ksksss&skssskssssks archiv fur buchgewerbe Fritz Volbach", B. Schotts Sohne, Mainz, 4.50 Mk. Zu den lieben alten Melodien gesellen sich da das innige Brahmssche „Guten Abend, gute Nachtzwei Hum- perdincksche (eins aus „Hansel und Gretel") und ein Lachnersches. Umrahmungen und Vollbilder in Litho- graphie, die sehr gliicklich auf der Grenze zwischen altem Geschmack und moderner dekorativer Art stehen, machen das Buch kostbar und jedem Ge schmack angenehm, stehen auch sehr gut zu dem Text. Die Klavierbegleitung ist originell und doch leicht, und auch diesem Band mochte man also den Rang eines Hausbuches wiinschen. Loewes Verlag Ferdinand Carl, Stuttgart. Von „Hanschenim Blaubeeremvaldiidas im vorigen Jahre besprochen wurde, hat der Verlag heuer auch eine Volksausgabe herausgegeben, die bei dem Preis von 1.20 Mk. wohlfeil genannt werden kann. Die Reihe seiner Volksausgaben von Oskar Pletsch, die unter den vielen Pletschausgaben hier mehrfach empfohlen wurden, weil sie billig und einwandfrei sind, erwei- tert der Verlag dies Jahr mit IVie's im Hause geht nach dem Alphabet(1.50 Mk.). Einen echten Fedor Flinzer aber mit drolligsten Tierbildern und allem Zirkusbrimborium haben wir in dem Album „GrofteKindervorstellungim Zirkus", deren samtliche NummerndesBeifallsderKindergewiBsind(2.50Mk.). Ein ganzes Dutzend Bande vom „Deutschen Spiel- mannist zu den im vorigen Jahre mit Auszeich- nung genannten drei Anfangsbanden hinzugekommen Georg D. W. Callivey, Munchen, 1 Mk.). Es liegen von dieser trefflichen Sammlung Ernst Webers jetzt vor: „Kindheit" (illustriert von Ernst Kreidolf), „Wan- derer" (J. V. Cissarz), „Wald" (W. Weingartner), „Hochland" (Franz Hoch), „Meer" (J. V. Cissarz), „Helden" (W. Weingartner), „Schalk" Julius Diez), „Legenden" (G. Ad. Stroedel), „Arbeiter" (Georg Osk. Erler), „Soldaten" (Georg Osk. Erler), Sanger" (Hans Rohm), „Friihling" (Hans v. Volkmann), „Sommer" (Edm. Steppes), „Herbst" (Karl Biese), Winter" (Karl Biese). Man sieht, Stimmung oder Neigung bietet sich hier vortreffliche Auswahl. Jedes einzelne Band- chen beweist die grofle Literaturkenntnis und das Auswahlgeschick des Herausgebers; jedes Bandchen hat den geeignetsten Maler gefunden, der sein Werk mit reichem Schwarz-Weifi-Schmuck und selbstan- digeren farbigen Vollbildern ausstattete. Bei solch lockendem AuBeren und dem billigen Preis von 1 Mk. wird es an Absatz nicht fehlen. Schafstein Co. in Koln a. Rh. kommen auch dies Jahr mit Schlagern heraus. „Der Buntscheck, Ein Sammelbuch herzhafter Kunst fur Ohr und Auge deut- scher Kinder, herausgegeben von Richard Dehmer (4 Mk.) iibertrifft alles, was wir an Sammelwerken der Art haben. Ware mir ein eingehendes Urteil er- laubt, es wurde zum Siegesbericht fur den Verlag und seine Kiinstler. Ernst Kreidolf und Karl Hofei wurden in friiheren Jahrgangen des Archivs nach ihrer entziickenden Eigenart gewiirdigt; fast wie ein ganz Neuer, herzgewinnend, erscheint E. R. Weifi da- neben, und einen wirklich Neuen hat der Verlag ans Licht gehoben in K. F. v. Freyhold, einen Meister nach Kunst und Herzenssprache. Und wie die vier zusammenpassen! Welche Pracht in den Vollbildern! Wie bedeutend auch einzelne schriftstellerische Bei- trage! Wer die Miihen hinter den Kulissen kennt, wird auch den Drucker loben: Alphons Bruckmann in Munchen. Kiinstlerische Begeisterung und viel Geduld haben es hier zu einem Meisterstiick gebracht. DaB Billigkeit und Vornehmheit sich beim Buche nicht auszuschlieflen brauchen, beweisen Schafsteins „Volksbiicher fiir die JugendHarter, geschmack- voller Buchdeckel, schoner Vorsatz, bestes Papier, den Lettern entsprechender Satzschmuck von E. R. WeiB, edelster Druck von Drugulin, sorgfaltige Text- ausgabe, viel Text: alles fiir 1 Mk. Guido Holler hat eine Don Quichotte-Ausgabe (Doppelband: 2 Mk.) darin, Emil Weber eine Auswahl aus verschiedenen modernen Autoren „Neue Marchen fiir die Jugendu, Schafstein eine Bearbeitung von Gullivers Reisen, ich selbst einen ersten Band von Marchen aus„7au- sendundeine Nacht". Gullivers Reisen und ein erster Band von „Tausendundeine Nachtsind auch in Prachtausgabezu 3 Mk. erschienen, und ent- halten Illustrationen, unter denen die Vollbilder in von Schafstein gepflegter Schablonierung koloriert wurden. Fur die dreiBigste Auflage von Richard von Volk mann- Leanders „Traumereien an franzosischen Ka- minenhat der Sohn des Dichters, der bekannte Hans Richard von Volkmann, sinnigen Buchschmuck ge- schaffen (Breitkopf H'artel, 3 Mk.). In diesem Ge- wande wird die beriihmte Sammlung sich zahlreiche neue Freunde erwerben. Sehr brauchbar fiir die reifere Jugend und eine schone Gabe auch fiir den erwachsenen Menschen sind der Elisabeth Gnauck-Kuhne „Goldene Friichte ausMarchenland" (G. A. v. Halem, Bremen). Das Buch hatein sehr geschmackvolles AuBengewand: zartgelb- weifi mit lebhaftem doch in den Farben fein zusam- mengetontem Aufdruck; das und ein edler Bilder- und Satzschmuck innen stammt von Stassens Hand, der hier sehr gliicklich arbeitete. Mit neuen Erfiillungen, mit Gaben iiberraschend durch Schonheit und Originalitat, tritt in die Be- wegung ein der Verlag Jos.Scholz in Mainz. Da ist zuniichst die Reihe „Das deutsche Bilderbuch (a Band 1 Mk.), von deren Marchenserie mir fiinf Bande vorliegen. Bei einem Format von 22I/2X29'/2cm bietet jedes Buch 8 bunte ganzseitige Bilder und einzelne in den Text eingestreute einfarbige. Julius Diez, dessen Art der Satire mir sonst nicht fiirs Kind geeignet schien, bringt ein famoses „Dornroschen" tS 454

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 86