BRUNO METZEL ZUM GEDACHTNIS Am 15. Juli ging Bruno Mefiel hcím, ber Nimmer= raftenbe, ftcto Hílfobereíte, ber auch bem Deutfchcn Buchgcrocrbcoercin in alien feinen Vorhaben unb Ver= anftaltungen ein treuer Berater unb burdi all fein Tun fíir bie Schroarze Kunft unb ihrc Vollenbung ein Mit= hampfer ruar, mitten im rüftígen Schaffen non tdblichcr Kranhheit befallen. Wao b-ao beutfche graphifche Ge= roerbe an ihm oerlor, bekannten mit marinen Worten bie leitenbenVertreterberoerfdiicbencnBerufogruppen, ale man flch in ber Halle ber Buchbrudier=Lehranftalt angefichts ber bronzenen Ehrentafel mit bem Bilbnio Bruno Metselo uerfammelte unb uom Vcremígten einen Abídiieb nahm, ben ein nie auelofdienbeo bankbareo Erinnern bennodi íiberleben roirb. Eo folgten einanber bie Sprecher ber Dcutfchen Arbeitofront, beo Deutfdien Budibrudieruereino, beffen Ehrenmítglíeb er mar, beo Bunbee ber chemigraphífchen Anftalten, ber Kupfer= unb Tiefbruckereien Deutfchlanbo, bes Vereine Leip= ziger Buchbrudiereibefi^er, bem er uorftanb, foroíe ber Meifteríchule fíir bao graphifdie Gemerbe zu Leipzig, bie er fchuf,unb ber Buchbrudier=Lehranftalt zu Leipzig, beren herrlichee neuee Heím feinem Eínfat» eínft zu uer= banhen mar. Fíir bao, mao ber Menfch Bruno Mefiel mar, zcugt am beften er felbft mit einigen SdiluBfaCen feineo Weber= ídiiffchen=Büchleino auo eineni Buchbrudierleben »Von ber PiUc auf«. Da lagt er unter anberem: »Die Arbeit ift bao Uóftlichfte Gotteogefdienhunb mer nach eínem raftlolen Lernen unb Sdiaffcn im Alter uor ber Er= Kenntnio ftebt, baB bao eigene Wiffcn nur Stíidimcrk ift im Getriebe einer groBen Nation, babel aber bao Gefühl hat, keine Drolme im Gemerbe unb Staat gc= mefen zu fein unb an feinem Teile mitgearbeitet zu haben am Ganzen, ber kann fich glüdilích preifen.« Unb ber Auohlang beo Bíidileine roenbet fidi an ben Nachmucho, bem bao Sinnen unb Strcben íeiner Seele unb feineo Herzene galt, bem er alo Vorfítjenbcr beo Lehrlínge= unb Schulauefchuffeo ber Buchbrucher=Lehr= anftalt unb alo Mítglieb beo Schulauefchuffeo ber Mei= fterfchule ein Wegberciter zur Hodiftleíftung mar. Eo heíBt bort: »Unferem Nachmucho aber rufe ich zu: Níihct bie Zeit! Noch niemalo, folange ídi benhen hann, hat man fich um bie Jugenb fo ernft bemíiht míe gerabe jefit. Nodi niemalo murbe auf bie Gefamt= erziehung ber Jugenb ein folchcr Wert gelegt míe im Reiche Abolf Hítlero Wenn bíefe Jugenb allco in reicher Ftille gcmiffermaBen auf bem Práfentierteller Gebotene erfaBt, mertet unb níitjet, bann hónnen mir Alten beruhígt zur Grube fahren.« Bruno Mehel mar ein Pioníer auf bem Wcge zur Ertíídi= tígung beo Nachmuchfeo im graphifchen Gemerbe. Dem gegenüber müffen felbft feine burch mchr alo fíinfzig Jahre bemahrten, heruorragenben Leiftungen alo Mit= ínhaber, Inhabcr, Grünber, Betriebeführer unb Dírek= tor bebcutcnber Druchereiunternehmungen zuriich= treten. Im Vergleidi zu bíefcr Lebenotat Bruno Me^elo finb logar feine non früh auf erftrebten Vcrbcfferungen an Sar> unb Druck, an ben Werhmafchinen unb íonfti= gen Vorbebingungen zur immer groBeren Vollenbung graphifcher Arbeit nur non zeitgcbunbener Bebcutung. Mehele Weitblidi, mit bem er bie Fadifduilung uor= martotríeb, mirb in alie Zulnmft hinauemirken unb Segen fpenben unb feinen Ñamen unloolidi mit bem Gemerbe unb bem ihm nach ber Geburtoftabt Rochlíh ziueite Heimat gemorbenen Buch= unb Drudizentrum Leipzig oerbinben. DaB er cine zielfídiere Führernatur mar, fanb auchftaat= lidie Anerkennung. Seit 1933 mar ber bamalo Dreiunb= fechzígjahrige treuefter Berater beo Facharbeiter=Ver= banbee, ber mittlermeile in bem Fachamt Drudi unb Papicr aufging, beffen ftelloertretenber Gaufachamte= malter er mar. Mit ber Reorganifation beo Berufo= fchulmefeno beo graphifchen Gemcrbco beauftragt, be= fchaftígte ben Veremigten bio auf fein Sterbelager ber Auobau ber Lehrmeifterprüfung, beren enblidie Ge= ftaltung nun in feinem Sinnc fortzuführen ift, zum Wolile beo Gemerbco unb zum bauernben Gebaditniffe ihreo geiftígen Vatero. Photo Bartcky

Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik de | 1938 | | page 55