369 NORM UND FORM BEI GESCHAFTS- und die graphischen Kiinste, erscheint eine Reihe von Monographien, die in knapper Form die verschiedensten Gegenstande des Gesamt- gebietes behandeln. Im vorigen Jabre lieB der bekannte Typograpb Edmond Morin, der Stifter und Leiter der Bibliotheque des Arts graphiques in Paris, in dieser Serie ein Elementarbuch der Buch- druckerkunst erscbeinen, dem ein kleines Lexikon der wichtigsten Fachausdriicke an- gekangt ist. Der Yerfasser fiihrt den Lehrling an den Setzerkasten, erlautert ibm in anscbaulicber Weise dessen Einricbtung und Material, und macht ihn mit den Grundbegriffen des Hand- satzes bekannt. Das angehangte Lexikon gibt iiber die vorkommenden Facbausdriicke Auf- schluB. Die klare Scbreibweise und die liebenswiirdige Form, in der die Anleitungengegebenwerden, beriihren sehr sympathisch. Ein fur seinen Beruf begeisterter Facbmann, erfiillt von ernster Liebe fur den Nacbwucbs im Buch- gewerbe, laBt diesen bier teilnebmen an einem gesicherten Wissen und Konnen. B. DRUCKSACHEN Hundert Musterbeispiele aus einem typo- grapbiscbenWettbewerb(mitvierScbablonen) wurdenunterMitarbeitdesDeutscbenNormen- ausscbusses vom Verlag des Bildungsver- bandes der Deutscben Buchdrucker und dem Beuth-Y erlag, zusammengef aBtzu einem statt- lichen Heft, das mehrfarbig bestens gedruckt wurde, berausgegeben. Man miisse zweierlei von Briefbogen, von der Recbnung, von der Geschaftskarte und alien sonstigen Drucksacben verlangen, beiBt es im Vorwort: sie miissen zweckmaBig sein und gut ausseben. Das erstere miiBten sie, weil sie Werkzeuge desVerkehrs seien und weil man mitunzweck- maBigenWerkzeugennicbt arbeitenkonne.Da- ber wird Wert gelegt auf einbeitlicbes Format, auf stets am gleicben Platz stehende not- wendige Angaben wie Anschrift, Fernruf usw. Die Vorziige dieser Metbode fur die Registra tor sind unbestreitbar. Gut aussehen miisse eine derartige Drucksacbe, weil man von ihr auf die Firma schlieBe. Auch das darf man obne weiteres akzeptieren, nur werden die Ansicbten iiber das, was »gut« ist, hier wie iiberall weit auseinander gehen. Die bier gegebenen Beispiele bringen obne Zweifel fast durchweg ausgezeicbnete Lo- sungen, gut durcbdacbt und mit Geschmack gestaltet, und mit Recht werden die gezeigten Beispiele als Anscliauungs- und Lebrmittel zu gleicber Zeit empfohlen und baben hoffent- licb in den in Frage kommenden Kreisen die Wirkung, die der Deutsche NormenausscbuB von ibnen erwartet. A. EBRARD - FESTNUMMER der Zeitschrift Alt-Frankfurt(III. Jahrgang, Heft 6, Juni 1930) Mit einer Sondernummer ehrte die Zeitschrift »Alt-Frankfurt« Friedrich Clemens Ebrard, den Achtzigjiihrigen, der die Frankfurter Stadtbibliothek iiber ein Menscbenalter, von 1884 bis 1924, geleitet hat und sich um das Biicherwesen in Frankfurt groBte Verdienste erwarb. Eine sympathiscbe Wiirdigung des Menschen und Gelebrten schrieb Hermann Traut, sein Wirken als Leiter der Stadtbibliothek scbil- dert ausfiihrlicb Emil Sarnow, seine zahl- reicben Schriften und Aufsatze stellte A.Frei- mann zusammen. Frankfurt hat bekanntlich die Absicht, das gesamte dortige Bibliotbekswesen, das bereits unter zentraler Leitung stebt, auch raumlich zusammenzufassen und ein umfassendes Uni- versitats-Bibliotkeksgebaude zu errichten, das nach modernen Grundsatzen gestaltet sein wird, woriiber Richard Oebler eingebend be- richtet.

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 85