Archiv fur Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik 146 lern vor, die eine gute Ubersicht fiber die reiche dt. Tatigkeit des Verlags im verflossenen Jahr geben. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, auf diesen Ton gestimmt ist der Almanack Europa des Verlags G. Kiepenheuer, herausgegeben von Karl Einstein und Paul Westheim. Neben so manchem Unsinnigen in Malerei, Plastik und Literatur steht aber auch sehr viel Gescheites in dem Buch. Im grofien und ganzen ein gutes Spiegelbild des zer- rissenen Europa, das noch nicht weiC, was es will. Ein lobenswertes Unternehmen des Literaria-Ver- lags bedeutet der von demselben herausgebrachte „Kiinstlerhilfe-Almanack", bearbeitet von Karl Oskar Piszk. Die Beitrage stammen von Kunstlern und Schriftstellern, die um ihrer notleidenden Standes- genossen willen sich zu einemWerk zusammengetan haben, dessen Ertrag diesen zugute kommen soil. Die Ausstattung des gewifi mit vieler Mfihe zu- stande gebrachten Bandes hatte etwas besser sein konnen; offenbar wollte man aber die Kosten so gering wie moglich halten, um den Absatz desto er- giebiger zu gestalten. Einen KUNSTLERKALENDER, der ein Novum unter den zahllosen Kalendern und Almanachen dieses Jahres darstellt, bringt die Mfillersche Verlagsbuch- handlung in Rudolstadt auf den Markt. Hans W. Singer hat unter dem Titel „Von Unsterblichen" ffir jede Woche des Jahres eine Kunstbetrachtung fiber einen Maler oder Graphiker geschrieben, die jeweils eine abgeschlossene Darstellung bringt und -sp von einem charakteristischen Bild, in Kupfertief- druck bestens ausgeffihrt, begleitet ist. So ist ein Wochenbrevier entstanden, das ohne Zweifel zwar auf die besonderen Neigungen des Verfassers ffir diesen Oder jenen Kfinstler zurfickgeht, wobei die Zufalligkeit in der Aufeinanderfolge der Aufsatze aber gerade einen besonderen Reiz des Buches aus- macht. Entweder, man lafJt sich von dieser aus der Anlage desGanzen resultierendenZufalligkeit treiben und laCt sich jede V/oche fiberraschen oder aber man sucht sich nach Neigung und Behagen einen beliebigenAbschnittaus.Wie man aber den hfibschen, so solid anmutenden blauen Leinenband durch Drahtheftung entstellen konnte, das bleibt ein Ratsel. Der bereits im 16. Jahrgang erscheinende Eichen- dorff-Kalender des Verlags Parcus Co. in Mfinchen enthalt einen Vierfarbendruck nach einem Bild von Matthaus Schiestl: „Zerfallene Einsamkeit" und bringt eine ganze Reihe recht guter Beitrage, von denen nur hingewiesen sei auf die von Karl, Frei- herrn von Eichendorff veranstaltete verdienstliche Sammlung der „Begegnungen und Gesprache mit Eichendorff", auf EduardArens'literatur- und sagen- geschichtliche Studie „Kaiser Karl segnet die Reben" und auf Jakob Baxas Beitrag zur Lebensgeschichte Adam Mfillers: „Adam Mfiller in Wien 1811—1813". Eine Romantische Jahresrundschau des verdienst- lichen Begrfinders und Herausgebers des Kalen- deis, Wilhelm Kosch, beschlieilt den Band, der vielerlei Anregungen bietet. BERICHTIGUNG Die Firma Johs. Larink, G. Jebsen Nachf., Buchbinderei, Hamburg, wfinscht erganzt zu sehen, dafi es im Archiv f. Buchgewerbe 1924, Heft 4, Seite 418, (1. Seite a) heifien mufi: „Entwurf: Max Lobusch in Berge- dorf b. Hamburg. Ausffihrung: Johs. Larink, G. Jebsen Nachf. in Hamburg." SCHLUSS DES REDAKTIONELLEN TEILS

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