Archiv fiir Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik Ui isetAtchivum sch !<((/- If rettbet ret 'b 1 Erstes Hejt. 69.Jahrgang. terlag des Deutschen Buchgewerbevereins zu Leipzig Der Deutsche Buchgewerbeverein hat sich unter anderm die Aufgabe gestellt, die Ergebnisse kiinstlerischer Pflege zeitgenossischer deutscher Buchkunst seinen Mitgliedern im Archiv fur Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik zu ver- mitteln. Diese Zeitschrift soil in vorbildlicher Form dem graphischen Gewerbe neue Anregungen geben. Es lag deshalb nahe, auchden UmschlagfiirLehrzweckeheran- zuziehen und monatlich in einem andern Gewand erscheinen zu lassen. In der Gestaltung des Umschlags sind in denletzten Jahren neue Wege beschritten worden, die von den friiheren Regeln typographischer Satztechnik vollkommen abweichen. Gute Schriften, farbige Papiere und die Kamera wurden die Hilfsmittel fur phantasiebegabte Jiinger Gutenbergs. Der Deutsche Buchgewerbeverein wollte durch seinen Wett- bewerb alien Kreisen, die sich die Typographic als Lebens- zweck erwahlt haben, Gelegenheit geben, ihr Konnen zu erproben und an der Losung dieser reizvollen Aufgabe mit- zuwirken. Deutsche Buchdrucker-Lehranstalten, Meister- und Kunstgewerbeschulen, besonders die Fortbildungsorganisa- tionen des Gewerbes, hatten schon seit Jahren kiinstlerischen Aufbau im Satzbildgepflegt, und vorziigliche Lehrkrafte, die weit iiber Deutschlands Grenzen im graphischen Gewerbe anerkannt sind, haben in miihevoller Kleinarbeit dazu bei- getragen, nicht nur den allgemeinen Geschmack der ihnen anvertrauten Zoglinge zu heben, sondern auch selbsttatige Menschen zu erziehen, die ein ihnen gestelltes Thema ge- dankenreich losen konnen. Wir miissen bekennen, daB diese Erwartungen voll und ganz erfiillt worden sind, da die zahl- reichen Eingange bester dem Zeitgeschmack angepaBter Umschlagkunst die in das Preisausschreiben gesetzten Hoff- nungen bei weitem iibertroffen haben. Trotz schwerster wirtschaftlicher Not der Gegenwart offen- bart sich immer wieder von neuem die ungebrochene Lebens- kraft deutschen FleiBes, deutschen Wollens und Konnens. Die sorgfaltige, durch Meisterhand geleitete Ausbildung der deutschen Jugend hat den Boden fur kiinstlerisches Schaffen vorbereitet und gibt dem graphischen Gewerbe die GewiB- heit fiir ein weiteres erfreuliches Gedeihen typographischer Entwicklung. In stillen Stunden sind fleiBige Bewerber tatig gewesen, eine Losung fiir die ihnen gestellte Aufgabe zu finden. Zahlreiche Versuche lassen erkennen, welcher Reich- turn im typographischen Gestalten liegt, wenn Kunst und Technik sich verbunden fiihlen. Viele der eingesandten Blatter verdienten dem Gewerbe zur Benutzung iibergeben zu werden. Wir bedauern deshalb, daB bei einem Wettbewerb nur einige Wenige mit einem Preis ausgezeichnet werden konnen und betrachten es als unsre Pflicht, alien denen, die versucht haben, dem Archiv einen neuzeitlichen Umschlag zu widmen, unsre vollste Anerkennung, verbunden mit unserm herzlichsten Dank auszusprechen. Aufgabe des Buchgewerbevereins wird es sein, diese Blatter des Wettbewerbs weiteren Kreisen unsres graphischen Ge werbes als Vorbild und Anregung zurVerfiigung zu stellen. Dev Vorstand des Deutschen Dnchgeiverbevereins Carl Wagner, I. Vorsteher

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1932 | | page 9