120 FAKSIMILE-AUSGABE DER AUGSBUR- GISCHEN KONFESSION IN IHRER ERSTEN GESTALT Eine monumentale Publikation in Mappen- form stellt die 37 Lichtdrucktafeln in Folio umfassende Faksimile-Ausgabe der Augs- burgischen Konfession dar, die zum 25. Juni 1930 erscbienen ist. Die Gesellschaft der Freunde der Universitat Halle-Wittenberg iibertrug die Herausgabe des kostbaren Dokuments aus dem Besitz der von Scheurlschen Familie dem Hallenser Universitats-Professor Dr. Johannes Ficker, der den Tafeln einen ausfiihrlichen Begleit- text vorausschickte. Der Text der Tafeln selbst wurde gleicbzeitig transkribiert und zu bequemer Benutzung zu Studienzwecken auf einzelnen Blattern abgedruckt, so daB man Tafel und Tran- skription nebeneinander sonder Miihe be- nutzen kann. Mit dieser Ausgabe wird zum ersten Male der Text des Augsburger Bekenntnisses in der Form veroffentlicht, »wie er im wichtigsten Zeitpunkt in der Geschichte der Konfession gestaltet war. Damals, als der Kurfiirst Jobann sich entschlossen hatte, auch andere evangeliscbe Reichsstande zur Unterzeich- nung zuzulassen und damit das sachsische Bekenntnis zu einem allgemein evangelischen lutherischen Cbarakters umzuwandeln. Zehn Tage war es vor seiner Verlesung und Uber- gabe an Kaiser und Reich. Was nun an dieser Fassung des weiteren ge- andert wurde in den letztenTagen der Fertig- stellung, das bringt die jetzt vorliegende Ausgabe der bis vor kurzem verborgen ge- bliebenen Handschrift, die J. Ficker als »das wertvollste Dokument« hezeichnet, »das in unserenTagen zur Geschichte der Konfession wieder ans Licbt gekommen ist: die erste vollstandige Gestalt des deutschen Bekennt nisses, das wichtigste Bindeglied zwischen der ebenfalls in Niirnherg erhalten geblie- benen, dort einst aus dem Lateinischen iiber- tragenen ersten bekanntgewordenen Form des Bekenntnisses in dem vor Kaiser und Reich verlesenen und dem Kaiser iiberreichten Wortlauts. Die von der Gebauer-Schwetschke Druckerei und Verlags A.-G. betreute Veroffentlichung ist auch in druckerischer und buchtechnischer Hinsicht eine erfreuliche Leistung und be- deutet eine wiirdige Darbietung des kost baren Dokuments. p FRUHZEIT DES DRUCKES IN MILWAUKEE Mc Murtries unermiidlicher Forschertatigkeit verdanken wir neuerdings ein 80 Seiten star- kes Heft, veroffentlicht von der Wisconsin Cuneo Press in Milwaukee, betitelt: Early printing in Milwaukee«. Der 14. Juli 1836 ist der Geburtstag des »Mil- waukee Advertisers, begrundet von Daniel H. Richards, zu einer Zeit, als Milwaukee im StaateWisconsin sozusagen noch garnicht vor- handen war: »im wahrsten Sinne des Wortes war der >Milwaukee Advertiser einZeitungs- Pionier. Er wartete nicht ab, bis die Stadt gebaut war, er etablierte sich am Platze und half die Stadt erbauen, die er reprasentierte und informierte«. Ein Jahr darauf, im Juni 1837, erschien die erste Konkurrenz auf dem Plan, »The Milwaukee Sentinel«begrundet von John O'Roucke. Diese ersten Griindungen hielten sich einige Jahre und wurden teilweise bei spateren Neu- grundungen mit ubernommen. Bereits 1844 empfand die deutsche Bevolkerung von Mil waukee das Bediirfnis fur ein eigenes Blatt und das »Wiskonsin Banners trat ins Leben, das erste Wochenblatt in deutscher Sprache in Wisconsin. DreiBig Jahre lang blieb das Blatt unter der Leitung des Begrunders Moritz Schoeffler. Insgesamt zahlt Mc Murtrie bis 1852 zehn

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1930 | | page 182