriffen ist. Auch Osterreich hatte nur eine kleine representative graphische Ausstellung im osterrei- chischen Hause veranstaltet, die zwar einen guten Begriff vom dortigen Stande des Druckgewerbes gab, aber dem Fachmann nichts Neues sagte. Vor allem fuhrte dieRegierung Arbeiten der Lehr- und Versuchs- anstalt sowie die prachtvollen Publikationen der Museen vor, der Hagenbund in Wien Reproduktionen und Kunstphotographien, und endlich die Kunstge- werbeschule in Prag eine Reihe sehr feiner Buch einbande im Stile der osterreichischen Sezession. In der kleinen italienischen Gruppe stachen die Blick In die franzosische graphische Abteilung S3 421 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 29