Die Märchen öee We/Eera/r/Q) Eugen Die-erichs Verlag in^ena r» herausgegeben von prof.Dr.Seieöeich von öee ^er/en-München unö Dr. Paul Farmeri-Marburg^ unter Mitwirkung von: Prof. Dr. Karl Dr/ro^-München, Mauü ^o^n/-Vublin, Prof, vr. Paul Krei/chnrer-Wien, Prof. Dr. Walter Knch/er-Würzburg, Prof. Dr. August L'esF/en-Leipzig, Dr. August v.Cöwts 0/ wenar-Serlin, Zrau Prof. Heinrich Cüdets= Serlin,prof.Vr.HermannRan7e-Heiüelberg,prof.Dr.LuöwigMeF-Serlin,Dr.Klara S/roöe-München, Prof. Wilhelm AMer-<kutin, vr. Richarö 2vrche/m-Tjingtau u. a. Dor hundert Jahren ßhicften die Brüder Grimm den erften Band ihrer Kinder* und (jausmärdfen in die "Welt. Sie fdjufen in diefet Sammlung ein unvergäng* Heftes, nacft Form und Unftalt tlafßfcftes Hationalbucft, etfcftloffen aber damit zu* gleich detWiffenfcftaft ein neues Gebiet, auf dem die gelehrte Sammelarbeit eines Jahrhunderts, einen immer größeren Kreis von Vollem umfpannend, retcfte, faum noch überfehbare Schätze einheimifcften und fremden Gutes fand. Doch nicht der TVtffenfthaft gehören die Märchen allein. Vie belehrten haben nur diefe Schätze in Verwahrung genommen, als das Voll, durch andere Jluf* gaben in finfprucft genommen, das alte ErSe gu vernacftläfftgen begann. Jetft fängt die Gefamtheit an,ftcft wieder auf die Grundlagen ihrer Kultur zu beginnen, und es ift an der Jett, das unendlich gtrftteute und in der fdjwer zugänglichen Fachliteratur aufgefpeicfterte Gut zu fichten und zu fammeln und für alle frucht* bar zu machen, die fid) am Märchen erfreuen und vom Märchen lernen wollen. Vas Schöne und "Bezeichnende aus den Märchen/chätzen öer Welt, das man früher an den verfcftiedenften Grten fid) mühfam fud)en mußte, foll nun, bald aus alten Sammlungen, bald aus neuen Quellen gefdjöpft, bunt und re/ch nebeneinander ftehen in einet Fülle, die belebt und erfriftfjt, nicht verwirrt und entmutigt. Jur feiben Jett, als man Volfsmärdjen bei uns zu fammeln begann, trat das 111 drehen in unferet Citeratur als neue Schöpfung auf. Jwet Jahre nach bem erften Band der Brüder Grimm erfd)ien G. T. fl. fjoffmanns Goldener Topf"und Ghamiffos „Scftlemihl", und fdjon nahezu zwei Jahrzehnte früher hatte Goethe fein Märchen gefeftrieben, hatte Hovalts gar die Forderung aufgeftellt, daß alles Jfoettßhe märchenhaft fein müffe. Wie aus dem Vollslted unfere individuelle Cyril, fo hat aus voltstümlid)em Fabulieren unfere individuelle Grzälflungsfunft neues Blut gefogen. GHne dasWärcften letnllovalis,Tted,^offmann, Brentano - und ohne diefe und ohne das Märchen fein THörife, Keller, Storm. Deutfdje Sdjeift, Senk/che Sd)eägfd>eift unö Sefimud nad) Ztidjnung von "Rudolf Koch Schoch», Safi unö Deud von Sofie. Rlingfpoe, Sff en bad)

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1912 | | page 176