Archiv ffir Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik A-K, fiir starkste Beanspruchung. Hervorragendes itn Bau von Schneidemaschinen leisten auch die Firmen Chn. Mansfeld, Leipzig, und Johne-Werke, Bautzen, derenSchnellschneidemaschinendankeiner Reihewichtiger,patentamtlichgeschfitzter Neuerun- gen seit Jahren die Aufmerksamkeit der Fachkreise finden. Beide Firmen waren im Buchgewerbehaus auBerdem mit verschiedenen anderen fur die Papier- verarbeitung wichtigen Maschinen vertreten. Unter den im Buchgewerbehaus ausgestellten Buch- bindereimaschinen mfissen besonders die Heft- und Falzmaschinen erwahnt werden. Die Erzeugnisse des Hauses Gebrfider Brehmer bieten hier Gewahr fur Soliditat und wirtschaftlichste Arbeitsweise. Mit einer grundlegenden Neuerung auf dem Gebiete der Falzmaschinen trat die Firma Georg SpieB, Leipzig, hervor. Die von ihr vorgefiihrte automa- tische Falzmaschine hat keine Falzmesser, keine Exzenter und keine Bander. Die Bogen werden im Uberlaufen auf einen Schragwalzentisch, ohne daB sie fiberhaupt zur Ruhe kommen, eingerichtet, und die Falzung erfolgt im gleichmaBigen Durchlaufen durch die Maschine. Der Bogen kann zu beliebiger Zeit in die Maschine eingeffibrt werden, es erfolgt trotzdem stets die richtige Falzung. Durch Kombi- nation von Parallel- und Kreuzbruch ist die weit- gehendsteVerwendungsmoglichkeitderMascbinege- sichert; die Leistungsfahigkeitmit8—9000 Falzungen pro Stunde ist auBerordentlich hoch. A. Gutberlet Co., Mdlkau-Leipzig, brachten ebenfalls Neuerungen und Verbesserungen im Bau von Falzmaschinen heraus. Vor allem erregte die ganzautomatische Falzmaschine„Auto-Triumph''Beachtung.MitDraht- heftmaschinen und Kartonheftern von anerkannter Giite war unter anderen die Chemnitzer Maschinen- fabrik C.F.Gaitzsch im Buchgewerbehaus vertreten. Die Maschinenbauanstalt M. Vetter Co. G.m.b.H., Leipzig-Gohlis, fiihrteebenfalls Drahtheftmaschinen und andere fur Buchbindereibedarf geeignete Ma schinen vor. Reges Interesse herrschte fiir die von der Firma Bergner, Berlin, ausgestellte Bogen- Schiittelmaschine, die fiir Grofibetriebe jedenfalls sehr vorteilhaft ist. Liniiermaschinen zeigte die Friihjahrsmesse im Buch gewerbehaus wiederum in auBerst reicher Aus- wahl. Friedrich Siehring, Leipzig, G. E. Reinhardt, Leipzig, ferner die Firmen Bottcher Miiller, Leip- zig, Kohlbach Co., Leipzig und E. C. H. Will, Hamburg, waren mit wertvollen Neuerungen auf diesem Gebiete vertreten, zu denen sich noch als auslandische Firma Rona Pusztafi, Budapest, ge- sellte. Ein reiches Angebot ist in gleicher Weise auch auf dem Markt der Bronziermaschinen fest- zustellen. Firmen, wie Emil Bartsch, Gautzsch bei Leipzig, Kohlbach Co., Leipzig und Felix LJmmer- hirt, Brandis bei Leipzig, haben in der Spezialisie- rung auf diesem Gebiete Leistungen zu verzeichnen, die uneingeschranktester Beachtung wert sind. In Verbindungmit dem Bronzierverfahren ist noch die Firma Curt Mahnert, Leipzig-Lindenau, zu nennen, deren „Broglattma" eine Maschine darstellt, die reinigt und glattet, so daB die Abfallbronze unter Zusatz von frischer Bronze von neuem verwendet werden kann. Firmen, die sich mit der Herstellung von Bronzefarben beschaftigen, waren im Buch gewerbehaus unter anderen wie folgt vertreten: L. Auerbach Co., Ffirth i. B., Carl Eckart, Ffirth i. B., Gebr. Schnopflocher und Bernhard Ullmann Co., Furth i. B. Auch in den Papier verarbeitenden Industrien, fur die alle hiergenanntenErzeugnisse in Frage kommen, gilt der zeitgemaBe Grundsatz, den Produktions- prozeB durch Verwendung zeit- und kraftsparender Maschinen stetig zu fordern. Die Zeiten sind end- giiltig vorfiber, in denen beispielsweise der Buch- binder und Papiermacher mit unvollkommenen Ma- terialien und Werkzeugen ausgerfistet in seinem Handwerk nur Unzulanglicb.es leisten konnte. Die Maschine ist heute selbst in die kleinste Werkstatt eingedrungen und vollbringt hier Leistungen, die in quantitativer Hinsicht unbegrenzt sein kann. Welche Entwicklungsmoglichkeiten uns hier noch offenstehen, zeigen immer wieder die Verhaltnisse in der graphischen Industrie Nordamerikas, der Be- richt eines Mitgliedes der Deutschen Buchdrucker- deligation fiber das amerikanische Buchbinderei- gewerbe ist daffir besonders aufschlufireich. DaB wir auf dem besten Wege sind, auch in der Papier- verarbeitungsmaschinen-Industrie den Vorsprung, den man in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in den Vereinigten Staaten erlangt hat, wieder ein- zuholen, das dfirfte die vergangene graphische Ma schinen- und Materialienmesse im Deutschen Buch gewerbehaus gezeigt haben. 129

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1925 | | page 69