Okt. 1923 DEUTSCHER BUCH- UND STEINDRUCKER 19 kosten fur das Schaltpult schon in dieser Hinsicht fast ganz bezahlt machen. Damit fur die Widerstande die erforderliche Kuhlluft zur Verfiigung steht, sind in die Tiiren und Seitenwande perforierte Bleche eingelassen, ebenso in der wagerechten oberen Abdeckung. In- folge dieser MaBnahme entweicbt die durch die Widerstande erwarmte Luft ungehindert nach oben und saugt Frischluft von unten nach. Bild 1 zeigt eine Rotationsmaschine unter Ver- wendung eines elektrischen Antriebes mit Schalt pult und laBt die Vorziige gegenuber der Einzel- anordnung in Bild 4 ohne weiteres erkennen. In Bild 5 sind die beiden Schaltwalzen mit den angebauten Widerstanden und Steuermotoren eines vollautomatischenDrehstrom-Doppelantriebes fertig zum Einbau in das Schaltpult zu sehen. Das nungspersonal vor Beschadigung zu bewahren. Wurde auf diese Weise von einer Druckknopf- tafel aus die Maschine gegen Einschalten gesperrt,, so war diese SicherungsmaBnahme an den iibrigen Schaltstellen in keiner Weise erkennbar, und nur indirekt konnte eine etwa erfolgte Sperrung dadurch festgestellt werden, daB bei Betatigung der Ein- schaltevorrichtungen die Maschine nicht anlief. Aber audi diese Feststellung lieB es unentschieden, ob der Grund des Nichtanlaufens auf eine auBere Sforung, wie sie z. B. durch das Wegbleiben des Stromes eintreten kann, oder auf eine beabsichtigte Sperrung zuruckzufiihren ist. Dieser Sperrungsart haften also insofern gewisse Nachteile an, als sie dem Bedienungspersonal nicht die Moglichkeit bietet, sich sofort ein richtiges Bild liber den Zu- stand der Rotationsmaschine beziehungsweise des elektrischen Antriebes machen zu konnen. Die Folge davon sind Zeitverlust und Unsicherheit; das sind Zustande, die gerade bei den Zeitungsdrucke- reien auf alle Falle vermieden werden miissen, wo oft jede Sekunde kostbar ist, damit die Drucke noch rechtzeitig zum Versand gelangen. Alle diese Nachteile hat das Sachsenwerk da durch beseitigt, daB bei Verwendung der neuen Druckknopftafeln an alien Schaltstellen, das heiBt an den Druckknopftafeln selbst und den Schalt- pulten, kleine Signallampen angebracht sind, die alle dann aufleuchten, wenn die Maschine betriebs- maBig gesperrt wird. Beim Aufheben der Sperrung erloschen die Signallampen wieder selbsttatig. ]ede von irgendeiner Schaltstelle aus vorgenommene Sperrung der Rotationsmaschine ist durch diese MaBnahme an alien Schaltstellen direkt, auch auf einige Entfernung erkennbar, und das lastige und zeitraubende sowie auBerdem noch unzuverlassige Ausprobieren bleibt dem Personal erspart. Bild 6 zeigt die Druckknopftafeln des Sachsen- werks mit dieser Signaleinrichtung in den ver- schiedenen gebrauchlichen Ausfiihrungen. Aus obigen Ausfiihrungen ist zu ersehen, daB der elektrische Antrieb einer Rotationsmaschine heute bereits ein organischer Teil dieser Maschine geworden ist. Es empfiehlt sich daher, den Antrieb sr> nicht gelrannt zu bestellen, sondern die Gesamt- lieferung den Rotationsmaschinen- Fabriken zu ubertragen, die ihrerseits durch enges Zusammen- arbeiten mit den elektrischen Firmen fur die Wahl des zweckmaBigsten Antriebes besorgt sein werden. Umschalten von Hand auf automatischen Antrieb erfolgt dabei Iediglich durch das Umlegen des in den Handradern sichtbaren Handgriffes um 180°. Der zwischen den Handradern erkennbare Hand- hebel mit Skala dient zum Zusammen- oder Aus- einanderkuppeln der beiden Antriebshalften. Mit diesem Handgriff steht ferner der Kupplungs- umschalter, der direkt dahinter sitzt, in Verbindung. Das Sachsenwerk fertigt Schaltpulte fur alle in Frage kommenden elektrischen Ro- tationsmaschinen-Antriebe an. Die bisher bereits in groBerer Anzahl zur Ablieferung gebrachten Antriebe arbeiten einwandfrei und haben durchwegs den Beifall der Drucke- reien gefunden. Zum Schlusse sei noch eine Neue- rung (D. R. P.) erwahnt. Bis jetzt waren fiirden elektrischen Rotations- maschinen-Antrieb Druckknopftafeln bekannt, bei denen es moglich war, durch geeignete Einrichtungen den Antrieb gegen unzulassiges Einschalten zu sperren, damit zum Beispiel wahrend des Vor- richtens die Maschine nicht in Betrieb genommen werden kann. Diese Einrichtung ist unerlaBlich, um die Rotationsmaschinen selbst und das Bedie- Biia 6 3* Biia 5

Deutscher Buch- und Steindrucker de | 1923 | | page 29