kssssssskssksssssss archiv fur buchgewerbe mmmmmmmnmm Die wSchnellpresse" der Luttrell Times Buchdruck. Die Karten werden in Wachsplatten ein- gezeichnet, galvanisirt und gedruckt. Globen jeder Grofle schlieBen sich den Karten an. Von ahnlicher Bedeutung, jedoch ohne Verlag, ist die Druckerei der R. R. Donnelley Sons Co. (The Lakeside Press). Das vielstockige neue Gebaude, das imBildehier wiedergegeben ist,enthalt86 Pressen> dabei 6 Rotationsmaschinen, die mitTag- und Nacht- schicht durcharbeiten, groOe Setzer- und Setz- maschinensale, und ebenfalls eine stattliche Buch- binderei, die mit alien modernen Maschinen versehen ist. Ganz eigenartig war hier besonders eine hochst komplizierte Maschine zum Brochieren der grofien Warenhauskataloge, die daselbst gedruckt werden. Die Exemplare laufen auf einer Bandrolle weiter, und werden nacheinander mechanisch mit Gaze versehen, mitLeim bestrichen, in die Umschlage gehangen und fallen am Ende fertig heraus, fast wie bei der be- riihmten amerikanischen Maschine, die aus einem Ochsen auf der einen Seite Beefsteaks und auf der andern Seite Stiefeln liefert, Gleich gegeniiber liegt noch eine weitere groBe Druckerei, Donnohue Henneberry, die ich jedoch nicht besichtigte, und die ganzen umgebenden Viertel wie auch andre Manz Engraving Co., Chicago Stadtteile weisen noch zahlreiche, schon von aufien stattliche Druckereien, lithographische und photo- mechanische Anstalten und Geschaftsbiicherfabriken auf, die Chicagos Bedeutung als Druckplatz ahnen lassen. Es ist das so recht der Ort des groflen Massen- betriebes, und das fast unbegrenzte Reklamebediirfnis der riesigen Geschafte und Warenhauser stellt allein schon irnmer neue Aufgaben in dieser Hinsicht. Wie die ganze Stadt, so ist iibrigens auch dasBuchgewerbe Chicagos besonders stark von deutschen Elementen durchsetzt, wie denn iiberhaupt die besten gelernten Arbeiter, speziell die Buchbinder, anerkanntermaBen iiberall in den Vereinigten Staaten Deutsche sind. Von Deutschen begriindet und geleitet ist auch die groflte Dreifarbendruckerei in Chicago, die American Colortype Co., die sich seit 1896 aus einer beschei- denen Anstalt von 3 Pressen in raschem Fortschritt zu einem groBen Institutmit 25 Maschinen entwickelt hat, wozu mehrere neue Anbauten notig waren. Be sonders fur Kataloge hat ja der Amerikaner die deutsche Erfindung des Dreifarbendruckes in einem Umfang heranzuziehen verstanden, der fur uns selbst nur vorbildlich sein konnte wenn unsre Besteller es, wie dort, auch „dranwenden" wollten undkonnten. So arbeitet auch die Colortype Co. hauptsachlich fur Kataloge, ich sah solche von Uhren, Tapeten, Brand- malereien usw., daneben spielt die Postkarte eine wenn auch fur unsre Verhaltnisse noch nicht so be- deutende Rolle. Die Aufnahmen und Platten werden im Haus selbst hergestellt, wozu die neuesten Ein- richtungen, drehbarer Kameraraum usw., vorhanden sind. In die groBen Lagerraume der J. W.Butler PaperCo. konnte ich nur einen Blick werfen, die Fabrik selbst befindet sich weit auswarts, und in der Stadt stehen nur 10 groBe Liniiermaschinen. Von besonderem Interesse war aber natiirlich ein Besuch beim Inland Printer, dem auch bei uns wohlbekannten Fachblatt, dessenDruckereibetrieb ichnaher besichtigen konnte. Hier befindet sich zugleich eine graphische Lehr- anstalt, wohl die einzige in Amerika, und ich be- obachtete gerade, wie diejungen Leute eine Linotype auseinandernahmen und wieder montierten, um sich mit alien Teilen vertraut zu machen. Eine der in St. Louis ausgestellten praktischen Adressenmaschinen sah ich hier fur die Versendung der Zeitschrift be- niitzt. Die Adressen werden auf Karton ausgestanzt, eine Farbrolle schreibt dann durch die Zwischen- raume durch. Das Adressenmaterial besteht nur aus den ausgestanzten Karten, die aufbewahrt werden und stets auf demLaufenden gehalten werden konnen. - Unter den Drucksachen fiel eine Gelegenheits- schrift auf, in der eine sehr lustige Karikatur an den letzten Streik der Anleger erinnerte. Man hatte da- mals einen groBen Teil des mannlichen Personals durch Madchen ersetzt, und ich sah nun in zwei IS 430 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 50