ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Die Geschaftsstelle des Deutschen Buchgewerbevereins Dr. Streckers Zinkdruckverfahren. 8. Max Haubold, Oberfaktor in der Buchdruckerei und Verlag Carl Gerber, Miiitchen. 9. Otto Heck, i.Fa. Otto Heck Ficker, Miinchen. 10. Georg Jung, Maschinen- und Fachgeschaft fur Druckereien, Breslau. 11. Oskar Ludwig, Faktor i. Hause Hugo Bestehorn, Magdeburg. 12. Hans von Miiller, Willmersdorf. 13. Felix Naumann, Lehrer an der Koniglichen Aka- demie fur Graphische Kiinste und Buchgewerbe, Leipzig. 14. Emil Reimann, Schoeneberg. 15. Caesar Reinhardt, i.Fa. Deutsche Zeitung, Buch druckerei, Porto Alegre. 16. Walter Rose, i.Fa. W. W. (Ed.) Klambt, G.m.b.H., Neurode. 17. G. W. Sorgenfrey, i. Fa. H. Haessel Vol3 Sorti- ment, Leipzig. 18. Willy Walter, Reklamechef, Kdlna.Rh. 19. Wilhelm Zander, Buchhandler, Giefien. b) als korporative Mitglieder: 1. Deutscher Lithographen- Bund, Sitz Niirnberg, Niirnberg. 2. Liegnitzer Graphische Vereinigung, Liegnitz. 3. Graphische Vereinigung, Zittau. 4. Typographischer Club, Zurich. 5. Typographische Vereinigung, Braunschweig. Leipzig, den 28. Februar 1906 Arthur Woernlein, Verwaltungsdirektor. Von C. LANGHE1N, Karlsruhe. ZU einer der bedeutungsvollsten Erscheinungen auf dem Gebiete des Flachdruckes gehort fraglos das vor einigen Jahren von Dr.Strecker in Darmstadt erfundene Zinkdruckverfahren. Vor drei oder vier Jahren nur einem ganz kleinen Kreise Vertrauter bekannt, hat es sich im Laufe dieser Zeit eine Roihe von Freunden und Forderern in der graphischen Industrie erworben. Es diirfte kaum eine gro(3ere Druckerei Deutschlands geben, die nicht Versuche mit diesem neuen Druckverfahren ange- stellt hatte, und es scheint, dafi man der Erfindung Dr. Streckers eine grofle Umwalzung auf dem Stein- druckgebiete iiberhaupt und damit einen grofien Er- folg prophezeien darf. Das Verfahren ist noch kein in sich abgeschlossenes, kein ganz reifes. Es werden daher im Laufe der nachsten Jahre noch eine Reihe von Verbesserungen zu erwarten sein, die das in nachstehenden Zeilen niedergelegte Urteil andern und berichtigen werden. An Versuchen, den Lithographiestein durch ein andres Material zu ersetzen, hat es seit Erfindung der Lithographie, besonders aber im Laufe der letzten 20 Jahre nicht gefehlt. Die Grtinde zu diesen An- strengungen sind jedem Fachmann bekannt: Steine, vorallenDingen gute, werden mit jedem Jahre seltener und demnach entsprechend teurer; der scharfe Wett- kampf im Steindruckgewerbe notigt zu immer inten- siverem Ausnutzen grofier Formate und langlebiger druckfahiger Platten; eine schwer zu losende Aufgabe mit dem plumpen und leichtbrechenden Steinmaterial. Nun laflt sich zwar der Stein meiner Ansicht nach nicht vollstandig ersetzen. Wer gewohnt ist, in kiinstlerisch freier Weise und nicht gebunden an starreRegeln derBerufstechnik den Lithographiestein zu bearbeiten, wird bitter enttauscht sein, wenn er zum ersten Mai die vielgeriihmten Ersatzmittel, Aluminium oder Zink, benutzt; und nicht nur dem Kunstler, sondern auch manchem Berufslithographen geht es ahnlich. Selbst die grofiere Handlichkeit der Metallplatte wiegt nur unvollkommen die sonstigen Nachteile fur den Zeichner auf. Besser findet sich schon der Um- und Schnellpressendrucker mit der Metallplatte ab, und man hat hier schon eher das Recht, von einem vollstandigen Ersatz des Steines zu sprechen. Es wurde zu weit fiihren, auf alle die mehr oder minder ungelosten Versuche zur Erfindung eines Steinersatzes einzugehen. Nach Hunderttausenden zahlen die Summen, die in jedem Jahrzehnt und zwar meistens mit stark negativem Erfolg, hierfur ge- opfert wurden und noch werden. Einen gewaltigen Schritt vorwarts zur Losung der Frage des Steiner satzes bedeutet ganz fraglos die Algraphie (Zeichnung und Druck unter Benutzung der Aluminiumplatte); ihr gesellt sich jetzt ein Zinkdruckverfahren des Dr. Otto Strecker in Darmstadt zu, welches die Auf- merksamkeit weitester Fachkreise verdient und auch finden wird. Seit etwa drei Jahren wird in unsrer „Kunst- druckerei Kiinstlerbund" nach diesem Verfahren neben gleichzeitiger Benutzung des Steins und der Aluminiumplatte gearbeitet. Eine nicht unerhebliche Anzahl Arbeiten merkantiler oder kiinstlerischer Art sind nur mit diesem neuenZinkdruckverfahrensowohl 42

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 6