ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Aus den graphischen Vereinigungen. vorrichtung fur Typographische Maschinen mit Schmelz- topf und Metallpumpe werden scharfe, gleichrnafiige Ab- gusse durch eine gleichrnafiige, moglichst hohe Erhitzung des Metalls vermoge Hindurchleitens der Heizgase durch das Innere des Schmelztopfes und durch Einrichtungen zur Erzeugung eines Kreislaufes des Metalls im Schmelz- topf und Giefikanal erzielt, ohne dafi die dem Schmelz- kessel benachbarten Maschinenteile zu sehr erhitzt werden. Hierbei sind im Innern des Schmelztopfes und notigenfalls auch im Ausflufikanal der Pumpe Kanale angebracht, durch welche die Heizgase stromen, ohne die Aufienseite des Kessels zu bestreichen. Auch kann im Innern eines solchen Kanals ein mit der Pumpe und dem Schmelz- kessel in Verbindung o1 o2 stehendes Rohr o angebracht sein, zum Zweck, der Pumpe stets das heifieste Metall zu- zufiihren. Das Pumpeninnere ist mit dem Schmelztopfe durch einzelne kleine Offnungen verbunden, zum Zwecke einen Druckausgleich beim Schmelzen und einen Umlauf des Metalls beim Pumpen herbeizufiihren, indem die Off nungen etwas Metall aus dem einen in den andern Raum hiniibertreten lassen, ohne die Wirkung der Pumpe zu verhindern. Auch aus dem Giefimunde Oder dem Ende des Giefipumpenkanals leiten kleine, standig offenbleibende Bohrungen I ll I2 in den Schmelzkessel zuriick, um eine Erwiirmung dieser Teile durch hindurchstromendes Metall zu ermoglichen. (Siehe Abbildung.) Nr. 159473. BogenausfOhrvorrichtung fOrZylinder- SCHNELLPRESSEN MIT VORDEREM BOGENAUSGANG. Schnell- pressenfabrik Frankenthal Albert Cie. Akt.-Ges. in Fran- kenthal, Rheinpf. Bei der Bogenausfiihrvorrichtung fur Zylinderschnellpressen mit vorderem Bogenausgang er- fahrt der Auslegerwagen b mit der Greiferspindel c durch Schraubenspindeln k mit sich kreuzendem, an den beiden Enden ineinander verlaufendem Rechts- und Linksgewinde von verschiedener Steigung eine schnellere Bewegung auf demWege vom Zylinder weg als auf demWege zum Zylin- der zuriick, wodurch die zum Anlegen verfugbare Zeit ver- langert wird. (Siehe Abbildung.) Nr. 159502. Vorrichtung zum AusrCcken des Walzen- wagens an Tiegeldruckpressen. Maurer Schneider in Niirnberg. Bei der Vorrichtung zum Ausriicken des Walzen- wagens an Tiegeldruckpressen ist an dem Ausriickhebel o ein Nocken w angebracht, welcher in eine Einkerbung u des unter Federwirkung stehenden Hebels s greift, so dafi der Ausriickhebel o nur bewegt werden kann, wenn der Hebel s durch die Kurbel h aufier Eingriff mit dem Nocken w gebracht ist, was ausschliefilich in der Hochstellung des Walzenwagens geschieht. (Siehe Abbildung.) Nr. 159543. Zweiteilige Giessform mit durch Ein- satzstOcke verstellbarem Giessschlitz. Mergenthaler Setzmaschinen-Fabrik G. tn. b. H. in Berlin. Bei der zwei- teiligen Giefiform mit durch Einsatzstiicke verstellbarem Giefischlitz wird der Parallelismus des durch die Einsatz stiicke gebildeten Giefischlitzes zu der Tragflache des Giefiformtragers durch Stellschrauben e erreicht und fest- gehalten, welche durch die in dem unterenTeil c1 derGiefi- form vorgesehenen glatten Bohrlocher hindurchgesteckt sind und sich nach Hindurchschrauben durch den oberen Teil c der Giefiform mit ihrem vorderen Ende gegen an dem die Giefiform tragenden Maschinenteil angebrachte Wider- lager/ derart legen, dafi bei entsprechendem Drehen der Stellschrauben die beiden Giefiformhalften gegeneinander und gegen die am Formrade vorgesehenen Tragflachen bl gedriickt werden. Gegeniiber dem Kopfende der Stell schrauben sindWiderlager a1 an dem die Giefiform tragen den Maschinenteil angeordnet, gegen welche sich die Stellschrauben bei ihrem Herausschrauben aus dem oberen Teil c der Giefiform stiitzen, wobei der obere Teil von dem unteren Teil der Giefiform zwecks Auswechselns der Ein satzstiicke c2 abgehoben wird. (Siehe Abbildung.) Altenburg. Am 13. Januar 1906 sprach vor zahlreichen Mitgliedern der Graphischen Vereinigung, sowie des hie- sigen Maschinenmeisterklubs Herr O. Sievers aus Dresden- Heidenau fiberModerne Druckverfahren, von welchen ganz besonders der Pragedruck eingehend erlautert wurde. Eine recht umfangreiche Ausstellung moderner Druck- erzeugnisse unterstiitzte intrefflicherWeise denVortrag. In der am 31. Januar stattgefundenen Sitzung fanden unter den vielen Eingangen vor allem die seitens verschiedener graphischer Firmen gestifteten Kalender und die Neujahrs" wiinsche der Typographischen Gesellschaften naturgemafi die meiste Beachtung. Hier zeigte sich augenfallig die immer mehr fufifassende Herrschaft des Empirestils. Der Vorsitzende teilte alsdann die Ergebnisse des vom Verband der Deutschen Typographischen Gesellschaften erlassenen Inseraten-Wettbewerbes mit, bei welchem der Graphischen Vereinigung ein Kollektivpreis von 35 M. und deren Mit- glied, Herr A. M. Watzulik, ein Einzelpreis zugesprochen wurde. Dank dem Entgegenkommen der Breslauer Typo graphischen Gesellschaft konnte an dem Abende auch der neueste Band des Musteraustausches des Deutschen Buch- gewerbevereins zur Auslage gebracht werden. Wie immer so fanden auch heute die in ihm vereinten Kunstblatter aus alien graphischen Gebieten die gebiihrende Beachtung. Eine vom Verband der Deutschen Typographischen Gesell schaften eingetrofFene Rundsendung enthielt 15 Tafeln mit Vereinsdrucksachen der Offenbacher Graphischen Ver einigung. Einfache, edle Wirkung, unterstiitzt von'streng einheitlicher Schriftenwahl, waren die Hauptmerkmale dieser Arbeiten, welche ein Bericht eines Leipziger Fach- mannes in eingehender Weise besprach. Dem in dieser Besprechung zum Ausdruck gebrachten Wunsch, dafi auch andre typographische Gesellschaften ahnliche Rundsen- dungen zusammenstellen mochten, war der Vorsitzende insofern nachgekommen, als er aus seinen Sammlungen eine Reihe von Altenburger Druckerzeugnissen zur Aus lage brachte, die demnachst unter der Bezeichnung: Ge- druckte Zeugen frohlicher Geselligkeit der Altenburger Kollegenschaft dem Verband als Wanderausstellung iiber- wiesen werden sollen. Zum Schlufi dieses so viel Lehrreiches bietenden Sitzungsabends fiihrte ein Mitglied noch ein Setzpult vor, das einem Stuttgarter Fachmann patentiert wurde. Es ist an jedem Kasten anzubringen und ermog- licht die wagerechte Auflage des Setzschiffes, was bekannt- 66

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 30