w w Ilerharzd Papier- und Druekwitz. m W vr m Deutscher Buch- und Steindrucker. *11 #ch Der Journalist. habe jahrelang die ganze Welt legiert, Mein Machtwort hat die Todten auferweckt Und Legionen hingestreckt Wo ist ein Streich, den nicht mein Arm gefiihrt? Er setzte Kronen auf und machte Throne wanken Mein Finger zeichnete dem Welt-Regierer Schranken Und mein gereiftes Ohr beherrschte die Ge'danken Was Niemand sah, ja selbst was nie gescheh'n, Das Alles hat mein scharfes Aug' erseh'n: Ich hielt, sprach Haron, dich fur einen Esels-Treiber, Nein, nun merke ich, du warst ein Zeitungs-Schreiber. Pfeffel. SVV^'enn die Federn den Autor machten, Dann ware die Gans auch. nicht zu verachten. f- Aus Lumpen thut man machen das edle Schreiberzeug, Es mag wohl Mancher lachen, doch glaubet er es euch Alt Hadern, rein gewaschen, hierzu man brauchen thut, Hebt Manchen aus der Aschen, der sonst litt gross' Armuth. Wer dem Publicum dienet, ist ein armes Thier, Er qualt sich und Niemand bedankt sich dafiir. Er liigt, als wenn's gedruckt war', Und stiehlt, als wenn's erlaubt war'. Von einem, der sein bischen Bildung in gewahlter Rede zeigte, sagte man friiher: "Er spricht wie ein Buch." Das Bild ist langst veraltet. Man miisste heute sagen: "Er redet wie eine Zeitung." Dr. Wustmann. Die Journale gleichen flarin den Uhren, dass sie meistens regulirenallein bei den Uhren erkennt man an ihrem Picken, dass sie gehen; wenn aber die Journale unter einander zu picken anfangen, so ist dies ein Zeichen, dass sie nicht gehen. Saphir. Seitdem die Zeitungen an Gelegenheit zu Interesse, das heisst zu Liigen, verloren haben, seitdem sie nicht heute 40 000 Menschen umbringen, urn sie morgen wieder lebendig zu machen, seitdem hat es in der menschlichen Gesellschaft jedes einzelne Individuum iibernommen, selbst ein Zeitungs- blatt zu sein. Der Mtind ist der Setz-Kasten, die Lunge ist die Dampf-Presse und die Zunge der Expeditions-Tisch dieser Zeitung: diese Zeitung wird mit scharfen Lettern und niit der vollkommensten Schwarze gedruckt. Saphir. Die witzigen Recensenten sind wie die Madchen: sie lachen bloss um zu zeigen, dass sie Zahne haben; sie beissen aber nur dann, wenn sie Nichts zu beissen haben. 4Saphir. Schriftsteller und Recensenten verhalten sich nur zu oft wie Licht und Lichtputze: letztere kann das Licht heller machen, ja ausloschenkann sie aber leuchten? Weber. Ein schlechtes Buch ist wie eine schlechte Cigarre, beide riechen sengrig, wenn sie in Brand gerathen. Die Bticher sind nicht mehr zu zahlen, und doch ist das Buch ein wahres Wagestiick, wie selbst Don Quixote bemerkte; denn von alien Unmoglichkeiten ist es die grosste, ein Buch zu schreiben, das Allen gefallt. Bticher regieren die Welt; die Tinte ist das fiinfte Element und die Presse die Artillerie der Gedanken. Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstossen und es klingt hohl, liegt es dann jedes Mai am Buche.J Jemand schrieb eine Broschiire, in welcher die Frage beantwbrtet werden sollte, ob man ohne Kopf denken konne. Der bekannte Philosoph Kastner blatterte die sonderbare Schrift durch und sagte: Wenigstens hat der Verfasser dar- gethan, dass man ohne Kopf schreiben konne. Mit den Biichern geht's wie mit dem Feuer: Wer selbst kein's hat, holt's beim Nachbar, und wenn wir welches auf dem Herde haben, so haben es andere gleichfalls; denn das Feuer gehort alien, wie das Wasser. Wenn der Schreiber nichts taugt, giebt er der Feder die Schuld. Jeder hat seinen eigenen Stil und seine eigene Nase. Die Nase giebt jeder ehrliche Mann zum besten, und ware sia auch noch so sonderbar. Es kommt weniger darauf an, wie einer schreibt, aber viel, wie er denkt: und der blendendste Stil erhalt seinen echten Glanz immer allein von der Wahrheit. Ein alter Professor schrieb nachstehendes Witzwort, als ein Buchhandler die Tochter eines Gewiirzkramers ehelichte Begliicktei Tochtermann! Nie wird ein Buch dir modern! Kauft's nicht der Leser, wird's dein Schwiegervater fodern! "Ich will doch auch nachstens ein Buch mit gelehrten Citaten schreiben," sagte ein Professor der Philosophic, "damifc ich das Recht erwerbe, fiir die Folge ohne Gefahr unwissend zu sein." Thoricht die Milde, vergangliches Papier zu schonen-! Gedanken sind zollfrei, solange sie Gedanken bleiben aber die Sache iindert sich, sobald sie mit Mund und Schrift offentiich bekannt werden. durch's Examen du gefallen, Verhehl's nicht! Hast einem Madchen du gefallen, Erzahl's nicht! Drangt's dich zu lyrischen Ergiissen, Muckse nicht! Hast Verse dennoch du gerissen, Druck' se nicht! Wer ohne Buch will Doctor sein Gehort in die Narrenschul' hinein. Wer lernen will ohne Buch, Schopft Wasser mit 'nem Sieb in den Krug. Was ist ein Schmftker? JJtS)in Schmoker ist ein altes Buch, Das Mancher in den Handen trug, Woriiber Thranen viel vergossen Und Kaffee viel dahingeflossen. Ein alter Schunken ist er auch, Worein geblasen Tabaksrauch Worin gelegen, wie es Sitte, So manche fette Butlerschnitte Und dass du fiir die Hand nicht bange, So lies ihn mit der Feuerzange. Wenn's nicht wahr war, Kam's nicht gedruckt her. Wy

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 11