372 missionsgeschaftbetrieb,ubernommen(1870). Unter ihm wurde 1880 das hundertjahrige Jubilaum des Hauses gefeiert. Neben dem wissenscbaftlichen Verlag pflegte Hans Barth aucb den schonwissenschaftlichen, und zwei seiner Verlagswerke auf diesem Gebiet weisen bereits auf die bescbeidenen Anfange einer neuen Bucbkunst bin: die dritte Auflage der »Bliithen aus dem Treibbause der Lyrik«, die mit Illustrationen von Max Klinger erschien, und die Spriiche der Minnesanger, die unter dem Titel »Altes Gold« zweifarbig bei Dru- gulin gedruckt wurden, dazu die ausgewahl- ten Lieder ^Deutsche Minne aus alter Zeit«. Nach seinem Tode (1887) wurde die Firma unter der bewahrten Leitung des Prokuristen Strobel weitergefiihrt, scblieBlich, da von den Briidern und Neffen Hans Barths keiner in Frage kam, verkauft. Am 1. Juli 1890 erwarb Arthur Meiner die Firma Jobann Ambrosius Barth, die drei Ge- nerationen hindurch im Besitz der Familie gewesen war. Der neue Inhaber vermochte dank seiner ge- sicherten finanziellen Position den im Lauf der Jabre erbeblicb zuriickgegangenen Verlag rascb auf gesicherte Grundlage zu stellen. Neue Autoren kamen binzu, darunter Helm- holtz. Durch Ankauf vonV erlagen1892 Ambr Abel,1908 Quandt& Handel,1911 LeopoldVoB, 1916 Curt Kabitzscb fiigte sicb die Firma, nacb AbstoBung von nicbt mehr in die Verlags- ricbtung passenden Werken, wertvolle Zeit- scbriften, Reihen- und Einzelwerke an. Eine ganze Reihe von Zeitschriften wurden im Lauf der Jahre neu begriindet, darunter auf medizingescbichtlichem Gebiete 1907 das Archiv fur Gescbicbte der Medizin von Sudhoff, ferner desselben »Studien zur Ge scbicbte der Medizin« und scblieBlich die »Klassiker der Medizin«, die es bereits auf 32 Bande gebracht baben. Der Weltkrieg erforderte auf mediziniscbem Gebiete Lebr- und Handbiicher verscbiedener Art, vor allem aber gait es, die Erfahrungen f estzuhalten, die wahrend des Krieges gemacht worden waren, was mit dem neunbandigen »Handbuch der arztlichen Erfahrungen im Weltkrieg« gescbah, in dem 200 Mitarbeiter ibre Erfahrungen niederlegten. 1916 erschie- nen bei Barth Albert Einsteins »Grundlagen der allgemeinen Relativitatstheorie«. Die giinstige Entwicklung der Firma erlaubte es dem Inhaber, sich neben seiner beruf lichen Arbeit aucb lebhaft dem buchhandlerischen Vereinsleben und Ehrenamtern auf verschie- denen Gebieten des offentlichen Lebens zu widmen. Secbs Jabre hindurch, in den scblimmen Jah- ren von 1918 an, war er Erster Vorsteber des Borsenvereins der Deutscben Bucbbandler. Wabrend seiner Amtszeit nabm er tatkraftig Anteil an der Schaffung der Deutscben Biicberei, die mitten im Kriege, am 2. Sep tember 1916, eingeweilit wurde. Ebrungen aller Art blieben nicht aus: GieBen ehrte den Verleger pbilosopbischer Werke durcb Verleihung des Dr. phil. b. c., Leipzig macbte ibn zum Ehrensenator seiner Universitat. Die von A. Meiner gegebene Selbstscbilde- rung, aus der bier nur einiges wenige mit- geteilt werden konnte, ist bei so wesentlichen Leistungen und Verdiensten auf verlegeri- schem Gebiete und im buchhandlerischen Vereinsleben in der Anspruchslosigkeit der DarstellungeinschonesZeugnis fiir den Mann und seinWerk, der getreu dem Wahlspruche der Firma in den 40 Jahren seiner Tatigkeit das scbon wankend gewordene Unternebmen im wabrsten Sinne des Wortes »ex umbra in solem« fubrte. H. B. GRAPHISCHE REVUE, eine Zeitschrift fur das Bucbgewerbe. Herausgegeben von der Wiener Graphiscben Gesellscbaft. 31.Jahr- gang. 1930 Das 3. Heft entbalt eine Reibe interessanter Aufsatze, die sich mit den praktiscben tech-

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 88