jDimn&ruifepapíere Von Fritz Hoyer 193 Die Dünndruckpapiere werden oFt kurz ais Bibeldruckpapiere bezeichnet. Das Quadratmetergewicht der sehr düanen Pa< piere betragt hochstens 40 g und gebt 111 vielen Fallen bis zu 2y g berunter. Durch geeignete Faserauswahl und entsprechen; den FüllstoíFzusatz sind die Papiere un; durchscheinend gemacht, so daB ein bei# derseitiges Bedrucken moglich ist, ohne daB der Druck nach der Rückseite bin durcbscheint. Um bei dem bohen Fülb stoíFgehalt ein Stauben zu vermeiden, sind nur solche FüllstoíFe zu verwenden, die sich auch bei groBen Mengen im Fasergefüge halten, wahrend die Fasermischungen ge; eignet sein müssen, einen groBeren Fülb stoíFgehalt aufzunehmen. Die verwendeten FüllstoíFe verleihen dem Papier einen be; sonderen Charakter, wiezumBeispiel Titán; weiB und ahnliche, sind aber im Ver; haltnis zu den sonst gebrauchlichen Fülb stofFen sehr teuer. Der verhaltnismáBig bobe Preis der Dünndruck; oder Bibeb papiere vertragt die Verwendung besserer und teuerer FüllstoíFe. Ahnliche Sorgfalt muB man bei der Auswahl der FaserstoíFe walten lassenin erster Linie kommen lange und feste Fasern in Anwendung, also besonders gute HolzzellstoíFe und Lumpen; fasern, wahrend StrohzellstoíF und Holz; schliíF ganz ungeeignet sind. StrohzellstoíF würde das Papier zu sehr durchscheinend machen, Holzschliff hingegen die Trans; parenz wohl sehr stark herabmindern, ware aber selbst in den allerfeinstenSorten nur zu geringenDünndruckpapierenverwendbar. Heute werden zahlreiche Sorten Dünn; druckpapiere hergestellt, die nicht nur aus Hadern bestehen, sondern mehr oder min» der groBe ZellstoíFbeimengungen haben. DasBibeldruckpapier dürfte aus dem India» papier hervorgegangen sein, einem hundert» prozentigenHadernpapier, das man anfang» lich nur inEngland erzeugte. DerhohePreis solcher Erzeugnisse war der AnlaB, diese Papiere mit Surrogaten, also mit geeigneten ZellstoíFen aus Holz, herzustellen. Man hat alie moglichen StofFzusammensetzungen, auch reine ZellstoíFpapiere. Für erstklassige Erzeugnisse,die man wirklich ais Bibeldruck» papier bezeichnen kann, wird man aber immer noch reines Hadernpapier wahlen. Um den angestrebten Erfolg zu erreichen, muB die Auswahl der Fasern vorsichtig ge» Federzeichnungen zu der demnachst erscheinenden bebilderten AusgabeFélix Dahn, Ein Kampf um Rom (Verlag Breitkopf Hartel, Leipzig)

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1938 | | page 47