assssfissssssssKssss archiv fur buchgewerbe mmmmmmummm der genannten Vereine in einer etwas zusammen- gedrangteren Form in der Fachpresse zu begegnen. Durch die Tatigkeit des nunmehr seit einem Jahre bestehenden Verbandes der Typographischen Gesell- schaften scheint dies um so notwendiger zu werden, als doch bei der Verarbeitung des den Einzelvereinen zugehenden Materials eine fast gleichmafiige Bericht- erstattung erfolgen mull. Uberschaue ich das Arbeits- gebiet und das Arbeitsprogramm derTypographischen Gesellschaften im Jahre 1904, so kann ich nur fest- stellen, dafi nach den Berichten zu urteilen, wesent- lich neue Gesichtspunkte fur die Wirksamkeit der Einzelvereine nicht gefunden wurden, was ja ganz natiirlich ist. Man hat sich in der hergebrachten Weise an die Durchberatung der verschiedenen tech- nischen, kiinstlerischen und sonstigen dem Berufe naheliegende Fragen begeben und damit versucht, das Allgemeinwissen der Mitglieder zu vergrofiern, was gewiC iiberall bis zu einem gewissen Grade ge- lungen sein diirfte. DaB man dabei hier und da unter giinstigeren Umstanden das Ziel erreichte als ander- warts und leichteres Arbeiten hatte, liegt klar auf der Fland. Die vom Verbande der Deutschen Typopraphi- schen Gesellschaften eingeleiteten Material-Rund- sendungen werden gewiO manchem kleineren Verein gute Dienste geleistet haben, obgleich zu vermuten ist, dafi auch manche Sendung aus allerhand Griinden nicht immer die Wtirdigung und eingehende Ver arbeitung hat finden konnen, die deren Urheber voraussetzten. Es diirfte sich auch gezeigt haben, daB das zu schnelle Aufeinanderfolgen solcher Rund- sendungen einen wenn auch nicht storenden EinfluB auf die laufenden Selbstarbeiten, so doch leicht eine Ubersattigung im Gefolge hat. Da hier einmal vom Verband der Deutschen Typo graphischen Gesellschaften die Rede ist, so mag seine Wirksamkeit im ersten Jahre seines Bestehens kurz gestreift sein. Von den in den SatzungenvorgesehenenProgramm- punkten wurden in der abgelaufenen Zeit zunachst nur der erste und teilweise der zweite in die Praxis umgesetzt. Der erste lautet: Beschaffung, Sichtung, Ordnung und geregelte Rundsendung von Ausstel- lungsmaterial, Beigabe schriftlicher Referate iiber einzelne Druckgruppen; der zweite: Vermittlung und Aussendung geeigneter Referenten. DaB die Durchfiihrung dieser zwei Punkte dem eingesetzten Arbeitsausschufl bereits mancherlei Miihe verursacht hat, liegt auBer allem Zweifel und wenn ihm bei seiner Arbeit insbesondere die Typographischen Ge sellschaften in Berlin und Leipzig unterstiitzend an die Hand gingen, so darf wohl vorausgesetzt werden, daB die altangesehenen Vereine andrer Platze dem Beispiele im kommenden Jahre folgen werden. Es ist wohl einleuchtend, daB die zahlreichen Zweig- vereine die Durchfiihrung des Gesamtprogramms in Balde voraussetzen, was ja um so mehr notwendig wird, als der Verband an Mitgliedern zunimmt. Hoffen wir das Beste vom kommenden Jahre. Von grofieren technischen Fragen, auf die im Laufe des Jahres die typographischen Gesellschaften oder der Verband derselben einen EinfluB auszuiiben be- rufen gewesen waren, ist die vielumstrittene Uni- versallinie zu bezeichnen. Leider wurdeaber jedweder korporativer EinfluB auf diese rein technische An- gelegenheit vereitelt durch das selbstandige Vor- gehen einiger Schriftgiefiereifirmen, die die Frage der Universallinie nach ihrem eignen Empfinden losten, bzw. als gelost bezeichneten. Wenn sich der Deutsche Buchdruckerverein wie alien solchen das ganze Gewerbe beriihrender Fragen in dankenswerter Weise auch der Universallinie annahm und sie zu einer befriedigenden Losung zu bringen versuchte, so ist ihm das doch nicht ganz gelungen, weil sich die groBe Mehrzahl der Schriftgiefiereien auf einen wesentlich andern Standpunkt als der von ihm zur Be- gutachtung derFrage eingesetzte AusschuB stellte und die Einfiihrung derbefiirwortetenUniversallinie nicht vornahm. Bei den Beratungen des Deutschen Buch- druckervereins wurden die typographischen Gesell schaften angeblich infolge ihrer Zusammensetzung aus Faktoren, Gehilfen usw. als nicht berufen zur Mitberatung von Fragen wie die der Universallinie bezeichnet, was nicht recht verstandlich ist, denn, wenn iiberhaupt jemand berufen ist, in technischen Dingen mitzureden, dann sind es doch wohl in erster Reihe die Mitglieder der Fachvereinigungen. Sie kennen die Mangel und die Vorzuge des Materials aus ihrer taglichen Praxis und entwickeln schon da- durch fiir technische Fragen einbesseres Verstandnis als mancher, der sich nur nebensachlicher oder gar nicht praktisch zu betatigen hat. Die typographischen Gesellschaften haben ein Interesse daran, die Ein fiihrung einer einheitlichen Normallinie zu fordern und es ist eine Stellungnahme zu der einen oder andern der vorgeschlagenen Speziallinien solange verfrtiht, bis nicht im Grundsatz eine Einigung der Buchdrucker und SchriftgieBer in dieser Frage erfolgt. Nach den neuesten Verhandlungen zwischen Schrift- gieBern und Buchdruckern, die vor kurzem in dieser Frage in Leipzig stattgefunden haben, scheint man doch zu einer einheitlichen Normallinie zu gelangen, was nur zu wiinschen ist. In meinem letztjahrigen Berichte wurde bereits er- wahnt,dafi die Typographische Gesellschaft zuLeipzig mehrere grofiere Arbeiten in Angriff genommen hatte: die Aufstellung von Satzregeln und die Schaf- fung eines neuen Normalgieflzettels. Beide Arbeiten sind in diesem Jahre beendet und veroffentlicht worden und sie diirften fiir die Gesamtheit der typographischen Gesellschaften erhohtes Interesse haben. IS 459 23

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1904 | | page 91