rssssssksrbssksssss archiv fur buchgewerbe mmmmmmmmmn dem Plane, deren Bau die deutsche Maschinenfabrik Friedr. Heim Co. in Offenbach a. M. iibernommen hat. Essind dies die Tiegeldruckpressen: „DerFalke" und „Koh-i-noor", erstere fiir feinsten Werk-, Kunst- undDreifarbendruck, letztere fiirgewohnlichenBuch- druck eingerichtet. Die Leistungsfahigkeit ist 2500 bez. 3500 Abdriicke in der Stunde, welche in erster Linie dadurch erzielt wird, dafi die zu bedruckenden Bogen vom Tische aus vom Einleger nur an die Greifer gelegt und von da automatisch dem Drucke zugefiihrt werden. DieAblegungdergedrucktenBogen erfolgtgleichfalls automatisch mit derDruckseite nach oben. Die Konstruktion dieser Maschine ist eine sehr sorgfaltige, Einfarbung sowie Register tadellos. Wer diese Maschine arbeiten gesehen, wird kaum zweifeln, daO sich dieselbe am Kontinent bald noch mehr Ein- gang verschaffen wird, als dies schon geschehen. Im Schnellpressenbau werden gegenwartig folgende Bedingungen vorangestellt: Einfache und starke Kon struktion, leichte Zuganglichkeit aller wichtigen Teile der Maschine, tadellose Arbeit vorziiglichster Quali- tat bei moglichst hoherDruckleistung. Es besteht kein Zweifel,daGdiedeutschenMaschinenfabrikenmitihren vorziiglichenErzeugnissen noch immerden Weltmarkt beherrschen. Die Franzosen und Englander beginnen zwar auch langst bekannte und leistungsfahige Schnell- pressen-Konstruktionen anzunehmen, hangen aber im allgemeinen zu sehr an ihrem Konservatismus und ihren Traditionen, um sich auf diesem Felde dauernde Erfolge sichern zu konnen, dem gefahrlichsten Kon- kurrenten des Deutschen, dem Amerikaner aber, scheint bei allem Ideenreichtum und bei aller Kiihn- heit und groGangelegter Konzeption von Druckappa- raten vorlaufig noch jene praktische Erfahrung fiir die detaillierten Bediirfnisse der Druckindustrie zu mangeln, die dem deutschen Konstrukteur in so reichem MaGe zurVerfiigung steht und ihn den Welt markt beherrschen macht. Zum mindesten haben dies in Europa manche MiGerfolge amerikanischer Originalerzeugnisse erhartet. Ahnlich scheint es bei der amerikanischen Harris Automatic Press zu sein. Dieser an sich kompen- diose, aber etwas zu kompliziert geratene Apparat zahlt zur Gruppe der Rotationsmaschinen. Es wird von runden auf einem Zylinder befestigten Platten gedruckt, das Papier kommt jedoch in geschnittenem Zustande zur Verwendung und wird den Greifern automatisch zugefiihrt. Die allgemeinen Einrichtungen dieser Maschine sichern eine gute und schnelle Ar beit, tatsachlich konnen selbst die groGeren Typen, Format 95X63 cm, mit einer Geschwindigkeit von etwa 3000 Abdriicken in der Stunde laufen und kann jede vorkommende Arbeit, selbst guter Illustrations- druck, damit hergestellt werden. Die Typen fiir Zwei- farbendruck, welche zugleich fortlaufend nume- rieren, kreuz oder zeilenweise perforieren, ritzen oder schneiden, laufen mit ungefahr der gleichen Geschwindigkeit. Zum Betrieb dieser Maschine sind Rundgalvanos oder solche Stereotypen notig, und es kann nur starkeres sehr gleichmaGiges Papier mit gut abgegrenzter Schnittflache Verwendung finden. Un- gleichmaGiges oder diinnes Papier wird vom auto- matischen Anlegeapparat in seiner jetzigen Form nicht verarbeitet und scheint dieser Teil der Maschine noch nicht auf der wiinschenswerten Hohe, genauer und verlaGlicher Leistung, daher sehr verbesserungs- bediirftig, zu sein. Immerhin diirfte dieser Druck- apparat von einer solchen Beschaffenheit sein, welche Vorteile erwarten laGt. Es erschiene daher als keine undankbare Aufgabe fiir eine deutsche Maschinfabrik, diese iiber denVersuch hinaus und bereits derprakti- schenTatigkeitzugefiihrteDruckmaschinezustudieren und mehr den deutschen Verhaltnissen anzupassen. Mit welch durchschlagendem Erfolg Derartiges ge schehen kann, zeigen ja eine Reihe der von Ameri- kanern erfundenen und von den Deutschen wesentlich verbesserten kleinen und groGen Druckmaschinen, von der Tiegeldruckpresse bis zu den Rotations maschinen. Der Rotationsmaschinenbau fiir Zeitungs-, Werk- und Illustrationsdruck hat eine Reihe von Verbesse- rungen, bei mitunter sogar erhohter Leistung gebracht und in erster Linie wird gegenwartig von den be- treffendenFabrikenunterBeibehaltungallerLeistungs- fahigkeit der wichtigen Frage: der Raumersparnis, erhohte Aufmerksamkeit zugewendet. Die Voigtlandische Maschinenfabrik A.-G. inPlauen i. S. hat einige sehr beachtenswerte Typen von Rota tionsmaschinen, dieser Anforderung voll Rechnung tragend, geschaffen und damit ein Gebiet betreten, das hoffentlich bald auch vonandern Maschinenbauern gepflegt werden wird. Die automatischen Bogeneinlegeapparate ein lange ersehntes Ziel der Buchdrucker und ein viel- jahriges Schmerzenskind der Erfinder haben seit unserm letzten Bericht einen ausgiebigen Schrittnach vorwarts getan, sowie, nachdem erste Maschinen- fabriken ihre Erzeugung sich zu eigen machten, eine Reihe von Vervollkommnungen erfahren. Es ist da her begriindete Hoffnung vorhanden, in Balde iiber einen vollen Erfolg dieser Apparate berichten zu konnen. Die hervorragendste Erscheinung auf dem Ge- biete der Setzmaschinen bildet fiir das verflossene Jahr das Auftreten der Lanston-Monotypemaschine in Deutschland, nachdem sie in Amerika, England und Frankreich bereits festen FuG gefaGt hat. Diese Maschine erfuhr im Juli-Hefte des Archivs fiir Buch gewerbe bereits eine ausfiihrliche, fachliche Be- schreibung, aus welcher alle Einzelheiten ihrer Arbeitsweise zu entnehmen sind. Es ist kaum zu bezweifeln, daG die Lanston-Monotype gegeniiber IS 441 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 65