ARCHIV FOR BUCHGEWERBE natiirlich von der Aluminiumplatte; es ist in diesem Punkte kein Unterschied in den beiden Techniken. Das Schleifen. DasSchleifen der Platte wird mit einem Filztampon oder, was besser ist, mit Stahlspanen ausgefiihrt wie folgt: Zuerst sorgfaltiges und griindliches Abwaschen der neuen oder bereits benutzten Platte mit einer fettzerstorenden Losung von 30 ccm Salpetersaure in y2 Liter Wasser, oder Natronlauge 65 g auf 1 Liter Wasser in einer Glasflasche gelost. Diese Losung soil bis zu 5Minuten auf die Platte einwirken. Sodann langeres Schleifen (je nach GroBe der Platte unge- fahr 1525 Minuten) mit Sand und Bimssteinmehl unter Zusatz von Wasser und Salpetersaure etwa in obigem Verhaltnis, zum SchluB Nachschleifen mit feinem Sand oder Bimssteinmehl und Wasser. Dann unter stark fliefiendem Wasser sauber ab- spiilen und mit sauberem Lappen trocken wischen. Wird die Platte sofort gebraucht, so ist sie in diesem Zustande zur Benutzung fertig; muB sie aus irgend einem Grunde auf kurzere oder langere Zeit zuruckgestellt werden, so hat vor dem spateren Ge- brauch ein nochmaliges Abspulen mit drei Teilen Salpetersaure gelost in 100 Teilen Wasser zu er- folgen. Dieser Losung, welche die Aufgabe hat etwaige fette Schmutzteilchen zu entfernen, kann auBerdem als Entsauerungsmittel etwas Alaun zuge- setzt werden. Dieselbe Wirkung wird erreicht durch UbergieBen einer Alaunlosung, 60 g auf 1 Liter Wasser. Nach diesem UbergieBen nochmals mit reinem Wasser tiichtig abspulen und mit der Windfahne trocken machen. Das Kornen. Die Kornung der Platte geschieht mittels eines sogenannten Sandstrahlgeblases. Jede groBere Druk- kerei kann sich diese Einrichtung selbst anlegen, indessen fahrt man bei mittlerem Bedarf besser, wenn man die fertig gekornten Platten bezieht. Wir ar- beiten seit Jahren mit gekornten Zinkplatten von Hermann Schoembs Co. in Offenbach a. M. Die Firma stellt mehrere Kornstarken her; wiederholt angestellte Versuche haben ergeben, dafi fur unsre Zwecke nur die mittlere Kornung in Frage kam, doch mag hier jeder nach Gutdiinken verfahren. Durch die Behandlung bei der Atzung und spater beim Druck leidet jedes Korn; bei schon einmal be nutzten Platten wird ferner bei wiederholter Her- richtung durch Schleifen von Hand usw. die Platte mehr und mehr von ihrer Kornung verlieren. Hier tritt nun die Schleifmiihle in ihre Rechte. Diese Schleifmiihle besteht aus einem Kasten bis auf 1,20 1,70 m grofi, welcher auf Kugellager ge- tragen, durch eine Exzenterbewegung in eine schliir- fende Bewegung gesetzt wird. Auf dem Boden dieses Kastens wird die Zinkplatte befestigt, und es werden sodann Glas- oder Porzellan-Kugeln, sogenannte Marbeln oder Klicker auf die Platte geschiittet unter gleichzeitiger Zugabe von Schleifmaterial (Sand) und Wasser. Durch die schiittelnde Bewegung werden die Kugeln zum Kreisen gebracht und reifien ver- mittels des Schleifmaterials Furchen in die Platte ein, dadurch und durch die auBerordentlich haufige Kreisung ein feines Korn erzeugend. Mit gutem Erfolg ist diese Schleifmiihle von uns zum Wiederaufrauhen alterer Kornplatten verwendet wordsn, auch das Korn der Umdruckplatten (siehe auch unter Umdruck) laBt sich sehr gleichmaBig damit herstellen. Um glatte Platten in der Schleifmiihle zu kornen, und dadurch um Kornplatten fiir Originalzeichnung zu erhalten, bedarf es einer groBen Ubung; hier mufl Erfahrung, aus haufiger Anwendung entstehend, ein- setzen, bis zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden. Folgendes Verfahren hat brauchbare Ergebnisse ergeben: Zunachst ein Vorschleifen mit grobem Flufi- sand und Kieselsteinen von der GroBe eines Hiihner- eies; diese Kieselsteine vertreten die Stelle der Glaskugeln. Man schleift mit diesem Material etwa 20 Minuten, spiilt die Platte sauber ab und kornt nun weitere 20 Minuten oder l/2 Stunde mit feinem Flufl- sand oder Feuersteinpulver und kleineren Kiesel steinen von der ungefahren Grofie der erwahnten Glaskugeln, oder mit Glaskugeln selbst. Es soli nochmals ausdriicklich betont werden: die Zinkplatten erhalten keinerlei Praparation, keinen Vberzug, keine besondre Oberflachenschicht. Die verschiedenen vorstehend geschilderten Abspiilungen bezwecken nichts andres, als ein moglichst griind liches Saubern und Entfetten der Zeichenflache; das Zeichnen selbst oder der Umdruck erfolgen direkt auf die metallische Zinkflache. Die Originalzeichnung. Zink ist nach der geschilderten Behandlung in hohem MaBe empfindlich gegen Fett gewordenes reagiert mit Fett in jeder Form starker als Stein und Aluminium. Also Vorsicht beim Zeichnen! Aluminium ist in der Farbung dunkler als Stein, Zink dunkler als Aluminium. Hierin liegt ein Nach- teil des Zinks und eine gewisse Begrenzung bei seiner Verwendung als Originalplatte, welche indessen wohl nur bei Arbeiten rein kiinstlerischer Art zum Ausdruck kommen diirfte. Besonders dunkel gefarbte Kornplatten atze man vor dem Gebrauch mit Salzsaure, sie erscheinen darauf wesentlich heller im Ton, wodurch die Arbeit in vielen Fallen erleichtert wird. Im iibrigen zeichnet es sichangenehm aufZink; SchabtechnikoderKratzen mit Schaber, Nadel oder Stahlpinsel laBt sich vor- 44

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1906 | | page 8