ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Losung von Kalihydrat in Wasser (das ist 5 g Kali- hydrat in 100 ccm Wasser). Die Losung muG gut verkorkt aufbewahrt werden. Salzsaure. Zum Retuschieren verwendet man Salzsaure, be- reitet durch Verdiinnen mit Wasser von 5 ccm Salz saure von 20° Be (spez. Gew. 1,16 32,5 auf 200 ccm Flussigkeit. Cornelintinktur. Eine neue Auswaschtinktur. Cornelintinkturbereitet aus gleichen Teilen Cornelinessenz und Terpentin dient zum Auswaschen von Zeichnungen und Uberdrucken sowohl auf Zink als auch auf Stein. Sie wird in alien Fallen nach der bei Stein ublichen Weise angewendet und ist die einzigeTinktur, welche auch zum Auswaschen von nassen Zinkplatten brauch- bar ist. Dies bringt die Vorteile mit sich, da(3 1. die gummierte Platte nicht trocken gefachelt wird, 2. die Zeichnung sauber ausgewaschen wird, indem keine Gummiknotchen das vollige Auswaschen verhindern konnen. Das Auswaschen geschieht mit wenig Tinktur und vielWasser, mittels einesTampons,der mitmehreren Lagen Flanell bezogen ist. Der einmalige Tamponbe- zug bleibt lange brauchbar. Die mit Cornelintinktur ausgewaschenen Stellen fangen leicht Farbe. Die Cornelinessenz dient zum Schutz der Zeichnung gegen Saureangriff bei Hochatzung, allein oder in Verbindung mit Cornelinfarbe. Cornelinessenz dient als saure- und atzbestandiger Lack und ist in diesem Falle geeignet zum Schutze der Riickseite von Platten bei Hochatzungen, sowie fur die Erhaltung des Wischzeuges als Anstrich fur Feuchtwalzen der Maschine unter dem Feuchtstoff- uberzug. Cornelinessenz kann zum Anreiben und zum Re tuschieren mittels des Pinsels oder der Feder benutzt werden. Der Schnellpressendruck. Eine gut funktionierende Presse ist erste Haupt- bedingung; nie sollte man erste Versuche im Zink- druck auf einer nicht durchaus einwandfreien Ma schine vornehmen. Es wird mit Lederwalzen gedruckt, die Walzen dtirfen weder schlagen, schleifen, noch springen. Unterlagblocke miissen genau abgerichtet sein; et- waige Unebenheiten iibertragen sich sofort auf die Platte und konnen unangenehme Storungen verur- sachen. Die groGte Sorgfalt und Aufmerksamkeit muG der Maschinenmeister auf das Einrichten ver- wenden. Gutes Einrichten der Zinkplatte belohnt sich durch tadellos glatten Druck und langes Halten des Umdruckes. Durch ungleichen Druck des Zylinders entsteht leicht ein Tonen der Platten an den dem Druck star ker ausgesetzten Stellen; daher ist gleichmaGiger Druck Voraussetzung fiir gutes Gelingen. Das Feuchten beim Zinkdruck muG von Anfang an ausreichend sein; bei heiGem Wetter scheue man sich nicht, ziemlich vielWasser zuBeginn der Arbeits- zeit zu verwenden, dasselbe verdampft rasch und kiihlt dabei die Platte gut ab; man wird erst sparsamer mit dem Wasserverbrauch, wenn der Fortdruck glatt von statten geht und sich keine Neigung zum Tonen zeigt. Im allgemeinen braucht man weniger Wasser als beim Steindruck und ebenso weniger Farbe. Treten Pausen im Fortdruck ein, so ist die Platte sofort diinn zu gummieren und trocken zu machen. Ebenso hiite man sich, die Feuchtwalzen auf der Platte stehen zu lassen, die Platte oxidiert dabei in kurzester Zeit. Die dadurch verursachten Unsauber- keiten sind entweder gar nicht, oder nur mit auCer- ster Miihe und Anstrengung und immer auf Kosten des Umdruckes zu entfernen. Umdrucke fiir groGere Auflagen sollten nie langere Zeit in der Presse unter gewohnlicher Farbe stehen bleiben; bei langeren Pausen sollte die Platte stets mit Federfarbe eingewalzt und sodann unter Gummi gesetzt werden. Eine alte Regel, die auf jede Druck- technik anwendbar ist und gegen die aus Bequem- lichkeit des Druckers oder aus Leichtsinn immer wie- der verstoGen wird. Ein wichtiger Punkt ist die Behandlung der Farben beim Fortdruck. Allgemein kann man wohl behaup- ten, daG die Farben fur die Maschine nicht anders zu behandeln sind, als dies beim Steindruck sonst iiblich ist. Allein es gibt Ausnahmen. Vor alien Dingen beschranke man die Verwendung von Mittelfirnis auf das denkbar geringste MaG. Wo irgend moglich, verarbeite man nur gut entfetteten Firnis. Magnesia, Petroleum und Bologneser Kreide konnen in entsprechenden Mengen mit Vorteil Ver wendung finden. Bei Druckplatten groGeren Umfangs und mit wenig Zeichnung ist ein Verwassern und damit BlaGwerden der Zeichnung nur bei sorgfaltiger Behandlung zu vermeiden; besonders ist auf sparsamste Feuchtung Gewicht zu legen. Beim Druck groGer Flachen sind nach unsern bis- herigen Erfahrungen die Schwierigkeiten groGer als beim Steindruck, namentlich wenn noch besonders ungunstige auGere Umstande dazu kommen: hohe Temperatur im Druckraum, Druck mit vollen Erd- farben usw. In solchen Fallen kann ich nur immer wieder davor warnen, die beim Sfeindruck ublichen Mittelchen in Anwendung zu bringen, so z. B. saures Bier oder Salzwasser. In gewohnlichen Fallen geniigt haufiges Wechseln des Wischwassers, damit letzteres immer recht rein 47

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 11