8888888888888888888 ARCHIV FUR BUCHGHWERBE heraus (das Felsen- schlofilderDornen- wald! und mal ein richtiger Dornen- wald!). Arpad Schmidhammer liefert ein hochst humorvolles „Rot- kappchen" (die „siiflekleineDirne", die fidele GroB- mutter, der spaBige Jager! und der Wolf, ein richtiger Wolf! die Traulich- keit des altvate- rischen Interieurs, das Waldinnere!). Wirklichen Feen- glanz hat „Marien- kind von Lefler und Urban. Welche Stimmung in dem einen Bilde von Adolf Miinzers Aschenputtel", das uns das erleuch- tete SchloB und den Schloflpark zeigt, durch den wir Aschenputtel nach Hause eilen sehen, ein schones germanisches Kind, das mit Recht den freilich noch schoneren, germanischen Prinzen entziicken mufl. Dazu noch Hansel und Gretel" von Richard Scholz (das Nachtbild mit den horchenden Kindern! die Hexe, eine richtige Hexel). Wir haben da Biicher, an denen keine Kunst und keine Pracht gespart ist und die doch so erstaunlich billig sind. Von der Reihe „Das deutsche Malbuchliegen gar gleich zehn Hefte vor. Hier von meinen prinzipiellenErwagungen nur das Ergebnis: ich empfehle die Hefte sehr, wo daneben nicht das wichtige Freihandmalen (ohne Vorzeichnung) ver- gessen wird. Ich bin nicht fiir Hilfen, die dem Kinde auf- gedrungen werden und es in Uberhe- bung wahnen las- sen, es konne frei laufen, wahrend es an fremden Kriik- ken humpelt und alles Dressur ist. Aber hier bleibt ja des Kiinstlers Ar beit als Hauptsache erkennbar und es wir nurGeschmack und Sicherheit im Antuschen erstrebt, so freilich, daB ein Aus: Lefler und Urban, Marienkind. Verlag von Jos. Scholz, Mainz Aus: Adolf Miinzer, Aschenputtel. Verlag von Jos. Scholz, Mainz reizvolles Ergebnis furs Kind heraus- kommt. Und die Biicher selbst sind hoch kiinstlerisch und schon als Bil- derbuch wertvoll. Wie so ein Heft von 8 Vollbildern (von zweien je eines ko- loriert, das andre nur mit dem Unter- druck als Vorzeich nung) fiir 40 Pf. ge- liefert werden kann, ist nicht leicht her- auszukalkulieren. Aus den Heften sind besonders her vorzuheben zwei mit entziickenden Landschaften von einem nicht Geringeren als Hans Thoma, zwei allerliebste von RichardScholz: „Schnee- wittchen" und „Dornroschen", ein „Miinchhausen" von Arpad Schmidhammer. Als Anfang, wenn auch als Vorstufen, die notig sind, lange nicht so reizvoll als das iibrige, sind zwei Heftchen von Irene Braun zu nehmen: „Allerlei Buntes zum Ausmalen". Sonst sind unter dem Erschienenen noch: „Rotkappchen", „Schildbiirger", Hansel und Gretel". Eine An- leitung fiir die Beschaffung von Pinsel und Farben und ihren Gebrauch liegt den Heften bei. In der Tat, der Verlag Jos. Scholz verdient Auszeichnung in jeder Beziehung. Verlag PaulWaetzel, Freiburg i.B. und Leipzig:,, Frau Mare", Marchen und Schwanke,seinen Kindern erzahlt von Rudolph Vogel, „Gliickskindle" des vorigen zweiter Band, beide illu- striert von Joh. Gehrts, je 4.50 Mk. Der Verfasser hat alte Sagen- und Marchenmotive hier in neue, schone Sprache und Form gefaflt, so daB die Biicher einer Prii- fung nach ernsten Gesichtspunkten sehr gut standhal- ten. Die Ausstat- tung, nicht modern, doch in erprobtem Geschmack,istdem 83 455 23 64*

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 87