352 de Vise: Doch bitt ich, jhr wolt kommen bald Widrumb zu mir, o schone gstalt, Damit so mir wo mocht geschehn Wies in dem fall pflegt zu ergebn Das jhr denn kont gefattern bittn Nach aller Volker art und sittn. Ihr werdt eucb, hoff ich, halten wol Wie ein ebrlich gEsell thun sol. Ein ander mal schreib ich euch mebr, Dieweil behute euch der Herr, Er spar euch auch frisch und gesundt, Geb euch viel guter tag imd stund. Dis schreibe ich in grosser eil, Verwundet durch der Liebe Pfeil. Ewr Ungenandt, Dock wol bekandt. DennAus furcht darf ich mich nicht nennen, Sonst mochten die Leute mich kennen. Post Scriptum. Mein Tausendschatz und Engelein Hie send ich euch ein Ringelein, Mit bitt, wollt mein darbey gedenckn, Und euch zu keiner andern lenckn. Knecht verwundert sich und spricht; Y dusent suk, wo wunr ick mick! Kamk doch schier heel ut mynem Schick. Dat dacht ick wol in mynem sinn, Dat dar sust wat most sticken inn. Bistu de smucke Junffern Knecht? So mot man dy hegapen recht. Ey, ey, du smucke Engel fyn! So plecht by us de Diivl to syn. Depositor fragt ihn: Sag an wo bistu kommen her Darzu zu wissen ich begehr Was du habest gelernet sunst Und was da sey dein gwerb und kunst? R i s t Die beyde wir fur Freund' und Gonner langst gezehlt. Ich zweifle nicht mein Hertz, ihr werdet schleu- nigst kommen, Denn ihr, 0 susser Trost, habt so mich ein- genommen Durch eiire Freundligkeit, da!3 ich eiir Liebe- lein Auch nach dem Tod' annocli wil unzertrenn- lich seyn. Die, welche dill geschrihen, Kan zwar getreulich lieben, Darff aber sich nicht nennen, Man mochte sie sonst kennen. Nachschrifft. Mein Allerliebstes Ding, Ich schikk' euch diesen Ring, Dall ihr zu mir euch lenket Und stets an mich gedenket. Knecht verwundert sich uber die Mahsse sehr, und spricht 0 Dusent Krankt, nu weht Ik nicht Wat Ik skal seggen efft gedenken? Du Flegelskop, du Bosewicht, Skalst du di na de Damens lenken? Bist du de fyne Junffern Knecht Mit diner plumpen schwarten Nesen? Neen, als Ik mi besinne recht, Plegt io de Diivel so tho wesen. Depositor Ja, schoner Buhler von Gestalt, Du Huhrentrekker, sag' itz bald Woher bist du gekommen? Bekenn' auch ferner rund und frei, Was endlich dein' Handthierung sei, Was du dir fiirgenommen?

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 68