ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Patentliste iiber neue Erfindungen und Verbesserungen. stellungen zu. Einen charakteristischen Stil Oder kfinstle- rischen Wert kann ich aber bei wohlwollendster Prfifung an dem Erzeugnis nicht finden. Die Rudhardsche GieJSerei in Offenbach a. M. bringt als weitere Folge ihrer neuzeitlichen kiinstlerischen Schriften eine Konig-Antiqua auf den Markt, die sich den friiheren Schopfungen der Firma vortrefflich anreiht. Heinz Konig in Lfineburg, der vor einigen Monaten auf eine erfolg- reiche 25jahrigeTatigkeit als Schriftzeichner zurfickblicken konnte, hat die Schrift gezeichnet und ihr auch ein Geleit- wort mitgegeben. Aus letzterem mochte ich einige Satze bringen, da sie gleichsam einUrteil fiber dieKonig-Antiqua bilden, dem man beipflichten kann. Heinz Konig schreibt: „Beim Entwurfe der Schrift ging ich von dem Wunsche aus, den steifenFormenderAntiqua ein belebteres, fliefien- deres Bild zu geben, in ihr neben neuzeitlicheren Formen den Federzug der Hand wieder zur Geltung zu bringen, den sie im Laufe der Zeit durch die schematische Wiedergabe in der Druckschrift verloren hatte. Bereits bei der ro- mischen Antiqua hatte ich diesen Versuch, allerdings nur bei den Gemeinen, gemacht, hier habe ich ihn, wenn auch mit Modifikationen, auf die Versalien mit ausgedehnt. Die bisher gebrauchliche Form der Versalien tragt noch immer denlapidarenCharakter, der sich dem Federzug, als vollig andrer Technik, wenig anpassen will. Die grofien LUcken im Schriftbilde, die bei dem heute gern gepflegten Versal- satz bei einzelnen Buchstaben entstehen, waren nach Mog- lichkeit zuvermeiden. Soversuchte ich die unzialeGrund- form, wie sie aus romischer Zeit noch bis zur Renaissance in gotischen Initialen weiterlebt, mit heranzuziehen, sie aber in durchaus modernem Sinne umzugestalten. Der Federstrich wurde, soweit es ging, angewendet. Bei den Gemeinen liefi sich dies noch besser durchffihren, da ich den rundgotischen Charakter italienischer Handschriften in freier, moderner Linienffihrung auf die Antiquaformen fibertrug." Betrachtet man die Schrift, so wird man finden, dafi Heinz Konig die sich selbst gestellte Aufgabe glficklich gelost hat. Die Schrift zeigt ein lebhaftes, fliefien- desBild, und den Charakter des Federzuges; die storenden Lficken, die im Schriftbild eines Versalsatzes bei einzelnen Buchstaben entstehen, sind nach Moglichkeit vermieden. Aber auf manchen wird die Schrift einen befremdenden Eindruck machen, weil durch den Duktus der Feder viele Buchstaben ihren lapidaren Charakter verloren und so eine ungewohnte Form erhalten haben, wie z. B. A, M, K und einige andre. Und doch glaube ich, dafi die Konig-Antiqua noch mehr als die Eckmann und Behrens Beachtung und Verbreitung finden wird, weil sie eine Schrift ist, die fiberall und bei jeder Gelegenheit, insbesondere aber zur Anfertigung gediegener, vornehmer Arbeiten Verwendung finden kann. Chronos. Photomechanische Verfahren. Photo-Galvano (D. R.-P. Nr. 165527), so benennt sich ein neues photomechanisches Verfahren, das Herr Ludw. Weis, Leipzig-Reudnitz, erfunden hat und mit dem sich Galvanos sowohl in Netz-, Korn- als auch in Strichmanier in kfirzester Zeit mit grofiter Leichtigkeit herstellen lassen sollen. Wir hoffen im nachsten Hefte fiber das neue Ver fahren eingehender berichten zu konnen; heute aber bringen wir schon die umstehende Abbildung, eine direkte Negativ-Kopie auf galvanischem Wege, damit die Leser des Archiv ffir Buchgewerbe das Ergebnis der neuesten Ver- vielfaltigungsart selbst beurteilen konnen. Mitgeteilt vom Patentanwalt PAUL MULLER, Berlin SW. Deutsche Patente. Nr. 158567. Einstellvorrichtung fOr den Maternrahmen solcher Typen-Giess- und Setzmaschinen, beiwelchen der Maternrahmen durch ZWEI ZUEINANDER SENKRECHT GERICHTETE BEWEGUNGEN Ober der Gussform eingestellt wird. Lanston Mono type Machine Company in Philadelphia (V. St. A.). Diese Einstellvorrichtung ffir Maternrahmen solcher Typen-Giefi- und Setzmaschinen, bei welchen der Maternrahmen durch zwei zueinander senkrecht gerichtete Bewegungen fiber der Gufiform eingestellt wird, kennzeichnet sich dadurch, dafi die beiden diese Bewegungen auf den Maternrahmen in bekannter Weise fibertragenden Vorrichtungen unab- hangig voneinander angetrieben werden, zum Zweck, gegen- seitige Beeinflussungen der beiden Einstellersatze auf- einander zu vermeiden, die sonst durch unregelmafiige Arbeitswiderstande und dergleichen verursacht werden konnten. Ferner werden hierbei beide Einstellsatze durch je eine nachgiebige Kuppelung mit einem gemeinsamen Antriebsgliede gekuppelt, zum Zwecke, die Ubertragung von Storungen im Betriebe des einen Einstellersatzes auf den andern zu verhindern. Der zum Antrieb der beiden Einstellersatze dienende Winkelhebel ist in zwei Teile zer- legt, von denen jeder mit einem der Einstellersatze zwang- laufig und mit einem gemeinsamen Antriebsgliede kraft- schlfissig gekuppelt ist. Beim Nachgeben der Kuppelung in dem einen Bewegungssinne ist nur eine Federspannung, beim Nachgeben der Kuppelung im entgegengesetzten Be wegungssinne dagegen ist sowohl die Federspannung als auch ein von der jeweiligen Federspannung abhangiger Reibungsdruck zu fiberwinden. Nr. 158622. Tiegeldruck- und Pragepresse mit den Tiegel durch Zugstangen bewegender, schwingender Kurbelwelle. Eduard Grofie in Heidenau bei Pirna. Bei der Tiegeldruck- und Pragepresse mit den Tiegel durch Zugstangen bewegender, schwingender Kurbelwelle, deren Kurbeln in der Druckstellung des Tiegels in oder nahe der Totpunktstellung sich befinden und von einer zweiten als Hauptantriebwelle dienenden Kurbelwelle unter Zwischen- schaltung von Hebel und Lenker in Schwingung versetzt werden, besteht das Neue darin, dafi die einen Kniehebel bildenden Hebel und Lenker in der Druckstellung des Tiegels eine gestreckte Lage einnehmen. Nr. 158692. Schutzvorrichtung an Buchdruck- Zylinderschnellpressen. J. L. Metz in Riidesheim a. Rh. Bei der Schutzvorrichtung an Buchdruck-Zylinderschnell- pressen besteht das Neue darin, dafi Sicherheitsverschlfisse, welche beim Auflegen der Form auf die Karrenplatte mit dem Schliefirahmen in Eingriff treten, jedoch eine geringe 64

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 28