zur Feststellung des literarischen Rechtszustandes in den Staaten des Deutschen Bundes". Die Bundesversammlung lietz die Vorschlage unbeachtet. „GrSnde verschiedener Art", so schrieb Perthes, „haben die Bundesversammlung zu diesem Schritte gefuhrt; derHaupt- grund aber liegt in der Furcht vor jeder festen, kraftigen Organisation irgendeines Lebens- verhaltnisses; von den Nadelstichen boswilliger Einzelner lcltzt man sich zu Tode peinigen, aber sine gesunde kraftige Organisation will man nicht dulden. Angst hatte die Bundes- versammlung vor dem Buchhandel als einem gemeinsamen deutschen, Angst vor dem Borsenvorstand als Vertreter einer korporativen Einheit; weil er Leben bekommen konnte, nahm sie an, datz er auch Gefahr bringen werde. Sagte doch der Bevollmachtigte eines kleinen Staates an der Bundesversammlung, jetzt sprSche dieser Verein noch bittweise; wenn er aber sein Netz uber ganz Deutschland ausgespannt heltte, so wurde er fordern und zwingen." Jmmerhin: der Bund verbot wenigstens den beinahe token Nachdruck, 2. April 1835. Damit war der notdurftigste gewerbliche Rechtsschutz erreicht. Es folgte nun das Suchen nach tiefer begrundeter Form des Schutzes, auf Grund des Verfasser- oder UrheberrechtS. Die Beteiligung an diesem Suchen und Ringen ist bis zur Gegenwart eine der Hauvtaufgaben des Borsenvereins geblieben, 1857 durch den „Borsenvereins- Entwurf", der Grundlage des Norddeutschen Bundes-, spSteren Reichsgesetzes Sber Ur- heberrecht vom 11.Juni1870; 1893 durch die „Verlagsordnung" des Borsenvereins; durch die beratende Mitarbeit an den Gesetzen von 1901, 1907 und 1910 und an der Berner Qbereinkunft, die der Vertreter des Borsenvereins, Or. Paul Schmidt, 1882 in Rom angeregt hat. Diesen ersten beiden grotzen Aufgaben gesellte sich zu Beginn der zweiten HSlfte des ersten Borsenvereins-JahrhundertS eine dritte hinzu: der Schutz des Ladenpreises. Die vom Verleger hergestellten Abzstge eines neuen oder gangbaren Buches sind unter sich gleichwertig; sie konnen im ehrbaren Buchhandel nur einen Preis haben: den vom Ver leger festgesetzten Katalog- oder Ladenpreis. Der Handel mit beschadigten, veralteten oder sonst entwerteten Buchern einerseits, mit wertvollen Seltenheiten andrerseits, zu beliebigemPreise,istSache des Antiquariat-Buchhandels. WettbewerblicheUnterbietungen des Ladenpreises in Form von Kundenrabart, ob Sitte oder Unsitte, sind alter als der

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1925 | | page 14