15 staff, die einen ganz strengen, graphischen, flachigen Plakatstil schufen. In Paris war es Chéret, der bedeoitendste Plakat- kiinstier seines Jahrhunderts. Er bevorzugte ganz und gar die malerische, bewegte Gestaltung. Chéret gehort mit zu den Vorlaufern der Impressionisten. Beide Bewegungen haben die ,]n( Plakatkunst in Deutschland sehr stark beeinflufit, beide Be- )m. wegungen sind eigentlich erst in Deutschland zur vollen Ent- ter faltung gekommen. 1js. Die Richtung des graphisch strengen Plakates griff in Berlin jer als erster Luzian Bernhard auf. Wir bezeichnen ihn im allge- n(j meinen als den Vater des Sachplakates. Ihm folgten dann [ng Erd't, Gipkens und in einer gewissen Abwandlung Julius Klin- us ger, Ernst Deutsch und Paul Scheurich. In Miinchen war es ,p[ besonders Ilohlwein, der der malerischen Richtung des Pla- )ej kates groBe Geltung verschaffte. Kurz nach seinem Auftreten ajs kamen auch schon die ersten Erfolge der Münchner Künstler- jr gruppe „Die Sechs", zu denen GlaB, Heubner, Moos, Praetorius, zl Schwarzer und Zietara gehörten. Es entwickelte sich damals jtei eine Blütezeit des Plakates, sie umfaBt die Zeit von 1902 bis 1914. Es war geradezu Mode geworden, daB jede Firma ein Upl modernes Plakat haben muBte. Aber es ist niemals gut, Re- ^n. klame nach der Mode zu betreiben, vor alen Dingen sollte man .]jt die Bildgestaltung der Plakate nicht nach den augenblicklichen ,rtj künstlerischen Moderichtungen schaffen, sondern immer nach den gewerblichen Bedürfnissen. Daher kam es, daB das Zei- ejr tungsinserat das Plakat volkommen zurückdrangen konnte. jel Die Verkehrsentwicklung in den GroBstadten führte auBer- nn, dem dazu, daB die Anschlagsmöglichkeiten die runden Pla- es katsaulen die nunmehr bereits fiber 100 Jahre alt sind, ,jj( keine recht geeigneten Flachen zur durchgreifenden Wirkung jcjj bieten konnten. Erst die neuere Zeit hat eine für unsere Zeit rf( brauchbare Lösung gefunden, indem Reklametreibende ganze ,ejl Saulen in bestimmtem Rhythmus mit ihren Plakaten bekleben c1j. lassen. Selbstverstandlich hat das Plakat als Werbemittel heute ,eE noch die gleiche Bedeutung, die es immer besessen hat. Es Qje ist nur nicht mehr so leicht wie früher, eine durchschlagende teri Wirkung zu erzielen. Erstens ist der Durchschnitt im allge- n(j meinen gehoben, zweitens hat das Publikum zuviel Gutes ar. gesehen, es ist kritisch scharfer geworden, oder man kann

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