Die Ausstattung unserer Wohnräume. Monatshefte für neuzeitliches Bau- und Wohnungswesen gefälliger Anordnung beim eingebauten Büfett festgehalten. In beiden Fällen wird so sehr zweckmäßig ein kräftig betonter Mittelpunht geschaffen. Äußerst reizvoll ist der gemütlich eingebaute Kaminsitz im Speisezimmer. Der Raum erhält durch den Zusammenhang solcher Wirhungsmittel einen festlichen und doch behaglichen An blick, und wir hönnen dem hünstlerischen Verständnis, das sich in der Behandlung dieser Innenarchitehturen zeigt, nur mit aufrichtiger Anerhennung begegnen. Von Rudolf Berthold. eiten nur findet man eine Behausung, die in bezug auf die Einrichtung und Ausschmückung ein ein heitliches Gepräge trägt. Meist ist es die Freude an allerhand Zierlichem, gilt der Wille schon viel. Wer ernstlich das Bestreben hat, in seinen Zimmern eine ruhige und harmonische Wirhung zu erzielen, dem wird es nicht schwer fallen, hier den richtigen Weg zu finden. Vor allem müssen wir die vorhandenen Möbel so verteilen, daß sie in ihrer Stilart und was uns veranlaßt, Geräte, Prunhstücke, Bilder und Schmuck in unseren Zimmern Form möglichst zusammenpassen, oder sie durch kleine Veränderungen passend aufzustellen und anzubringen. Dazu ge sellen sich noch Erbstücke, Andenken aus früheren Zeiten und nicht zum mindesten Geschenke, die uns von anderen Leuten nach deren Geschmack ins Haus gebracht werden. Ein buntes Gewühl wertvoller und wertloser Gegenstände aller Formen und Stilarten bis mir es selbst inne zu gestalten suchen. Durch den Austausch eines häßlichen Muschelaufsatjes mit einer geschnitzten Krönung neueren Stils, durch Anbringen moderner Beschläge läßt sich schon viel erreichen. Auch soll man die einzelnen Möbelstücke so stellen, daß sie ihrem Zweck möglichst gut dienlich sind. Ein Schreibtisch, ein Nähtisch gehört nicht werden, daß wir in einem Durcheinander stecken, dem jeder ästhetische Grundton fehlt. ]a, sind mir denn aber verpflichtet, all diese Schmuckstücke aufzustellen, alle Bilder und Photographien an die Wand zu hängen? Ganz gewiß nicht! Es liegt in unserem eigenen Willen, unsere Zimmer so zu schmücken, daß mir uns darin be haglich fühlen; das kann aber nicht sein, wenn mir aus ihnen Sammelplätze machen für allerhand zusammengewürfelte Künst elnd kunstgewerbliche Gegenstände. Hier in die Tiefe des Zimmers, sondern an das Fenster, und so, daß der Arbeitende das Licht von links erhält. Ein Sofa soll nicht mit Tisch und Stühlen verstellt werden; es soll so stehen, daß jeder leicht dazu gelangen kann, damit es seinem Zweck diene. Auch andere Sitzmöbel gehören nicht mit ihren Sitzfläcken unter den Tisch, sie sollen frei stehen, gleichsam den Ein tretenden zur Ruhe einladend. Fenster sind dazu da, um Licht und Luft einzu lassen. Also fort mit den doppelten und OFFENBACHER REFORM-LATEIN (SCHLANKER SCHNITT) ACTI EN GESELLSCHAFT FÜR SCHRIFTGIESSEREI UND MASCHINENBAU, OFFENBACH A. M.

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1921 | | page 90