ARCHIV FUR BUCHGEWERBE ners, bei kiinftigen Preisausschreiben keine fertigen Druck- sachen, sondern nur Skizzen zum Wettbewerb zuzulassen, gutgeheifien. Am 24. Januar wurde mit dem Vortrags- zyklus iiber Kalkulation von Drucksachen begonnen. Nach einer kurzen Einfiihrung seitens des Vorsitzenden iiber- nahm Herr Mylau den ersten Teil der Vortrage und sprach iiber die Preisberechnung des Satzes. An der Hand des Tarifkommentars erlautert der Vortragende die in Betracht kommenden Paragraphen und fiihrte einige Berechnungs- beispielean. DerVorsitzende verlas dann eineZuschriftdes Deutschen Buchgewerbevereins und forderte zum regen Besuche der gegenwartig im Buchgewerbehause stattfin- denden Vortrage auf. An diesem Abend war gleichzeitig eine reichhaltige Auswahl anlafilich des Jahreswechsels herausgegebener Drucksachen ausgestellt. R. Liibeck. Die Typographische Gesellschaft hielt am 8. Fe- bruar eine Versammlung ab, in welcher der Vorsitzende, Herr T. von Zawadski zunachst eine Reihe von neuen Mustern, die auswartige Firmen eingeschickt hatten, vor- legte. Es gelangten ferner die Mitteilungen des Arbeitsaus- schusses des Verbandes der Deutschen Typographischen Gesellschaften zur Ausgabe, in denen der Bericht iiber die Wertung der zum Preisausschreiben der Kolberger An- stalten fiir Exterikultur eingegangenen Entwiirfe enthalten ist. Herr W. Dahms sprach dann iiber: Das Ankiindigungs- wesen, wobei er zunachst die Art und Weise der Reklame in friiheren Zeiten behandelte, in welchen Ausrufer, teil- weise auch Aushangeschilder zur Verbreitung von An- kiindigungen dienten. Nach Erscheinen der ersten Zei- tungen im Jahre 1615 habe man diese zur Reklame benutzt. Im Jahre 1751 sei in Liibeck die erste Zeitung erschienen, der heute noch bestehende Liibeckische Anzeiger, von dem auch einige Bande der ersten Jahrgange ausgestellt seien. Zum SchluB wird dann das heute immer mehr sich aus- breitende Reklamewesen eingehend besprochen. Ausge stellt war eine AnzahlNeujahrs-GIiickwunschkarten. Em. Miinchen. Die Typographische Gesellschaft hielt am 24.Januar ihreMonatsversammlung, mit welcher eine kleine Ausstellung verschiedener Skizzen verbunden war. Zum Gedachtnis des zweihundertjahrigen Geburtstages Benja min Franklins hielt Herr Fleischmann einen Vortrag iiber Leben und Wirken dieses beriihmten Fachgenossen, Ge- lehrten und Staatsmannes. Hierauf sprach Herr Siegl iiber AusschielJen, Satz- und Papierformate. Obgleich dieses Thema eigentlichnichtsNeues behandelte, zeigtesich doch, dafi es so manches dabei zu lernen gab. Der Redner fiihrte das AusschieBen einfacher und komplizierter Formate an der Wandtafel vor, besprach verschiedene Ausnahmefalle, die verandertes AusschieBen notwendig machen und gab so manche Erfahrung aus seiner Praxis zum besten. In dem nachfolgenden Meinungsaustausch wurde besonders auf das fiir Falzmaschinen notige veranderte AusschieBen hingewiesen. Zur besseren Unterrichtung kam ein ge- drucktes Schema der hauptsachlichsten Formate zur Ver- teilung. -m-. Niirnberg. Die Typographische Gesellschaft hielt am 19.Januar ihre diesjahrige Hauptversammlung ab. Aus dem Bericht des Vorsitzenden ist zu entnehmen, daB die Ent- wicklung der Gesellschaft standig zunimmt. Der Anfang des Vereinsjahres angeregte ZusammenschluB mit einem hiesigen Graphischen Klub ist nicht weiter verfolgt worden. An Arbeitssitzungen wurden 11 abgehalten,auBerdem waren 5 Vorstandssitzungen notwendig. Die Zahl der Mitglieder ist von 47 auf 63 gestiegen. Aus dem Kassenbericht ist zu entnehmen, dafi den Einnahmen von M. 635.23 Ausgaben von M. 363.46 gegeniiberstehen, so dafi ein Bestand von M. 271.77 vorhanden ist. In den Vorstand wurden gewahlt bzw. wiedergewahlt die Herren: Guth, I. Vorsitzender; Schnepf, II. Vorsitzender; Wergandt, Kassierer; Nunner, Schriftfiihrer; Gebr. Cast, Bibliothekare und Sammlungs- verwalter; Fiirbafi, Beisitzer. Die technische Kommission besteht aus den Herren: Eckstein, Dietzel, Kolb und Zettel. Der im zweiten Teil befindliche Kolorierkursus wurde mit dem bis Ostern sich ausdehnenden Schriftzeichen- und Kolorierkurs verschmolzen. Herr Obermaschinenmeister Gulden hielt darauf einen Vortrag iiber: Die neuesten Fort- schritte in der Galvanoplastik, in dem er besonders das Dr. Albert- und Fischer-Galvano behandelte. Von der Er- flndung der Galvanoplastik ausgehend, erklarte der Vor tragende die Vorgange bis zur Fertigstellung des Galvanos in allgemeinverstandlicher Weise, um dann zum Schlusse iiber die neueste Erflndung eingehend zu berichten, bei welcher nicht mehr in Wachs, sondern in diinne Bleiplatt- chen gepragt wird. Auch die Doppeltonfarben, ihre Zu- sammensetzung und Behandlung beim Druck erfuhren eine ebenso objektive wie auch allgemein verstandliche Er- klarung, die noch besonders dadurch interessant wurde, da der Autotypiedruck von Anfang seines Entstehens an geschildert wurde. Die ausgelegten Drucke, sowohl von Fischer- und Albert-Galvanos, wie auch mit Doppelton farben gedruckt, unterstiitzen die lehrreichen Ausfiih- rungen. Zum Schlusse der Sitzung wurde noch ein ver- stellbares Setzpult beurteilt, das sich in der Praxis gut be- wahren und grofie Vorteile bieten soli. -t-. Posen. Den Hauptpunkt der Sitzung, die der Buch- drucker-Fachverein am 17. Januar abhielt, bildete die Aus stellung der Motive fiir den Akzidenzsatz (zweite Rund- sendung der Buchdrucker-Woche). Der eingehend ausge- arbeiteteBerichtwurde sehr beifallig aufgenommen. Am 27.Januar beging der Verein sein drittes Stiftungsfest durch eine Festsitzung, die bei zahlreicher Beteiligung in recht gediegener Stimmung verlief. Fiir die wochentlichen Ubungsabende des eingerichteten Skizzier- und Tonplatten- schneidekursus haben sich 27 Teilnehmer gemeldet. -n-. Stuttgart. Ein neuesjahr, mit ihm ein neues Leben, war die Devise der ersten Versammlung des Graphischen Klubs. Die Mitglieder waren vollziihlig erschienen, um der Vor- fiihrung der mechanischen Kreide-Relief-Zurichtung von Lankes und Schwarzler in Miinchen beizuwohnen. Herr Obermaschinenmeister Meindl gab als Einleitung einen kurzen Riickblick auf die bisherigen Zurichteverfahren und erlauterte die neue mechanische Kreide-Relief-Zurichtung, deren Anfertigung dann Herrn Schwarzler den gespannt Zuschauenden vorfiihrte. In dem sich anschliefienden um- fangreichen Meinungsaustausch wurde von den anwesenden Geschaftsvertretern, welche diese neueZurichtung bereits eingefiihrt haben, festgestellt, daB sie die beste von alien bis jetzt aufgetauchten genannt werden konne, da die Her- stellung denkbar einfach, die Ergebnisse aber erstaunlich waren. Bei Auflagen von 180000 Druck hatten die Zu- richtungen keinerlei Abniitzung gezeigt. Hierauf fand Be- sichtung der reichlich beschickten Neujahrsdrucksachen- Ausstellung statt, welche die mannigfaltigsten Erzeugnisse typo- und lithographischer Kunst zeigte. Der Lesezirkel 69

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 33