321 nung tragen muB, wird dieses Ausdrucksmittel sick nicht entgeken lassen und das Bild in den Dienst der Mitteilung, des neuen Geistes zwingen. Dies kann um so eker gesckeken, als die Pkotograpkie gerade in den letzten Jakren einen kedeutenden Aufsckwung ge- nommen kat. Sie entdeckte ein spezifisckes Arkeitsgekiet und einen eignen Stil. In ikren Hockstleistungen erreickt das Bild der Ka- mera dasNiveau einer Kunst, okne in falscker Nackakmungssuckt kiinstleriscke statt pkoto- grapkiscke Wirkung zu erstreken. Zu alien diesen Gesicktspunkten, die fur das neue, mitteilungskesckleunigende Zweckkild im Zweckkuck sprecken, gesellen sick Erwagun- gen kuckastketiscker und kerstellungsteck- niscker Art. Da es gilt ein Masckinenkuck zu sckaffen, muB das Bild wie dieType tecknisck- pragnanter Natur sein. Die Pkotograpkie kann als tecknisckes Bild kezeicknet werden. Die Kamera ersetzt kis zu einem gewissen Grade die Hand des Kiinst- lers und Resultate von einer Prazision sind zu verzeicknen, wie sie manuelle Arkeit nie kervorzukringen vermag. Entspreckend fiigt sick die Pkotograpkie vor- ziiglick dem masckinellen ProzeB der Her- stellung ein, und kalkulatorisck ergeken sick dadurck Vorteile. Radierungen etwa und andre komplizierte Bildgestaltungen sind im Rakmen des Textdruckes nickt darstellkar. Es entsteken Sonderdruckgange, die keute, da das Buck zunackst einmal killig sein muB, zu vermeiden sind. Praxis Da das Bild in der modernen Typograpkie nickt mekr Beigake ist wie in der ornamental eingestellten Buckkunst, sondern Element der Mitteilung wie die Type, ergeken sick fur den Drucker neue Aufgaken. Es gilt, eine mog- lickst innige Yerkindung zwisckenWort und Bild zu sckaffen. Nur wenn eine Anordnungs- art gefunden ist, die der Pkotograpkie ent- sprickt und akweickt von der Tecknik, in der man einst ein nekensacklickes Sckmuckbild der Seite einfiigte, konnen Pkoto und Type im Buck vereint, rasck Gekalte vermitteln. Eine zweckmaBige Form der Kuppelung wird dann zugleick auck astketisck zu einem neuen Ge- sickt des Buckes fukren. BeideMitteilungselemente gilt es aufeinander akzustimmen. Es ist kein Zufall, daB die Gro- tesk sick kier wieder als auBerordentlick krauckkar erweist. Sie sckeint in ikrer pra- gnanten Art dem Grundckarakter des Pkoto- kildes verwandt. Beide Elemente sind teck- nisckenUrsprungs, keide in gewisser Hinsickt Gesckopf der Masckine. Gekort zum Holz- scknitt die Fraktur, so ist fur diePkotograpkie Grotesk die gemaBe Textsckrift. Die Ricktung fur eine Arkeit mit Type und Bild ist kereits vorgezeicknet. Ergak es sick zunackst als Aufgake fur die neue Masckinen- sckrift im Buck eine neue Anordnungsform zu finden, ein Satzkild, das die Leskarkeit er- kokt, Kontrastwirkungen zeigt, okne Einke- ziekungauBertypograpkisckenMaterials,okne kalkulationskelastende Umgruppierungen, so muB ein gleickes Gesetz auck die pkototypo- grapkiscke Arkeit leiten, die Arkeit am neuen Bildkuck. Der Grundsatz der Okonomie, der alles Gestalten der Gegenwart durckdringt, wird auck in diesem Kreis kestimmend sein. Mit den gegekenen, nur kesckeidenen Mitteln gilt es, eine Wort-Bildform zu finden, die zweckentspreckend, killig und damit zugleick auck sckon ist. Mekrere neue Metkoden der Bildeinricktung kaken sick ergeken. Die sckematisck ange- wandte Anordnungsform der kistoriscken Typograpkie, die Einkeziekung des Klisckees in die Seitenmitte, ist aufgegeken worden. Man kat gelernt freier mit dem Bild zu ope- rieren und der Eigenart der Autotypie Reck- nung zu tragen. Durck dieFreistellung des Klisckees, das Aus- sagen der wicktigen Konturen, fallt der alte viereckige Rand, der oftmals storend das Bild

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 37