347 d e Vise: Depositor Dir ists nur umbs sauffen zu thun. Aber Du musts mir sagen nun, Warumb die Leut allhie so gaffn? Weist etwan hie ein newen Affn? Denn alles hie ist angericbt So fein kan michs gnug wundern nicht! Knecht Dat wet ick nich, wo! dat leht s muck! Doch stincktet als wennr wor ein Buck Hyr moste upper naheit wesn, Pfy, be stincket dat eim mach gresn. Depositor So geh bald hin auff unser Feld Und sieh obs da sey recbt bestellt. Ich will dieweil mit meiner Haun Mich ein wenig allhie umbschaun. Knecht Ja, Ja, Mestr, nu wilk strax hengahn Un sehn wo et dar mach toustahn. (Geht ab.) Depositor ad Spectatores: Nun mag ich sehen ob mein Knecht Die Sachen thu auBrichten recht: Er ist ein seltzam Grillenvogt. (Der Knecht bringt den Cornuten, so streichen die Spiel- leut auff.) Huy zu was ist dort fur ein Jagt! Was ist das fur ein wunderthier Das du jetzund herbringest mir? Sag wo hastu diss thier gefangn? Solchs zu wissen thut mich verlangn. R i st Depositor: Es ist mir gahr zu woll bewust, DaB Saufen nur ist deine Lust, Ich will ein anders wissen. Sag' an, wariim es hie so fein Geschmiikket und das Volk herein Zu kommen ist geflissen? Knecht Dat weht Ik nicht, doch riik Ik wol Dat hier een heslik Beest moht wesen, Id stinket, als de groffste Knoll, Und mak't uns althomahl bald gresen! Depositor Mich dunkt es selber, das ein Thier Sich halte nicht gahr fern von hier, Doch riech' Ichs nur von weiten, Inmittelst geh' hinaus auffs Feld Und sieh', ob alles sei bestelt Yon unsern Arbeits Leuthen? Knecht Dat wil Ik dohn, min leeve Heer, Ik loep all fohrt, Ade Munsor! Depositor spricht zu den Zuschauern: Da geht der Grillenfanger hin, Gahr wunderlich steht ihm sein Sinn, Ich halt' er sey geschossen, Bald ist er klug, bald ist er Gek Bald weltzet er sich gar im Drekk' Und macht mir manchen Possen. [Der Knecht bringt den Cornuten, oder den Gehornten Gesellen, worauff die Musikanten alsbald anfangen zu spielen.] Depositor: Hilff Gott! was ist das fiir ein Thier? Es ist kein Bok, kein Hirsch, kein Stier, Sag' an, wer hats gefangen? Es sihet wunder seltzam auB, Mit ihm zu halten einen StrauB Trag' ich schier ein Verlangen.

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 63