n DAS MUSEUM FÜR OSTASIATISCHE KUNST egen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde das Interesse an der Kunst des fernen Ostens wach, jedoch erst kurz vor dem Kriege wurde der Arbeitsplan eines reichen Lebens zur Wirklichkeit: Adolf Fischer sah seine Ahnungen, seine Geschenke als Museum vollendet. Die Kunst des Ostens befriedigte irgendeine dunkel verbor gene Sehnsucht. Die einfachen Menschen, die jüngeren Leute und die Künstler kamen immer wieder in das neue Museum. Es erfüllte ihre Wünsche. Es gab von den drei Reichen China, Japan und Korea ein vollstandiges Bild; nicht willkürlich auswahlend, sondern kunsthistorisch treu und dem Einzelnen die Einstellung innerhalb dieser Welt überlassend. Vor allem zeigte es seine Schade ohne andere Absicht als die der Kunst. Völkerkunde, Religions- geschichte und alles Fremd; der allgemein verstandlich So erwuchs eine Tradit Krefeld kamen Zeichner, u tik des Ostens der neuen S machen, moderne Töpfer m Leben des GefaBes, Bildha Symbolkraft einer buddhist retten zu können. Wenn d füllen soll, darf sein Eindru muB vielmehr das Weltbil das sichere BewuBtsein geb LI T E RARI S CH E S METIER Ludwig Mayer Candida AT iciit leicht ist ein Mensch glücklich genug, ft I für seine höhere Ausbildung von ganz un- W eigennü^igen Gönnern die Hülfsmittel zu erlangen. Selbst wer das Beste zu wollen glaubt, kann nur das befördern, was er liebt und kennt, oder noch eher, was ihm nutjt. Und so war audi literarisch- bibliographische Bildung dasjenige Verdienst, das Winckelmann früher dem Grafen Bünau und spater dem Kardinal Passionei empfahl. Ein Bücherkenner ist überall willkommen, und er war es in jener Zeit noch mehr, als die Lust, merk- würdige und rare Bücher zu sammeln, lebendiger, das bibliothekarische Geschaft noch mehr in sich selbst beschrankt war. Eine groBe deutsche Bibliothek sah einer römischen ahnlich. Sie konnten mitein- ander im Besit} der Bücher wetteifern. Der Biblio- thekar eines deutschen Grafen war für einen Kardinal ein erwünschter Hausgenosse und konnte sich auch da gleich wieder als zu Hause finden. Die Biblio theken waren wirkliche Schatykammern, anstatt dafi man sie jetjt, seit dem schnellen Fortschreiten der Wissenschaften, bei dem zweckmaBigen sowie dem zwecklosen Anhaufen der Druckschriften, mehr als nütyliche Vorratskammern und zugleich als unnüije Gerümpelkammern anzusehen hat, so daB ein Bib- liothekar, weit mehr als sonst, sich von dem Gange der Wissenschaft, von dem Wert und Unwert der Ludwig Mayer Candida

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1936 | | page 77