sssssssssssssssssss archiv fur buchgewerbe mmmmmmmnmm altere Setzmaschine, die jetzt unbenutzt dasteht, sich nicht bewahrt hatte. Auch eine alte Adams-Presse erinnert noch an friihere Tage, daneben laufen sehr lustige Miniaturschnellpressen fur kleinere Arbeiten. Eine Buchbinderei ist auch hier mit der Druckerei verbunden. Nur wenige Hauser entfernt liegt die Winthrop Press, die ebenfallsgutausgestatteteBiicher druckt und mit 26 Schnellpressen und einer Anzahl Linotypes und Monotypes arbeitet. Es wurde hier soebeneine amerikanische Ausgabe der Tissot-Bibel in Dreifarbendruck hergestellt. In der Buchbinderei stand eine bereits veral- tete Zusammentra- gemaschine, ein Be- weis dafiir, wie sich dieses interessante technische Problem in kurzer Zeit schon weiterentwickelt hat. Durch den Heraus- geber der Fachzeit- schrift The Ameri can Printer, Herrn John Clyde Oswald, der in St. Louis der Jury angehort hatte, lernte ich auch die Geschaftsraume der amerikanischen Buchdruckerorgani- sation, der United Typothetae sowie der Master Printers of New York ken- nen, mit ihren Ver- sammlungs- und Bureauzimmern, Bibliothek usw. im elften Stock eines Wolkenkratzers am Broadway, mit herr- lichem Blick auf New York und den Hudson. Entsprechen diese Ver- einigungen etwa unserm Deutschen Buchdrucker- Verein, indem sie vor allem wirtschaftliche Fragen, Lohn- und Preisverhaltnisse regeln, so erstrebt der Grolier Club (Vorsitzender Herr De Vinne) in enge- rem Kreise ahnliches wie der Buchgewerbeverein. In seinem behaglichen Hause, wo Herr Kent mich liebenswiirdig fiihrte, hat er Lesezimmer und Bi bliothek, eine wertvolle Sammlung von Incunabeln, Druckermedaillen und dergleichen, er gibt eigne Publikationen in vornehmer Ausstattung heraus und will das Seine zur Hebung des typographischen Ge- Th. De Vinne, NewYork schmacks beitragen, wendet sich aber nicht an die Allgemeinheit, namentlich nicht an dieGehilfenschaft, wie wir, sondern nur an seine Mitglieder, einer der vielenbefremdlichexklusivenZiige im demokratischen Amerika. Mit Vergniigen fand ich im Lesezimmer unser Archiv fur Buchgewerbe, fur das Herr Kent mir einen eingehenderen Artikel iiber den Klub ver- sprochen hat, der gewiG unsre Leser lebhaft inter- essieren wird*). Von Verlegern habe ich bereits einige erwahnt, und mochte hier nur noch die Grafton Press mit ihren kiinstlerischen Pu blikationen sowie die Firma Funk Wagnalls mit ihren groGen Enzyklopa- dien, Schulbiichern und geschmackvoll ausgestattetenbelle- tristischen Werken dankbar hervor- heben,daichbeiden wertvolle Gaben fiir unser Museum ver- danke. Ein unge- mein eleganter, vor nehmer Buchladen ist Scribners in der 5. Avenue. - DaG das Zeitungswesen in Amerika auGer- ordentlich entwik- kelt ist, ja daG man manchmal sogar von einem Zeitungs- unwesen sprechen konnte, ist bekannt. Der Amerikaner hat fast immer sein Zei- tungsblatt in der Hand oder in der Tasche, er liest es wo er steht und geht oder fahrt, und mit unge- heurem Geschrei wird jede neue Nummer von zahl- losen Zeitungsjungen angepriesen. Dementsprechend sind die Auflagen, und ein Bild des graphischen Gewerbes in Amerika ware sehr luckenhaft, wollte man gerade die Zeitungen vergessen. „The World11, eines der verbreitetsten Blatter von New York, hat seinen Sitz mitten in der eigentlichen Ge- schaftsstadt, in dem himmelhohen Pulitzer Building, Einige Notizen iiber den Klub enthalt der Artikel von Fr. Blei in der Pubiikation der Gesellschaft der Bibliophilen „Die neue Buchkunst", herausg. von R. Kautzsch, 1902. 83 436 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 60