ARCHIV FUR BUCHGEWERBE giefierei Flinsch in Frankfurt a. M. Sie bringt in einem Ok- tavhefte,der29.FortsetzungihrerProben,die von Paul Lang in Krefeld entworfene Langschrift in einer mageren und in einer halbfetten Garnitur zur Anschauung. Lang-Initialen, Lang-Vignetten und Lang-Einfassungen bilden zur Schrift dasjenigeZubehor, das dieHerstellung einheitlicherDruck- sachen ermoglichen soil. Das Bestreben derSchriftgiederei Flinsch, nun auch kiinstlerisch wertvolle Schriften und Ornamente herauszugeben, verdient uneingeschrankte An- erkennung. Aber mir scheint, als ob die Wahl des Kiinstlers keine gliickliche gewesen sei, denn die Langschrift bietet material enthait das Heft noch einige neue Akzidenzschrif- ten, eine Traubeneinfassung, sowie eine linear gehaltene Schillereinfassung,die ob ihrer ruhigen vornehmen Linien- fiihrung und leichten Verwendbarkeit Beachtung verdient. Bei den Anwendungen des Materials, die in dem Hefte ge- zeigt werden, lafit sich die interessante Wahrnehmung machen, dad die Schillereinfassung zu der Langschrift viel besser pafit und sich ihr harmonischer angliedert, als die- jenigen Einfassungen, die der Kiinstler Paul Lang eigens zu seiner Langschrift geschaffen hat. Sehr zu bedauern ist, dad als Umschlag fur das Neuheitenheft ein mit einem KJt} Photo-Galvano. D. R. P. 165527. Direkte Negativkopie auf galvanischem Wege. nichts besonders Neues. Sie gehort zu der Gattung der Groteskschriften und hat ein kraftiges stumpffeines Bild, bei dem alle Rundungen vermieden sind. Die Schrift, die eine Pinselschrift sein soil, erscheint mir als eine im Qua drat konstruierte Schrift, weil sie das Fliedende, sowie die Rundungen des Pinsels, die sich unbedingt ergeben miissen, vollstandig vermissen ladt. Ich glaube nicht, dad die Lang schrift Gemeingut so vieler Druckereien werden wird, als dies bei andern Kiinstlerschriften der Fall war, denn sie ist zu konventionell und manches altere Erzeugnis kann an ihre Stelle treten. Die Verwendungsfahigkeit der Lang schrift ist aber zweifellos eine vielseitige, vor allem wird sie sich als Akzidenzschrift eignen. Von Lang-Initialen sind die kleineren entschieden besser als die groden, die fur jedesSatzbild viel zuschwersind. Die Lang-Einfassungen sind hiibsch und gefallig, die Lang-Vignetten aber diirften wohl schwerlich besondern Beifall finden; sie sind zu ge- sucht, einzelne davon geradezu bizarr. Auder dem Lang- unruhigen Liniengrund versehenes Buntpapier genommen wurde, auf dem der Schriftaufdruck keine Ruhe und Vor- nehmheit zeigt. Ein ungemustertes einfarbiges kraftiges rauhes Papier hatte die aufgedruckte Langschrift zu weit besserer Wirkung kommen lassen. Die Schriftgiederei Emit Gursch in Berlin bringt in einem Hefte ihre hauptsachlicbsten Reklameschriften, vornehm- lich ihre Gloriaschriften, in praktischen Anwendungen zur Anschauung. Ich habe in dem Archiv fur Buchgewerbe schon wiederholt diese Erzeugnisse besprochen und kann daher heute nur auf diese Besprechungen verweisen, denn etwas Neues vermag ich beim bestenWillen nicht zu sagen. Die Magdeburger Gravieranstalt m. b. H. (friiher Edm. Koch Co.) in Magdeburg zeigt in einem Anwendungshefte ihre fiir die Vergoldepresse bestimmte, aus nur 170Teilen (einschliedlich 66 Linien) bestehende Kleeblatt-Garnitur Nr. 8928. Das flachig gehaltene Material aus Glockenmetall ladt die verschiedenartigsten VerbindungenundZusammen- 63

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 27