ARCHIV FUR BUCHGEWERBE Jflut JHU iiberflugelt hat. Ihrer sind leider Gottes in Deutsch- land auch heute noch nicht gar viele, die mit alien Mitteln das Buch und was damit zusammenhangt, ernstlich wieder zum Kunstwerke zu machen bestrebt sind. Vielfach gilt, abgesehen von der Vorherrschaft des angeborenen Ungeschmackes, das ganz un- sinnigeVorurteil, als bedingeeinheitlicheAusstattung immer auch erhohten Kostenaufwand. Natiirlich gutes Papier ist teurer als schlechtes und ein Umschlag in kiinstlerischer Erscheinung kostet vielleicht um eine Kleinigkeit mehr, als die Anwendung der herge- brachten Schablone, die zu tief Wurzel geschlagen wahren kiinstlerischen Kultur uberhaupt nicht weit her. Uberaus erfreulich ist, was die Buchbinderlehr- kurse zur Ausstellung beisteuerten. Ein gesunder Geist ist auch da wieder eingezogen. Der Gold- kladderadatsch der ,Prachtwerke' hat seine Rolle hoffentlich ausgespielt. Die auf schones Ebenmafi abzielende einfache Flachenteilung ohne allzugroBen Aufwand an Ornamenten, die richtige Beriicksichti- gung der Schrift nach Form, Anordnung, Placierung im gegebenen Raume, selbst bei ganz anspruchs- losen, in billigem Material hergestellten Banden, die hut' t)cu &id)frr jjH&mua fl-Hitboerr Dorfdjou abgrloft cntrilt iosiWtitf ®a (T>alla» Zornoom Croubr ffrojaa fidj <yc- Undtraqt ben ^lanhrrftlauius. ntanbt Salj bride Borbc fd)rrchrnv0llmitl)Ot)Cr ftuf j0ja* frnjellqaftrnffiaft! 2)a,mrld]pinSdjrorif} ftrlft irincn.Sd|ifffrti Su. flutter, fdildqQtifrqifj ra nidjtl boltlt)fr»»r, Sdjroarz ntrrf'itgm (Turua ®due borfim Sir fflbtt mitfaijle Sotrufarb', Jfftcevqeujuljl,' Hub jcuc nidjt maiit;aftf tDfltklaq'undflas Sort akqrbrodicnf 6u.der l)iti jlud) Qfiqr hraflooU ftquilo, Orm auf Zurn qrujan&tfn Dupiter, fflCenholjTt fflnuibriiUenhnunOrrioniiitic Suul iStemfidifnujalflumj brbtunbhradjt! mil noffen 3)and) End hem tSfOtirn in biiGrer jjtum uad)t 0pb Jtotua birOas Srbalh 2rrfd^luij! fdjpin iLtmt)oLd, So iu, als few fMeqeabeut', am hrutn- IDo trub'umtirolht 0riou fuiht; mru Siranl), (flid)t fd)ujeb'fr fanftcr Hard) flrr XDoqf dJcBrfdu flip SaudirrDoqellabti: fitiodcn fort, Sana ujiri fin iBri&both Oarqrbradft ft lb riuCt ftdjajas Sirtjrafdjar, BcnSturmra tjndfiniunqcs^cbaf. .4- -5- Obung im Schreiben und Anordnen von Schrift. Schulerarbeit aus der Buchdruckerfachschule Mijnchcn hat, um im Verlaufe kurzer Zeit den hochst verdienst- vollen Ansatzen weniger wie des Inselverlags in Leipzig, des Diederichsschen in Jena gegeniiber in MiBkredit zu kommen. Um Biicher allein handelt es sich ubrigens keineswegs. Die gewohnliche Ge- schaftskarte, die Mitteilung, das Briefkuvert, kurz- um der gesamte Akzidenzdruck braucht nicht ge- schmacklos, er kann unter Aufwand der einfachsten Mittel gut und geschmackvoll sein. Die aufgelegten Proben geben beredtes Zeugnis dafiir. Auch in diesen Dingen ist es wie in alien andern: Wo die kiinstlerische Rucksichtnahme das scheinbar neben- sachliche auBer acht lafit und sich nur am GroBen, in die Augen fallenden dokumentiert, da ist's mit der reizend gemusterten Bunt- und mittelst Kleisterver- fahren hergestellten Zierpapiere, von denen letztere vielfach zu kostlichen Einbanden benutzt sind, die wieder zu Ehren gekommene Handvergoldung, die Verwendung zierlicher Fileten, das dezente Auf- treten von Ledermosaik, all das spricht von einem Erfassen der Aufgabe im besten Sinne. Dergleichen in wahrhaft handwerklich gediegener Weise von den Handwerkskunstlern der Zukunft hergestellt, dem vielen, entsetzlich vielen Schund, der durch Fabrik- betriebe gleichen Faches in die Welt hinausgejagt wird, gegeniibergestellt zu sehen ist eine Freude. Und all das pomphaft aufgedonnerte Zeug, wie es sonst bei solchen Gelegenheiten aufmarschierte, die 495

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1908 | | page 47