sssksksrbsssssisskss archiv fur buchgewerbe mmmmmmmmm% Das Bureau of Engraving and Printing, Washington herauskornmen. Das Perforieren erfolgt auf kleinen Rotationsmaschinen, die von Madchen bedient werden welche Leistung hier verrichtet wird, versteht man erst recht, wenn man hort, daG taglich 15 Millionen Briefmarken zum Versand kommen. Sehr interessant ist auch der Besuch der Library of Congress, der groGartigen Bundesbibliothek, die in herrlicher Lage neben dem Kapitol erbaut und ebenso glanzend ausgestattet als praktisch eingerichtet ist. Das Interesse fur offentliche Bibliotheken bildet ja einen besonders sympathischen Zug in der neueren Entwicklung des amerikanischen Volkes, und der gleiche personliche oder munizipale Ehrgeiz, der sich etwa im mittelalterlichen Europa in groGen Kirchen- bauten nicht genug tun konnte, auGert sich hier gern in diesen gemeinniitzigen Kulturstatten. Das Volk ist es durchaus gewohnt, die Bibliotheken zu benutzen, und schon die besonderen Raume fur die Kinderwelt, die man oftfindet, erfreuensich starkenBesuches. Von den groGeren Stadten aus aber gehen Wanderbiblio- theken, in eigens eingerichtete Kisten verpackt, hinaus in die Provinz, um iiberall wenigstens einen Teilder Der „Maceratorft im Schatzamt geistigen Giiter zu verbreiten, die man als Allgemein- besitz des Volkes betrachtet. GewiG hat ein erheb- licher Prozentsatz der Bevolkerung solche Hebung seiner Kultur bitter notig, aber daG man dies er- kennt und auf Abhilfesinnt, darf keineswegs zu niedrig eingeschatzt werden, ja in besonderer Weise konnten wir uns recht wohl ein Beispiel daran nehmen. Es entspricht dieser ganzen Gesinnung, wenn auch die Library of Congress wie ein glanzender Palast auf den Besucher wirkt, mit ihrem marmornen Treppen- haus, reichen Bronzetiiren, Fresken beriihmter Kiinst- ler und dgl. Die mustergiiltige Einrichtung der Bi- bliothek ist weltbekannt, so die pneumatische Uber- mittelung der Bestellzettel und die mechanische Beforderung der Biicher, sogar durch einen unter- irdischen Gang in den Lesesaal des Kapitols hiniiber. Mich interessierte besonders die Musikbibliothek, in deren Regalen ich mit Freude einen betrachtlichen Teil des eignen Verlags wiederfand, und die Copy- rightabteilung, wo die eingereichten und registrier- ten Exemplare feuersicher aufbewahrt werden. Ich kann bei dieser Gelegenheit nur andeuten, daG ich mich auf meiner Reise gleichzeitig iiberall nach Moglichkeit iiber die auGerst heikle Frage des deutsch- amerikanischen Urheberschutzvertrags zu orien- tieren versucht habe, und auch mit dem Register of Copyright, Herrn Th. Solberg, dariiber konferierte. Die Uberzeugung, die ich dabei gewann, sei aber kurz hier ausgesprochen, daG es namlich der grofite Fehler ware, den wir begehen konnten, wenn wir durch Kiindigung des bestehenden Vertrags einen Druck auf Amerika ausiiben wollten; die Amerikaner haben, obwohl dem Wortlaut nach im Vorteil, doch tatsach- lich so wenig Schutzwiirdiges zu bieten, und dem- gemaG zu verlieren, daG Sie uns mit unsrer Dro- hung nur auslachen wiirden. Einegesunde Realpolitik, die sich nicht von allerlei Gefiihlsmomenten leiten laGt, hatte meiner Meinung nach ganz andre Wege zu gehen, um zum Ziele zu gelangen, doch halte ich es nicht fiir richtig, diese Frage jetzt und zumal an dieser Stehe weiter zu verfolgen. Ein kurzer Aufenthalt in Philadelphia fuhrte mich zu der ausgezeichneten Photo Chromotype Engra ving Co., einer sehr amerikanisch klingenden Firma, deren Inhaber, Herr Schroder, jedoch aus Leipzig stammt, wahrend sein Geschaftsfiihrer sich als Dobelner entpuppte. Die Anstalt, die sich in den obersten Stockwerken eines groGen Gebaudes be- findet, leistet Vorziigliches aufdem Gebiet der Atzung, speziell fiir Dreifarbendruck, und der Messinggravur, wobei man besonders die auGerordentliche Schnellig- keit in Betracht Ziehen muG, mit der driiben alles verlangt wird. Eine ganz ausgesprochene Speziali- tat pflegt sodann Herr Max Levy, die Fabrikation von Rasterplatten fiir Autotypie, durch die er sich Welt- ruf erworben und sein Geschaft aus kleinen Anfangen S3 434 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 58