EIN RUNDGANG DURCH DIE DO RE R-LITE RATU R Fur den Verehrer und Freund Durerscher Kunst ist das Jahr 1928 eine Herzstarkung gewesen. Mit Stolz und aufrichtiger Freude konnte er feststellen, daf} der von ihm geliebte Kunstler bei seinen Landsleuten noch in lebendiger Erinnerung ist. Wohl mag die be- wundernde Verehrung bei einem Teil des deutschen Volkes mehr darauf beruhen, dafl er ihn als Kunder christlich-religioser Glaubensinhalte kennt, bei dem anderen kleineren aber, weil er in Durer den scharf- blickenden und liebevoll die Geschopfe Gottes dar- stellenden realistischen Kunstler schatzt, wahrend nur verhaltnismaftig Wenige zu einem rein asthetisch und historisch wertenden Standpunkt gelangen. Denen aber mufi man dankbar sein, die das Durerjahr 1928 zur Veranstaltung einer Schau seiner Gemdlde im Germanischen Museum in Nurnberg wahrgenommen haben, die sich zu einem wahren Triumph des un- verganglichen Genius des Malers Durer gestaltete. Und nicht unerwahnt sollen daneben die Anstrengun- gen der deutschen Verleger und Schriftsteller blei- ben, die aus dem gleichen Anlafl das Andenken durch zahlreiche Neuerscheinungen wieder zu beleben suchten, mogen diese nun auch in der Hauptsache Seite aus: Monatsblatter fur Bucheinbande, Hiibel Denck, Leipzig Schrift: Futura der Bauerschen GieOerei, Frankfurt a. M.

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 23