ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Biicher- und Zeitschriftenschau; verschiedene Eingange. brachte die neuesten Hefte derFachliteratur, unter der auch in diesem Jahre das Doppelheft des Archiv fur Buchge- werbe mit seinen 68 Kunstbeilagen wieder die erste Stelle einnahm. Zur Verteilung, soweit vorhanden, kam Nr. 5 der Mitteilungen des Arbeitsausschusses des Verbandes der Deutschen Typographischen Gesellschaften. Wien. Die Graphische Gesellschaft veranstaltete am 16. Januar eine allgemeine Buchdruckerversammlung, auf der ein sehr bedeutsames Thema behandelt wurde: Die Schmutzkonkurrenz imBuchdruckgewerbe und ihreWirkung auf die Qualitat der Arbeiten. Die Mitglieder der Gesell schaft (die Versammlung gait auch der Werbung solcher, die Gesellschaft zahlt dermalen iiberTausend) sollten durch Propaganda imPublikumdafiirwirken,daftdieses fiirschone Arbeiten Sinn bekomme und nichtwie jetzt noch leideriiber- all nur solchen fur billige Sachen habe. DerKorrektoren- verein bot seinen Mitgliedern und alien sich Interessieren- den einenVortrag des Assistenten derhiesigen Augenklinik Dr. H.Lauber iiber die fur die Berufsangehorigen so be- deutungsvolle Hygiene der Augen. Er gab eine Reihe von Anweisungen und Ratschlagen in betreff individueller Augenpflege, Benutzung von Brillen und erging sich auch iiber die Art der Beleuchtung bei Naharbeit. Diesbeziig- lich ist eine Aufterung hervorzuheben, weil gegen den be- treffenden sehr richtigen Grundsatz allerorten gesiindigt wird. Nicht allein die Arbeit, auch der Arbeitsraum habe geniigend beleuchtet zu sein, damit nicht durch den {Con trast die Augen schon leiden. P-t- Zittau. Die Generalversammlung der Graphischen Ver- einigung fand am 13. Januar 1906 statt. Aus dem zum Vor- trag kommenden Jahresbericht ist zu ersehen, daft man mit Befriedigung auf die Ergebnisse des abgelaufenen Vereins- jahres zuriickblicken kann. Unter den Mitgliedern war ein eifriges Streben nach technischer Vervollkommnung be- merkbar und mit besonderem Eifer lieften es sich die Teil- nehmer am Zeichenkursus der Stadtischen Handwerker- schule angelegen sein, sich in zeichentechnischer Hinsicht fortzubilden, urn den Anforderungen gerecht werden zu konnen, die an den Akzidenzsetzer gestellt werden. Aber auch den andern Gebieten unsres weitverzweigten Berufs wurde die geniigende Beachtung zuteil. Es fanden groftere Vortrage statt,u. a.: liber Setzmaschinen (mit anschlieften- der Besichtigung des Setzmaschinenbetriebes [Monoline und Linotype] der Zittauer Morgenzeitung); Das Aus- schieften; Die Farben und ihre Tone usw. Auch groftere Ausstellungen fanden statt, unter welchen nicht zuletzt die Ausstellung des Musteraustausches des Deutschen Buch- gewerbevereins erwahnt sein mag. Auf dem Gebiete des Wettbewerbes unter ihren Mitgliedern hat sich die Ver- einigung ebenfalls betatigt, und zwar gingen die Entwiirfe zur Johannisfestdrucksache und zu Drucksachen fur die Vereinigung aus solchen hervor. Durch die Direktion der Handwerkerschule kamen zwei Geldpreise zur Verteilung, welche Herr Buchdruckereibesitzer Schwager fur die besten Losungen einer gestellten Aufgabe gestiftet hatte. Der Kol- berger Inseratenwettbewerb brachte der Vereinigung einen Kollektivpreis von 10 M.; ein Mitglied wurde mit einem VI. Preise ausgezeichnet. Die Mitgliederzahl am Schlusse unsres Berichtjahres betrug 35. Nachdem der Rechen- schaftsbericht gepriift und fiir richtig befunden wurde, schritt man zur Vorstandswahl. Es wurden wieder bzw. neugewahlt die Herren E. Spindler als Vorsitzender, A. Hille als Schriftfiihrer, A. Meichsner als Bibliothekar und M. Gab- ler als Kassierer. Ausgestellt waren an diesem Abend Schriftgieilereineuheiten, der Briefkopfwettbewerb der Ver einigung, sowie die Entwiirfe fiir das Preisausschreiben an der Handwerkerschule. Die am 4. Februar 1906 stattge- fundene Versammlung unsrer Vereinigung beschaftigte sich in der Hauptsache mit der Erledigung der von der Generalversammlung zuriickgestellten Punkte: Abonne- ment von Fachzeitschriften und Erwerbung der korpora- tiven Mitgliedschaft des Deutschen Buchgewerbevereins. Nach kurzer Aussprache wurde der Beitritt beschlossen, durch den die Fachliteratur Bereicherung erfahrt durch das Archiv fiir Buchgewerbe. Ausgestellt waren Neujahrs- drucksachen, die von der Redaktion des Deutschen Buch- und Steindruckers zur Verfugung gestellt worden waren. "dl". Schmidt, Hans. Photographisches Hilfsbuch fiir ernste Arbeit. I. Teil: Die Aufnahme. Mit 81 Figuren und einer farbigen Tafel. Berlin 1905. Verlag von Gustav Schmidt. Preis Mk. 3,60, geb. Mk. 4,50. Mit der Herausgabe dieses Buches hat derVerfasser etwas Eigenartiges, Neues ge- schaffen. Es ist zwar das allbekannte Thema behandelt, aber ohne Anlehnung an bereits Vorhandenes. Es liegt eine ganz selbstandige Arbeit vor. Das Hauptgewicht ist darauf gerichtet, den Leser mit den „Feinheiten" der Photo graphic vertraut zu machen. Die mitunter recht heikeln und schwierigen Kapitel sind dennoch in leicht faftlicher und anschaulicherForm behandelt, so daft der aufmerksame Leser den Auseinandersetzungen leicht zu folgenvermag. Es hatte am Ende nichts schaden konnen, wenn der Verfasser noch mehr auf die Roheit unsrer heutigen photographi- schen Verfahren eingegangen ware, die die Schuld daran tragen, daft so vieles von den Feinheiten des aufzunehmen- denGegenstandes verschwindet. An dem Kapitel „Strahlen- ftlter" hatte ich manches auszusetzen, insbesondre muft aufrecht erhalten bleiben, daft einwandfreiein der Masse gefarbte Gelbfilter noch nicht hergestellt worden sind, und wohl auch nie hergestellt werden konnen. Der bisher er- schienene erste Teil des Werkes umfaftt den ganzen Appa- rat der Aufnahme. Der Verfasser hat die einzelnen Ab- teilungen so verniinftig aneinandergereiht und gibt so viel wertvolle Ratschlage, daft der Leser aus diesem Buche ent- schieden groften Nutzen Ziehen muft. Das Verdienstliche dabei ist, daft, wie schon erwahnt, auch die Theorie in aus- giebiger Weise Beriicksichtigung gefunden hat, daft aber alles allgemeinverstandlich dargestellt ist. Das Buch kann alien strebsamen Photographen warmstens empfohlen werden. Loescher, Fritz, Vergroflern und Kopieren auf Brom- silber-Papier. 2. Auflage. Mit einem Bromsilberdruck und mehreren Abbildungen. Berlin, 1905. Verlag von G.Schmidt. Geh. Mark 2,50. Geb. Mark 3.—. Das Vergroftern und 70

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 34