archiv fur buchgewerbe mmmmm^mmmm der Preise erhoht, anderseits wurden Fortschritte in bezug auf die Deckfahigkeit von fiir Flachendruck besonders geeignetenFarben zum Druck von farbigen Umschlagen und Plakaten gemacht. Besonders ist es das Weifl, das einzelne Fabriken in einer bislang nicht erreichten Druck- und Deckfahigkeit herstellen. Auch die angeriebenen Bronzen (Goldfarben) wurden von verschiedenen Seiten, namentlich in bezug auf Hochglanz, verbessert. Wahrend in der Papierfabrikation die hochglan- zenden Papiere schon seit langerer Zeit nicht mehr beliebt sind (s. die Papierfabrikation im Jahre 1903, Seite 11Heft 1Jahrgang 1904 des Archiv fiir Buch gewerbe) und nur mit Riicksicht „auf die zarten Druckstocke, die solchen Druckgrund notig haben, zu diesen Papieren gegriffen wird", verlangt man von den Farben im allgemeinen fast noch mehr als friiher, einen gewissen Glanz, namentlich wenn es sich um feinere Stocke und Schriften handelt; denn besonders auf den matten Papieren erscheinen mafiig glanzende Farben wirkungsvoller als ganz matte. Doch nicht nur fiir das feine Klischee, auch fiir derb- geschnittene, flachige Stocke werden, namentlich fiir farbige Umschlagpapiere, neben matten, haufig auch starkglanzende Farben verlangt. Wenn wir oben gesagt haben, daB im allgemeinen glanzende Farben bevorzugt werden, so muB ander seits hervorgehoben werden, dafi von einer grofien Anzahl von Druckereien fiir gewisse Zwecke auch matte Farben verlangt werden, so z. B. von solchen Steindruckereienwelche sich mit der Herstellung von kiinstlerischem Wandschmuck befassen. Doch auch der Buchdruck zieht, wo es sich um die Repro- duktion von Aquarellen, PastellgemaldenKreide- zeichnungen, Kupferstichen und Heliogravuren han delt, die matten Farben vor. Leider ist es bei gut geleimten Papieren und dem Ubereinanderdruck einer groBeren Anzahl von Farben unmoglich an tiefen Stellen den Glanz ganz zu vermeiden; um dies zu erreichen, muB ein geniigend dickes, aber weiches, saugfahiges, also schwach geleimtes Papier zur An- wendung kommen. Nach dieser allgemeinen Betrachtung sei es uns gestattet, auf einzelne Farbengruppen noch etwas naher einzugehen. Was die schwarzen Buchdruckfarben betrifft, so werden (vgl. die Druckfarbenfabrikation im Jahre 1903, Archiv fiir Buchgewerbe S. 455 u. f.) die blau- stichigen Farben immer noch bevorzugt; zur Erzeugung des Blaustichs werden haufig in Firnis losliche blaue Farben verwendet, welche die Eigentiimlichkeit haben, die Walzenmasse etwas anzufarben, ohne indessen die Masse sonst irgendwie nachteilig zu beeinflussen. Die Preise der zur Erzeugung der Zeitungsfarben notigen Rohmaterialien sind im Laufe des Jahres so bedeutend gestiegen, daB die Fabrikanten bei den ohnehin sehr niederen Preisen dieser Farben ohne jeden Nutzen arbeiten. Bei der Erzeugung der bunten Farben behielten die Fabriken fortwahrend die Verbesserung der Licht- echtheit mancher Farben im Auge. Bei Bildern, die als Wandschmuck dienen sollen, bei Transparent- und Blechdruck-Plakaten wird auch von seiten der Konsumenten viel mehr Nachdruck auf die Lichtecht- heit der Farben gelegt, als dies friiher der Fall war. Entsprechend der mannigfaltigerenund ausgedehn- teren Anwendung des Dreifarbendrucks und derCito- chromie erfuhren auch die hierfiirbestimmten Farben nach verschiedenen Richtungen Verbesserungen und Bereicherungen; zur Reproduktion von Olgemiilden wurden an diese Farben die hochsten Anforderungen in bezug auf die Lichtechtheit gestellt; andre Farben, welche z. B. fur billige Katalogillustrationen gebraucht wurden, muBten sich durch besondere Billigkeit bei guter Druckfahigkeit auszeichnen. Welch aus- gedehnte Anwendung der Dreifarbendruck erreicht hat, kann unter anderm auch daraus entnommen wer den, daB derselbe bereits zur Spielkartenfabrikation (s. Heft 8, S. 320 des Archiv fiir Buchgewerbe 1904) benutzt wird. Die Doppeltonfarben werden von einer groBeren Anzahl von Druckereien mit gutem Erfolg angewen- det, wahrend andre sich nicht damit befassen wollen. Jedenfalls sollte der Druck dieser Farben in der Hauptsache auf Kunstdruckpapier beschrankt werden namentlich fiir diinne und schwach geleimte Natur- papiere sind diese Farben nicht zu empfehlen. Fiir den Druck von Umschlagpapieren haben ein zelne Fabriken Spezialfarben (Umschlagfarben) ge macht, mit welchen sich besonders schone Effekte erzielen lassen. Eine andre neuere Gruppe von Spezialfarben, welche sich durch vorziigliche Deckfahigkeit aus zeichnen, wollen wir hier noch erwahnen, es sind dies die fiir die Tiegeldruckpresse bestimmten Pragedruck- oder Reliefgrundfarben. Am Schlusse unsres Riickblicks auf das Jahr 1903 haben wir auf gewisse Geheimmittel hingewiesen, welche unter den verschiedensten Namen in den Handel gebracht zur Erhohung der Druckfahigkeit, zur Vermeidung des Rupfens, zur Beseitigung der Wasserloslichkeit (bei Steindruckfarben) usw. dienen sollen; wir miissen heute sagen, daB die Zahl dieser Mittel noch ganz bedeutend gewachsen ist, wir aber nur raten konnen, bei deren Anwendung die notige Sorgfalt walten zu lassen. 6S 448 2)

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 72